Das aktuelle Wetter NRW 13°C
Chemie-Industrie

25 000 Beschäftigte

25.02.2010 | 18:55 Uhr
25 000 Beschäftigte

Essen. Die Industriegewerk­schaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) Nordrhein geht ohne konkrete Lohnforderung in die Tarifrunde ab 18. März. „Eine Nullrunde ist mit uns aber nicht zu machen“, sagt Landesbezirksleiter Reiner Hoffmann.

Auf eine Zahl will er sich aber nicht festlegen, weil die wirtschaftliche Situation in den 216 Chemie-Betrieben mit ihren 80 000 Beschäftigten sehr unterschiedlich sei. Nach Hoffmanns Angaben machten in der Krise 75 Unternehmen von tariflichen Öffnungsklauseln Gebrauch. 25 000 Beschäftigte arbeiten 40 statt 37,5 Stunden pro Woche ohne Lohnausgleich oder verzichten zumindest auf Teile ihres Weihnachtsgeldes. Und das über Phasen zwischen 18 und 36 Monaten.

„Wir sind verhalten optimistisch, dass die Chemie-Branche wieder in ruhigeres Fahrwasser gerät“, sagte Hoffmann. Deshalb fordere die IG BCE eine nur zwölfmonatige Laufzeit des Tarifvertrags.

„Die Mitarbeiter, die schon verzichten, sollen nicht doppelt und dreifach die Zeche zahlen müssen“, erklärt der NRW-Gewerkschaftschef. In den Vordergrund der Tarifrunde will die IG BCE aber den Erhalt von Arbeitsplätzen und die Übernahme ausgebildeter Nachwuchskräfte stellen.

Die Gewerkschaft bekräftigte gestern ihre Unterstützung für den Bau der umstrittenen Kohlenmonoxid-Pipeline, die die Chemieparks Dormagen und Uerdingen der Bayer AG verbinden soll: „Durchaus berechtigte Kritik im Detail stellt die industriepolitische Bedeutung des Pipeline-Projekts nicht in Frage.“

Frank Meßing



Kommentare
Aus dem Ressort
Automobilzulieferer TMD Friction verlagert Werk nach Essen
Industrie
Der Bremsbelägehersteller TMD Friction wird bis 2017 sein Werk in Leverkusen schließen. Gewinner dieser Entscheidung ist das Ruhrgebiet, denn TMD wird die Produktion an seinen bereits verhandenen Standort in Essen ansiedeln. Damit entstehen 570 neue Arbeitsplätze in der Revierstadt.
EU-Kommission hält Beihilfen für Nürburgring für unzulässig
Insolvenz
Brüssel stuft staatliche Subventionen für den Nürburgring und den Flughafen Zweibrücken als ungerechtfertigt ein. Fast eine halbe Milliarde Euro war in die insolvente Rennstrecke geflossen. Für den Verkauf gibt die EU-Kommission aber grünes Licht - ebenso wie für die Beihilfen für den Airport Hahn.
Ehefrau entlastet Middelhoff - "Er hat immer gearbeitet"
Untreueprozess
Cornelie Middelhoff hat ihrem Ehemann vor dem Landgericht Essen den Rücken gestärkt. Flüge per Hubschrauber nach Essen und mit dem Privatjet nach St. Tropez des Ex-Karstadt-Chefs seien auch beruflicher Natur gewesen. "Die Herren haben immer über Geschäftliches geredet."
Verbraucher wählen Alete-Trinkmahlzeit zur größten Werbelüge
Goldener Windbeutel
Der Nahrungsmittelkonzern Nestlé bekommt in diesem Jahr den Schmäh-Preis "Goldener Windbeutel" der Verbraucherschutz-Organisation Foodwatch. Seine Alete-Trinkmahlzeiten für Kinder wurden von Verbrauchern zur größten Werbelüge des Jahres gewählt. Auf Platz 2: Hühnersuppe ohne Huhn.
Post will Briefporto im nächsten Jahr auf 62 Cent erhöhen
Preiserhöhung
Die Deutsche Post dreht erneut an der Preisschraube: Standardbriefe sollen kommendes Jahr 62 Cent kosten, nur ein Jahr nach der vorherigen Preiserhöhung. Auch Sendungen ins Ausland sollen teurer werden. Den Aufschlag muss sich der Ex-Monopolist wegen seiner Marktmacht aber noch genehmigen lassen.
Umfrage
Fastfood-Ketten wollen den Mindestlohn aushebeln - verstehen Sie die Empörung der Angestellten?

Fastfood-Ketten wollen den Mindestlohn aushebeln - verstehen Sie die Empörung der Angestellten?