Ärzte werfen Krankenkassen Manipulationsversuche vor
05.05.2009 | 10:42 Uhr 2009-05-05T10:42:00+0200
Berlin. Einzelne Krankenkassen würden derzeit Medizinern bis zu zehn Euro anbieten, um Diagnosen zu manipulieren, so die Kassenärztliche Bundesvereinigung. Eine neue Richtlinie soll dieser versuchten Einflussnahme nun einen Riegel vorschieben.
Eine Mauschelei mit bösen Folgen für Patienten soll künftig unterbunden werden: Eine neue Richtlinie soll Krankenkassen davon abhalten, Ärzte mit Geld oder Vergünstigungen zu bestimmten Diagnosen zu drängen. Dies kündigte die Kassenärztliche Bundesvereinigung am Montag in Berlin an.
Derzeit würden Medizinern von einzelnen Krankenkassen bundesweit bis zu zehn Euro für die Überprüfung einer Diagnose geboten. Hintergrund ist die Neuerung, dass die Kassen für bestimmte schwere Krankheiten deutlich mehr Geld aus dem Gesundheitsfonds bekommen als für leichtere Beschwerden.
Mehr Geld für „Depression“ als für „depressive Verstimmung“
So erhalten die Kassen zum Beispiel für die Versorgung eines Patienten mit einer «Depression» mehr Geld als für einen mit einer «depressiven Verstimmung». Die Diagnose liegt bisweilen im Ermessen des Arztes. Der Patient aber «läuft dann lebenslang mit der Diagnose herum», wie KBV-Chef Andreas Köhler sagte. Eine Depression könnte zum Beispiel einem Wechsel in die private Krankenversicherung entgegenstehen.
In rund 100 Fällen sei der Versuch der Einflussnahme von Krankenassen dokumentiert, sagte Köhler. Doch gebe es eine Dunkelziffer. «Wir wollen, dass der Patient die richtige Diagnose bekommt», sagte er. «Wir sehen da gewisse Probleme.» Eine «Kodierrichtlinie» soll ab 2010 Abhilfe schaffen. Sie soll Regeln für die Mediziner vorgeben und sie anhand von «Plausibilitäts-Richtlinien» überprüfbar machen.
Bundesversicherungsamt war bereits aktiv
Schon vor Wochen hatten Ärzte Manipulationsversuche von Kassen angeprangert. Auch die Aufsicht der Krankenkassen, das Bundesversicherungsamt, war bereits aktiv geworden. Zum Jahresbeginn war ein besonderer Finanzausgleich nach Krankheitsstatus in Kraft getreten - der sogenannte morbiditätsorientierte Risikostrukturausgleich -, der den Kassen für die Versorgung von 80 festgelegten schweren Krankheiten mehr Geld verspricht. Laut Köhler werden vom Gesamtetat von gut 167 Milliarden Euro im Gesundheitsfonds 68 Milliarden allein nach dem Morbi-RSA umverteilt.
Weiteres Feilen an der Honorarreform
Die Kassenärzte kämpfen darüber hinaus weiter um Verbesserungen der umstrittenen Honorarreform, die ebenfalls zu Jahresbeginn in Kraft getreten war. In den nächsten Monaten stehen weitere Verhandlungsrunden mit den Krankenkassen an. Ziel der Ärzte ist die unter anderem eine bessere Vergütung der einzelnen Leistungen und eine Korrektur der Verteilung zwischen den Ärzten. Laut Köhler gibt es aber noch keine Daten aus den ersten Monaten 2009, wie sich die Reform bislang genau auswirkt.
Die Verhandlungen seien hochkompliziert, sagte Köhler. Die Zusammenarbeit mit den Krankenkassen in der Selbstverwaltung sei derzeit «nicht unbedingt von Erfolg geprägt». (ap)
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14:33
Berlin. Einzelne Krankenkassen würden derzeit Medizinern bis zu zehn Euro anbieten, um Diagnosen zu manipulieren, so die Kassenärztliche Bundesvereinigung.
Denen (Kassenärztliche Bundesvereinigung) glaube ich schon mal gar nichts. Wer das Geld, das er bekommt nicht gerecht unter seine Mitglieder verteilt und diese dann zu Protesten aufhetzt, ist absolut unglaubwürdig.
08:22
Die Schmidt hat den Wettberb der Kassen außer Kraft gesetzt. Für diesen Schwachsinn sollen wir jetzt zahlen..Setzt diese Kungelbiene endlich ab, bevor Sie zurz vor Toresschluss noch mehr Mist macht.
03:05
seltsam,
die Ärzte, die Krankenkassen und die Pharmalobby kreiden sich an? seltsam, sehr seltsam, Zensur sofort einschreiten!
20:29
Und wir sollen noch ehrlich bleiben? Alles Zumwinkels!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
20:27
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20:20
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17:22
Wo Geld ist, ist Betrug nicht weit. Dieser Betrug hat indes für die Patienten fatale Folgen. Denn sie werden offensichtlich dann auch falsch behandelt.
Andererseits: die Beerdigungsmafia freut sich sicher schon...
17:10
Alle belügen und betrügen wo es geht Krankenkassen, Banken, Politiker und keiner wird zu Rechenschaft gezogen.
Aber wenn der kleine Bürger bei der Jahressteuerlohnausgleich einen Fehler macht,oder 3 KM mehr für die Arbeitsstrecke angiebt ist das gleich Steuerhinterziehung.
Wie lange läßt sich der kleine Mann das noch gefallen???
16:44
@B. Schmitz, wenn das stimmt ...
die WAZ mag vieles verschweigen, und manches verdrehen, aber das (ap) scheint mir doch ein hochinteressanter, ordentlich recherchierter Text zu sein, den ich unbedingt glaubwürdig und zitierfähig finde.
Gesamtetat von gut 167 Milliarden Euro im Gesundheitsfonds ... , da gehts um richtig Schotter, das hat schon EU-Dimensionen.
Egal, Maul halten, Tamiflu fressen, mutig fürs Klima kämpfen.
16:37
Hoppla.
http://www.mafialand.de/
Der muß gehen.