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Mehr Zugverspätungen durch doppelten Abi-Jahrgang befürchtet

17.07.2013 | 20:25 Uhr
Mehr Zugverspätungen durch doppelten Abi-Jahrgang befürchtet
Sorgenkind: Fast jeder dritte Rheinexpress zwischen Emmerich und Koblenz über Wesel, Duisburg, Düsseldorf und Köln war im Jahr 2012 verspätet. Und das Schlimmste: Die Überlastung wird künftig noch größer.Foto: DIANA ROOS

An Rhein und Ruhr.  Doppelter Abi-Jahrgang gleich mehr Studenten gleich mehr Bahnfahrer. Diese Rechnung könnte für eine Pendler ab Oktober noch eine ärgerliche Ergänzung bekommen: mehr verspätete Züge. Das gilt Experten zufolge besonders für die Regionalexpresse, S-Bahnen kommen auf bessere Pünktlichkeitswerte.

Zum Semesterbeginn ab Oktober wird es auf den Schienen in NRW noch voller als gewohnt. „Der doppelte Abiturjahrgang, der dann an die Hochschulen geht, wird noch einmal für mehr Fahrgäste sorgen“, so Kai Schulte vom „Kompetenzzentrum Integraler Taktfahrplan NRW“, das seit zwei Jahren bilanziert, wie es um die Qualität des Nahverkehrs bestellt ist.

Eine Bilanz, die zwiespältig ausfällt. Das Positive: Taktfahrplan, moderne Züge und bessere Verbindungen sorgen für mehr Nachfrage auf der Schiene. Zwischen 2010 und 2012 stiegen die Fahrgastzahlen zwischen Duisburg und Düsseldorf um 15 Prozent, zwischen Duisburg und Hamm stiegen sogar 27 Prozent mehr Passagiere zu.

Mehr Züge aufs Gleis zu bringen, geht kaum

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Negative Folge: Längere Aufenthalte zum Ein- und Aussteigen und überfüllte Züge, häufige Verspätungen. Lösungen? Knifflig. Mehr Züge aufs Gleis zu bringen, geht kaum, weil die Strecken bereits ausgelastet sind und schon heute Verspätungen im Fernverkehr auf Regionalzüge durchschlagen.

Die Folge: Gerade die gefragten Regionalexpresslinien sind extrem verspätet. Im Landesschnitt ist jeder sechste Zug zu spät – die Linien im dicht befahrenen Korridor von Köln über Düsseldorf und Duisburg und durchs Ruhrgebiet via Essen, Bochum und Dortmund geraten besonders häufig aus dem Takt. Gegenbeispiel: Auf der von Abellio betriebenen Linie von Essen über Bochum und Hagen fahren 92,5 Prozent der Züge nach Plan.

Hoffen auf den RRX

Am schlechtesten schneidet der Rheinexpress, die Linie 5 ab. Seit 2009 hat sich die Zahl der verspäteten Züge mehr als verdoppelt. Heute ist jeder dritte Zug auf dem Weg von Emmerich über Wesel, Oberhausen, Duisburg und Düsseldorf nach Köln und Koblenz aus dem Takt. Ähnlich miese Werte haben die Linie 1 (Aachen-Düsseldorf--Essen-Dortmund-Paderborn) und 6 (Düsseldorf--Essen-Dortmund-Minden), auf denen mindestens jeder vierte Zug verspätet war. Da die meisten Verspätungen zur Hauptreisezeit eingefahren werden, dürfte die Zahl der betroffenen Fahrgäste prozentual weit höher sein.

Gewohntes Bild: Verspätungsmeldungen auf der Anzeigetafel im Essener Hauptbahnhof.Foto: Kerstin Kokoska

Eine durchgreifende Besserung ist nicht in Sicht. Die Hoffnung der Bielefelder Verkehrsplaner, die sich schon bis ins Jahr 2030 Gedanken machen: Nadelöhre beseitigen – und hoffen, dass der Rhein-Ruhr-Express ab 2017, dank neuer Gleise und neuer Fahrzeuge einen Gewinn an Komfort und Pünktlichkeit bringt.

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Kommentare
30.10.2013
15:38
Mehr Zugverspätungen durch doppelten Abi-Jahrgang befürchtet
von oecher_jong | #33

Semesterticket abschaffen und fertig.....warum muss in Student ohne Einschränkungen ohne Tasrifgrenzen ohne Verbundsgrenzen rund um die Uhr Mobil sein...
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Mehr Zugverspätungen durch doppelten Abi-Jahrgang befürchtet
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http://www.derwesten.de/wirtschaft/ab-oktober-noch-mehr-verspaetung-id8203162.html
2013-07-17 20:25
Bahn,Zug,Verspätung,Nahverkehr,Studenten
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