6,5 Millionen Beschäftigte bekommen Niedriglohn
28.07.2009 | 15:35 Uhr 2009-07-28T15:35:00+0200
Essen. Hauptsache Arbeit. Um überhaupt in Lohn und Brot zu stehen, müssen immer mehr Menschen schlecht bezahlte Jobs annehmen. 6,5 Millionen Menschen arbeiten in Deutschland unterhalb der Niedriglohnschwelle. Besonders viele berufstätige Frauen können ihr Leben kaum finanzieren.
6,5 Millionen Menschen – mehr als jeder fünfte abhängig Beschäftigte – arbeiten ungeachtet ihrer Qualifikation für Stundenlöhne unterhalb der Niedriglohnschwelle von 9,62 Euro in Westdeutschland und 7,18 Euro in Ostdeutschland. Davon bekommt jeder Dritte weniger als sechs Euro brutto. Zwei Drittel der Niedriglohnjobber sind weiblich. Das zeigt die jüngste Studie zur Niedriglohnbeschäftigung im Jahr 2007 des Instituts für Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen (IAQ).
Besonders Frauen sind betroffen
„Frauen werden gefangen gehalten im System Mini-Job. Schafft die Mini-Jobs ab", fordert Professor Gerhard Bosch, Leiter des IAQ. Schließlich seien Frauen nicht nur überproportional von Niedriglöhnen betroffen, deren Grenze von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD) definiert wird. Alles das, was prekäre – unsichere – Beschäftigung ausmache, treffe zusätzlich auf die Mehrheit dieser Beschäftigten zu: wenig Geld, befristete Verträge, unfreiwillig niedrige Arbeitszeit.
„Die Frauen können ihr Leben aus eigener Erwerbstätigkeit nicht finanzieren", sagte Bosch. Aufstockungszahlungen der Arge, also Arbeitslosengeld II, seien erforderlich.
Bei Frauen in NRW konzentriere sich die Niedriglohnbeschäftigung deutlich in Minijobs (42,7 Prozent). In absoluten Zahlen waren das 900 000 Frauen.
NRW bei "Unter-5-Euro-Jobs" über Bundesschnitt
Laut IAQ arbeiten 17,7 Prozent der Niedriglohnbeschäftigten in NRW im Gesundheitswesen, 16,8 Prozent im Einzelhandel und 10,7 Prozent als Leiharbeiter für Unternehmen. Bei den „Unter-5-Euro-Jobs" liegt NRW nach Aussage von IAQ-Leiter Bosch deutlich über dem Bundesschnitt. In Wachdiensten, im Gaststättengewerbe und bei Reinigungsfirmen seien solche Kurse keine Seltenheit.
„Das Lohnspektrum franst nach unten weiter aus", erklärt der Volkswirt. Als Grund nennt er den nicht vorhandenen Mindestlohn, den Union und FDP bislang als Jobkiller ablehnen. „Im Vergleich mit westeuropäischen Ländern wie Frankreich oder den Benelux-Staaten sieht Deutschland alt aus", sagt Bosch.
Der Anteil der Niedriglohn-Beschäftigten mit abgeschlossener Berufsausbildung stieg nach Angaben der Duisburger Forscher – von 58,5 Prozent im Jahr 1995 auf 70,8 Prozent im Jahr 2007.
Nimmt man die Arbeitnehmer mit einem akademischen Abschluss hinzu, sind vier von fünf Niedriglohn-Beschäftigten qualifiziert. Laut Studie wuchs die Zahl der Niedriglohn-Beschäftigten seit 1995 insgesamt um 2,1 Millionen. Im Jahr 2007 lag sie um 350 000 höher als 2006.

16:26
Mindestlohn gefährdet Demokratie!
Der Niedriglohn ist eine Folge von Angebot und Nachfrage. So setzt sich der Preis zusammen für eine Putzfrau. Und bitte, welch Verantwortung trägt sie schon? Über einen Putzlappen von EUR 0,32 das Stück? Im Gegensatz zu einem Banker, der verantwortungsvoll Millionen Summen betreut? Eben, so gut wie keine, da sind 5 Euro je Stunde schon viel Geld!
Und die vom Volk gewählten Parteien sind gegen einen Mindestlohn - dafür wurden sie gewählt; den Wählern war das bekannt. Das ist eben Demokratie - das Volk hat seine Vertreter und dessen Meinung gewählt - jetzt hinten rum was fordern von wegen Mindestlohn gefährdet die Demokratie!
09:36
Niedriglohn, welch ein Unwort. Lohn kommt ja wohl von belohnen. Doch mit unter 5 Euro die Stunde kann ja wohl kaum von be-oder entlohnen die Rede sein. Das ist finsteres Mittelalter und Ausbeuterei.
12:49
Die die hier ihre Kommentare abgeben sind doch die die CDU und SPD wählen von daher ruhig bleiben und macht weiter eure Kreuze bei diesen Drecks
Partein
14:02
#75: Wenn Sie schon hier die DM wieder einführen, sollten Sie aber auch dazu sagen, daß ihre 19 DM eben zu DM Zeiten noch ganz akzeptabel waren. Mittlerweile sind ein paar Jährchen vergangen und mit diesen die Preise für Energie, Mieten, Lebenshaltung allgemein deutlich gestiegen. Von daher ist ihre DM-Umrechnung schlichtweg unseriös.
14:02
Niedriglohn ! Was fürn Hohn !
Müsste doch besser heissen:
Hartz4-Anrechnungsbetrag.
09:36
Mindestlöhne sind ja gut und schön! Was nutzen die aber wenn der Staat sich auch am Mindestlohn gütlich tut? Garnichts! Wir erhöhen die deutschen Lohnkosten - der Arbeitnehmer hat noch immer nicht mehr in der Tasche- den Finanzminister freuts. Und ich verstehe nicht den Begriff Niedriglohnschwelle von € 9,50 pro Stunde???
Das sind mal eben in DM 19,00???? Ist das Niedriglohn?
00:11
@Elektrosteiger
absolute zustimmung!!
23:40
71 von Wahlhelfer, vor 35 Minuten
dann schaue dir mal den lisabon vertrag an!!!
warum sitzt sie im inneren?
ach ja, kaffee kochen!
23:33
Durch den immer stärker werdenden Dunpinglohnsektor (mittlerweile der größte in Europa) wird schon heute grandios die Altersarmut von morgen produziert. Der deutsche Steuerzahler subventioniert z.B. die Call-Center-Branche mit 15% Renditen (siehe ZDF-Frontal21-Bericht) und die einen Stundenlohn von 5 Euro zahlen. Der Deutsche Steurzahler darf dann die gierigen dumpinglohn-zahlenden Unternehmer mit ihren überhöhten Gewinnwahn durch Hartz4-Aufstockung subventionieren. Daher: Mindestlohn von 10 Euro.
22:55
Ich will mich mal korrigieren:
DIE BUNDESWEHR WIRD NIE AUF STREIKENDE ARBEITER SCHIESSEN!!!!!!!!!!!!
Auch wenn ein paar wenige sich das wünschen.