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Strompreise

Ärmere Haushalte von Strompreiserhöhungen besonders betroffen

17.12.2012 | 18:03 Uhr
Ärmere Haushalte von Strompreiserhöhungen besonders betroffen

Berlin.   Anfang 2013 steigen die Strompreise wie selten zuvor. Nun tobt ein Interpretationskampf darüber, wer die Lasten tragen soll - im Fokus: der Staat, der durch den Anstieg mehr Steuern kassiert. Und eine neue Studie sieht besonders untere Einkommensschichten als Verlierer.

Arme Bürger werden nach einer Studie durch die Kosten der Förderung von Wind- und Solarenergie besonders stark belastet. Bei den einkommensschwächsten zehn Prozent würden ab 2013 gut 1,3 Prozent des Einkommens in die Ökostromförderung fließen, bei den oberen zehn Prozent seien es nur 0,2 Prozent, ermittelte das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in einer am Montag veröffentlichten Studie. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) blockte Forderungen ab, die höheren Mehrwertsteuereinnahmen von bis zu 1,5 Milliarden Euro infolge der steigenden Strompreise zurückzugeben.

Rabatte für Unternehmen

Eine Ministeriumssprecherin betonte am Montag in Berlin, unter dem Strich würden die Bürger an anderer Stelle weniger ausgeben, so dass sich an den Gesamtsteuereinnahmen kaum etwas ändern werde. Zu Berechnungen der CDU-Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung in der "Bild"-Zeitung, wonach die auf breiter Front steigenden Strompreise dem Staat 3,4 Milliarden Euro Mehrwertsteuereinnahmen bescheren, sagte Schäubles Sprecherin: "Das ist schlicht falsch." Derzeit überprüft die Bundesregierung Rabatte für Unternehmen mit hohem Stromverbrauch bei der Förderung von Solar- und Windenergie, um auf diese Weise die Verbraucherkosten wieder etwas einzudämmen.

Debatte über Sozialtarife für Strom

In der IW-Studie zu den Belastungen durch die Ökostromförderkosten wird betont, dass die monatlichen Ausgaben der ärmsten zehn Prozent der deutschen Haushalte für die Umlage 2013 von knapp 6 auf 8,75 Euro im Monat steigen würden. Die Ausgaben der wohlhabendsten zehn Prozent würden von 7,20 auf 10,75 Euro zulegen. Die Erkenntnis, dass arme Bürger besonders belastet werden, ist nicht neu. Seit Wochen wird daher über Sozialtarife diskutiert, das Bundesumweltministerium will mit kostenlosen Angeboten das Stromsparen voranbringen.

Der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) warnte mit Blick auf die Studie davor, die Energiewende für soziale Probleme verantwortlich zu machen. "Mit den erneuerbaren Energien werden zudem erstmals die Kosten für die nachfolgenden Generationen, die durch Umwelt- und Gesundheitsschäden oder die Einlagerung von Atommüll entstehen, real verringert." Auch Greenpeace verurteilte die Studie als interessengeleitet.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund betonte: "Die erneuerbaren Energien sind nicht für steigende Einkommensunterschiede verantwortlich". Aber eine fairere Kostenverteilung sei nötig - ein Mehrwertsteuerverzicht bei den zusätzlichen Ökostromförderkosten könne dabei ein erster Schritt sein, sagte Vorstand Dietmar Hexel.



Kommentare
11.07.2013
22:13
Ärmere Haushalte von Strompreiserhöhungen besonders betroffen
von grauen | #26



Die Energieversorgung gehört wieder in die Hand des Staates. Seit dem dieser sich aus der Energieversorgung zurückgezogen hat und diese dem freien Markt zur Verfügung gestellt hat, wird der Verbraucher gemolken wie eine Kuh.
Damals die Argumentation der freie Markt reguliert den Preis zu Gunsten des Verbrauchers, war wohl reine "Verarschung". Hier war die Politik einmal wieder sehr naiv, wie so oft.

18.12.2012
17:45
Frage
von Optio | #25


Senkung der Mehrwertsteuer im Hotelgewerbe ist angeblich ein Geschenk an *********.

Senkung der Stromsteuer wäre demnach ein Geschenk an die Energieerzeuger, oder etwa nicht?

1 Antwort
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Name von Moderation entfernt | #25-1

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18.12.2012
11:16
Ärmere Haushalte von Strompreiserhöhungen besonders betroffen
von TVtotal | #24

Ach was...reichere Haushalte stehen sich etwa besser...die Strompreise sind doch wieder ein Produkt der unsozialen Regierungspolitik die lieber die Nasse für die Industrie und andere Großverbraucher wie Verkehrsbetriebe Berlin zahlen lassen

18.12.2012
10:19
Ärmere Haushalte von Strompreiserhöhungen besonders betroffen
von FernerBeobachter | #23

Zitat: "Der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) warnte mit Blick auf die Studie davor, die Energiewende für soziale Probleme verantwortlich zu machen."

