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Marketing-Panne

Alitalia verschenkt "aus Versehen" Tausende Tickets

23.10.2012 | 14:31 Uhr
Alitalia verschenkt "aus Versehen" Tausende Tickets
Wegen einer Softwarepanne konnten zahlreiche Kunden - die Rede ist von Tausenden - bei der italienischen Fluggesellschaft Alitalia kostenlose Tickets lösen.Foto: dapd

Rom.  Peinliche Panne statt Marketing-Coup bei der italienischen Fluggesellschaft Alitalia: Durch einen Softwarefehler konnten Kunden Tickets statt 25 Prozent ermäßigt gleich komplett kostenlos buchen. Die Airline stornierte die Tickets - und zog so die Wut Hunderter Kunden auf sich.

Bumerang für Alitalia: Was eine weltweite Werbeaktion sein sollte, ist der italienischen Luftfahrtgesellschaft durch einen Softwarefehler zum peinlichen Missgeschick geworden. Anstatt um 25 Prozent ermäßigte Tickets zu buchen, gelang es Tausenden Facebook-Nutzern, ihre internationalen Flüge ganz umsonst zu bekommen. Die Luftfahrtgesellschaft stornierte die Tickets inzwischen - zur Empörung vieler Betroffener. Schuld ist, wie Alitalia bestätigte, eine technische Panne auf ihrem japanischen Internetportal. Nicht nur die enttäuschten Reiselustigen fragen sich: Wie konnte das passieren?

"Das Einzige, was wir sagen können, ist, dass es sich um einen Softwarefehler unseres japanischen Webportals handelte", äußerte sich ein Sprecher am Dienstag in Rom leicht genervt. Er will namentlich nicht genannt werden. Ein offizielles Statement gebe es nicht. Er könne "off the records" ausschließlich sagen, dass die Betroffenen ja wohl hätten wissen müssen, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. "Schließlich ist es doch reichlich unwahrscheinlich, dass eine Airline ihre Tickets verschenkt!"

Info über Gratis-Tickets machte schnell die Runde

Berichten zufolge hatte Alitalia auf ihrem japanischen Internetportal für Flüge von Tokyo nach Italien einen Gutschein über 25 000 Yen (rund 240 Euro) angeboten. Ein Fehler des Systems machte diesen Rabatt dann weltweit verfügbar, wodurch viele (billigere) Flüge praktisch kostenlos wurden. Der Softwarefehler fiel zudem zusammen mit einer Werbeaktion des Unternehmens beim Online-Netzwerk Facebook, wodurch sich die Nachricht von den angeblichen Gratistickets noch schneller verbreitete.

Facebook
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"Beeile Dich, der Super-Rabatt von 25 Prozent ist nur noch für zwei Tage zu haben", so hatte Alitalia in den vergangenen Tagen auf Facebook geballt geworben. Der verlockende Rabatt galt für alle internationalen Verbindungen. Wer buchte, musste seine Mail-Adresse angeben. Doch die ersehnte und gewonnene Präsenz im weltweiten Web wurde der Linie zum Verhängnis: Schnell habe es sich im Internet herumgesprochen, dass man die Tickets nach Istanbul und Abu-Dhabi auch komplett gratis bekommen könnte. Die Zahl der unfreiwillig "verschenkten" Tickets ist offiziell nicht bekannt. Medien berichteten von Tausenden. Alitalia reagierte umgehend.

Alitalia - nicht gerade berühmt für Qualität oder Pünktlichkeit

"Wir haben den Fehler rasch bemerkt, die Buchungen gestoppt und die Tickets storniert", erklärte der Pressesprecher. Dieses Vorgehen sei im übrigen als "völlig legal" anzusehen, da der "Kauf der Gratistickets" nicht als vollzogen gelten könne, da die Kreditkarten der Käufer nicht belastet worden seien. Medien berichteten über einen Sturm entrüsteter Proteste von zahlreichen Facebook-Nutzern. Doch gibt es auch die, die sich nicht wundern.

So ist die italienische Luftlinie Alitalia zumindest im eigenen Land nicht gerade berühmt für ihre Qualitäten. Und daran hat sich auch nach der Neuaufstellung der Airline nach ihrer Insolvenz 2008 kaum etwas geändert. "Ich wundere mich über die, die sich heute aufregen", lacht etwa Roberto. Der römische Anwalt fliegt Berufs wegen viel hin und her. Ein seit Jahren in Rom lebender Engländer kommentierte lakonisch: "Bei uns galt schon immer: Alitalia ist gleich: Always Late In Takeoff, Always Late In Arrival (Immer zu spät beim Abflug, Immer zu spät bei der Ankunft)". (dapd)



Kommentare
24.10.2012
09:28
Alitalia verschenkt
von dieblaueminna | #1

Wie Blöd kann man sein? Zu Recht stoniert da Softwarepanne. Wer sich darüber empört hat sie nicht mehr alle oder ist einfach nur unverschämt.

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