Aldi verbietet "Fifty Fifty" vor 70 Filialen - Demos geplant

Sollte Aldi stur bleiben, möchte der Gründer der Straßenzeitung vor den betroffenen Filialen gegen das Verbot demonstrieren.
Sollte Aldi stur bleiben, möchte der Gründer der Straßenzeitung vor den betroffenen Filialen gegen das Verbot demonstrieren.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
140 Verkäufer des Straßenblatts "FiftyFifty" verlieren ihren Platz. Aldi betont, dass es an dem Verbot in jedem Fall festhalten möchte.

Düsseldorf.. Weil sich Kunden über aggressives Betteln beschwert haben sollen, hat Aldi Süd beschlossen, sämtliche Verkäufer der Straßenzeitung "FiftyFifty" aus den Düsseldorfer Filialen zu verbannen. Wie der Discounter dieser Redaktion am Freitag mitteilte, gilt das Verkaufsverbot für sämtliche Standorte der Region Langenfeld, zu der neben Düsseldorf auch der Kreis Mettmann und das Bergische Land gehören. Damit sind 70 Filialen von dem Verbot betroffen, 140 "FiftyFifty"-Verkäufer verlieren ihren angestammten Platz.

Eine Sprecherin des Unternehmens sagte, dass es sich um eine endgültige Entscheidung handele. Zwar schätze Aldi das Engagement von "FiftyFifty" sehr, doch die Verstöße gegen getroffene Vereinbarungen könne der Discounter nicht länger hinnehmen. Zuvor habe man in intensiven Gesprächen versucht, die Schwierigkeiten zu beseitigen - ohne Erfolg.

Straßenzeitung will vor den Filialen demonstrieren

Hubert Ostendorf, Gründer des Straßenblatts, will sich damit nicht zufrieden geben. "Ich hoffe nach wie vor, dass wir uns zu Gesprächen zusammensetzen können", sagt der 54-Jährige. Sollte Aldi aber stur bleiben, möchte er Demonstrationen vor den betroffenen Filialen abhalten. "Wir werden nicht aufgeben", kündigt Ostendorf an, der zudem Prominente für sein Anliegen gewinnen möchte, um eine breitere Öffentlichkeit herzustellen. Armut

Nach wie vor kann sich Ostendorf nicht vorstellen, dass seine Leute sich etwas zu Schulden haben kommen lassen: "Die Plätze vor Aldi sind sehr begehrt, kein Verkäufer würde so einen Standort aufs Spiel setzen, indem er gegen die Regeln verstößt." Der Geschäftsführer der gemeinnützigen Organisation "asphalt e.V." hat eine andere Erklärung: "Ich glaube langsam, dass Aldi die Armut einfach nicht sehen möchte."

Kaufland und Real haben keine Probleme mit Verkäufern

Andere Supermärkte gehen im Umgang mit Obdachlosen, die vor ihren Läden Straßenzeitungen verkaufen möchten, unterschiedlich vor. "Kaufland" teilte mit, dass sie das Anliegen der Wohnungslosen in Ordnung fänden und es bisher noch keinen Anlass gegeben habe, diesbezüglich Richtlinien aufzustellen. Bei "Real" werden die Verkäufer in der Regel toleriert, die Entscheidung liege aber beim zuständigen Geschäftsleiter vor Ort.