Da sagt der Kettenraucher zum Lungenkrebspatienten: "Die Flugzeugabgase haben Dich krank gemacht".

Zitat: " Auch Greenpeace verurteilte die Studie als interessengeleitet."
Natürlich. Wenn es irgeneinen Stromanbieter gibt, die objektiv und frei von ideologischen Vorgaben und finanziellen Interessen (Halb-)Wahrheiten in die Welt setzt, dann Greenpeace. Der tatsächliche Zustand der ideologischen Brainwash-Maschine Deutschland bestätigt sich wieder einmal mehr.

Wenn jemand seine Stromrechnung nicht bezahlen kann, dann fehlt ihm/ihr meistens auch das Geld für andere Ausgaben des täglichen Lebens, wie z.B. gesunde Lebensmittel und Bekleidung. Wird zum Sturm auf die Bäckereien geblasen, wenn die brötchen um 2ct teurer werden? Nein.Wird C&A oder Kik verstaatlicht, wenn der 5er **** Socken einen Euro teurer wird? Nein. Wird...?

18.12.2012
07:58
Ärmere Haushalte von Strompreiserhöhungen besonders betroffen
von johnlord | #22

Na und? Ist bei Milch, ist bei Obst, ist bei Miete nicht anders. Wir leben ja nicht im Sozialismus, dann müssen diese Haushalte eben sparen. Kommt davon, wenn man Parteien hinterherrennt, die ihren ideologischen Mist so finanzieren müssen.

18.12.2012
06:15
Ärmere Haushalte von Strompreiserhöhungen besonders betroffen
von B.Schmitz | #21

Das wir Bürger ausgebeutet werden ist doch klar. Die Oberen kassieren und werden von der Regierung noch unterstützt. Zum Wohle des Volkes geschieht hier in Deutschland nichts mehr. Die Hohlkörper von Politikern lassen sich von den Lobbyisten kaufen und erpressen. In Deutschland wird es bald nur noch "Reich" und "Arm" geben und wenn diese Regierung nicht bald weg vom Fenster ist, wird wohl demnächst noch eine Mauer um Deutschland stehen dank Merkel.

18.12.2012
02:58
Herbert57 | #17
von peerkeinstueck | #20

Wer ernsthaft glaubt, Atomenergie mit seiner hochkomplizierten Technologie, mit den umfangreichen erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen, mit dem Problem einer auf Jahrhunderte angelgetne Endlagerung, wäre "billige" Energie, glaubt vermutlich auch an den Weihnachtsmann.

Es ist lediglich die Energie, mit der dank der jahrelangen staatlichen Förderung und der Abwälzung des Entsorgungsproblems auf den Steuerzahler derzeit die meiste Kohle verdient werden kann.

1 Antwort
Ärmere Haushalte von Strompreiserhöhungen besonders betroffen
von ambros41 | #20-1

Voll daccord!!

17.12.2012
23:47
Ärmere Haushalte von Strompreiserhöhungen besonders betroffen
von ambros41 | #19

#18wkah:
Allem Anschein nach ist die deutsche Wirtschaft schon feste dabei, sich dumm und dämlich zu verdienen. Übrigens der Finanzminister im Schlepptau auch.

17.12.2012
23:38
Ärmere Haushalte von Strompreiserhöhungen besonders betroffen
von wkah | #18

Der BDI-Präsident Keitel geht davon aus, die deutsche Wirtschaft wird sich an der sogenannten "grünen Technologie" dumm und dämlich verdienen.

Also - entweder hat der Mann keine Ahnung - oder.............

1 Antwort
Ärmere Haushalte von Strompreiserhöhungen besonders betroffen
von ambros41 | #18-1

Stimme Ihnen zu und denke, die deutsche Wirtschaft ist schon feste dabei - und die Politik schaut zu.

17.12.2012
23:36
Ärmere Haushalte von Strompreiserhöhungen besonders betroffen
von Herbert57 | #17

Wir leben doch angeblich in einem freien Land.
Warum wird es mir nicht erlaubt,Atomstrom direkt von einem französischen oder tschechischem Atomkraftwerk an der Grenze zu kaufen?
In der Eu gilt doch Vertragsfreiheit und freier Handelsverkehr.
Die Kosten für das Netz und Durchleitung sowie Steuern würde ich natürlich
zahlen. Allen anderen Mumpitz aber nicht.
Leider fehlen mir die Mittel um vor dem Europäischen Gerichtshof zu klagen.
Wenn ich Logischerweise Recht bekommen würde,würde sich mein Strompreis schätzungsweise um 50% verringern.
So binn ich leider der Willkür der Bundesregierung und der Stromkonzerne
Netztzbetreiber,Stadtwerke usw. hilflos ausgeliefert.
Warum sollen Solaranlagen subventioniert werden.
Damals wurde gegen den Kohlepfennig geklagt,als unerlaubte Subvention für die Steinkohle,der daraufhin abgeschafft werden mußte.

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