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Pferdefleisch

Aldi Nord findet Pferdefleisch in Fertigprodukten

18.02.2013 | 12:58 Uhr
Aldi Nord findet Pferdefleisch in Fertigprodukten
Aldi Nord hat ebenfalls Pferdefleisch in einigen Produkten gefunden.Foto: dapd

Mülheim.  Die Reihe mit Pferdefleisch-Funden bei deutschen Unternehmen reist nicht ab. Jetzt hat der Discounter Aldi Nord in seinen Produkten "Tiefkühl Penne Bolognese 750 g" und "Gulasch 540 g Dose, Sorte Rind" Anteile von Pferdefleisch nachgewiesen. Aktuell bestünden keine Hinweise auf ein gesundheitliches Risiko.

Auch der Discounter Aldi Nord ist bei der Suche nach Pferdefleisch in Fertiggerichten fündig geworden. In "Tiefkühl Penne Bolognese 750 g" und "Gulasch 540 g Dose, Sorte Rind" seien Anteile von Pferdefleisch nachgewiesen worden, teilte Aldi Nord am Montag in Essen mit. Das Gulasch des Lieferanten Omnimax sei nur in den Aldi-Nord-Regionalgesellschaften Meitzendorf (Raum Magdeburg), Mittenwalde (Raum Süd-Ost-Berlin, Süd-Ost-Brandenburg) und Hoyerswerda (Raum Süd-Ost-Brandenburg, Nord- und Ost-Sachsen) vertrieben worden. Die Tiefkühl Penne Bolognese eines anderen Lieferanten sei in allen deutschen Filialen von Aldi Nord verkauft worden. Aktuell bestünden keine Hinweise auf ein gesundheitliches Risiko. Die Lieferanten hätten gebeten, die Artikel vorsorglich aus dem Verkauf zu nehmen.

In zwei Lasagne-Produkten der Firma Eismann ist ebenfalls Pferdefleisch gefunden worden. Das bestätigte das Unternehmen am Montag in Mettmann in Nordrhein-Westfalen. Eismann forderte die Verbraucher auf, die Produkte an ihren Eismann-Verkäufer zurückzugeben. Weitere Artikel seien nicht betroffen.

Pferdefleisch-Ware kam aus Deutschland

Der Verkauf der Lasagne Bolognese und eines weiteren Lasagne-Produkts war von dem Tiefkühl-Heimservice am 8. Februar gestoppt worden. Zuvor ausgelieferte Ware werde zurückgenommen und der Kaufpreis erstattet, hieß es weiter. Das Unternehmen sieht sich als "Opfer unseriöser Geschäftspraktiken" und kündigte an, Rohfleischlieferanten verschärft zu kontrollieren und mehr DNA-Proben zu nehmen.

Im europaweiten Pferdefleisch-Skandal führt eine weitere Spur nach Deutschland. Der Liechtensteiner Partner der Supermarktkette Lidl, die Firma Hilcona, erklärte am Montag, die Rohware für das Produkt "Combino Tortelloni Rindfleisch" sei vom Fleisch-Lieferanten Vossko aus dem Münsterland gekommen, es enthalte undeklariertes Pferdefleisch. Das Nudelgericht war am Freitag vom Discounter Lidl aus den Regalen entfernt worden.

Die Firma Hilcona berief sich auf umfassende Untersuchungen in Schweizer Labors. "Die Analysen haben ergeben, dass der Lieferant Vossko aus Deutschland die falsch deklarierte Ware geliefert hat", erklärte das Liechtensteinische Unternehmen. Hingegen sei von der zuvor ähnlich wie Vossko verdächtigten Schweizer Firma Suttero nur reines Rindfleisch an Hilcona geliefert worden.

Hilcona kündigt Zusammenarbeit mit Vossko

Pferdefleisch-Skandal
Pferdefleisch-Skandal - diese Produkte wurden zurückgerufen

Allein 144 Tonnen Pferdefleisch sollen in Luxemburg in 360.000 Fertiggerichten für den deutschen Markt untergerührt worden sein. Dazu kommen 750 Tonnen, die in Frankreich zu Rind „veredelt“ worden sein sollen. Täglich werden neue Rückrufe von kontaminierten Lebensmitteln gemeldet: Eine Chronik.

Ein Sprecher der Firma Vossko aus Ostbevern in Nordrhein-Westfalen bestätigte, dass Hilcona die Zusammenarbeit mit Vossko aufgekündigt habe. "Wir lassen gerade durch zwei Labore Proben unserer vier Lieferanten von Rindfleisch aus dem vergangenen neun Monaten untersuchen. Frühestens Dienstagabend werden wir erste Ergebnisse haben", sagte ein Vossko-Sprecher der Nachrichtenagentur dpa. Bei den Lieferanten handele es sich um drei deutsche Partner und einen aus dem europäischen Ausland. Näheres wollte der Sprecher nicht sagen.

Bei Hilcona im liechtensteinischen Ort Schaan war für Lidl das Nudelgericht "Combino Tortelloni Rindfleisch" unter dem Markennamen Gusto hergestellt worden. Darin hatten die österreichischen Gesundheitsbehörden Spuren von Pferdefleisch entdeckt. Das Produkt wurde inzwischen aus den Regalen genommen.

Verbraucherschützer stellen Pferdefleisch-Listen ins Netz

Verbraucher können jetzt im Internet verfolgen, in welchen Fertigmahlzeiten bereits Pferdefleisch entdeckt wurde. Das nordrhein-westfälische Verbraucherschutzministerium stellte am Montag unter www.rueckrufe.nrw.de eine Liste mit Herstellern aus NRW ins Netz, die bereits Produkte mit Pferdefleischanteilen zurückgerufen haben. Andere Bundesländer sollen nach Angaben des Ministeriums folgen. Auf der NRW-Liste standen am Montag neun Produkte. Die Verbraucherzentrale Hamburg informiert auch über auffällige Produkte aus anderen Bundesländern. Betroffen sind bislang unter anderem die Handelsketten Aldi, Lidl, Tengelmann und Rewe sowie der Tiefkühl-Händler Eismann. (dpa)

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    Seite 2: Verbraucherminister beraten über Pferdefleisch-Skandal

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