2,8 Prozent mehr Geld für Beschäftigte in der Chemieindustrie

Was wir bereits wissen
Kompromiss in der Chemieindustrie nach einer ungewöhnlich harten Tarifrunde: Die Altersvorsorge wird deutlich aufgestockt.

Essen.. Am Ende sind sich die IGBCE und die Chemie-Arbeitgeber doch treu geblieben und haben ihren Tarifkonflikt traditionell friedlich beigelegt. Die rund 550 000 Beschäftigten der Chemieindustrie erhalten 2,8 Prozent mehr Geld und eine Anhebung ihrer Altersvorsorge. Die Arbeitgeber stocken ihre Zahlungen in den Demografiefonds von 338 auf 750 Euro pro Beschäftigtem und Jahr auf. Darauf einigten sich die Tarifpartner gestern in Stuttgart.

Dem Abschluss in der dritten Runde ging in diesem Jahr ein ungewöhnlich heftiger Streit zwischen Gewerkschaft und Arbeitgebern voraus. Die zweite Runde hatte nicht wie in den Vorjahren mit einem im Stillen ausgehandelten Kompromiss, sondern im Eklat geendet. Die IGBCE drohte damit, erstmals seit 20 Jahren in die Schlichtung zu gehen und im Notfall auch mit Streiks. Was in anderen Branchen normal ist, wäre in der Chemieindustrie der erste Streik seit 44 Jahren gewesen.

Bekannte Züge gegenseitigen Entgegenkommens

Die Einigung trägt nun wieder die bekannten Züge des gegenseitigen Entgegenkommens. Die Tariferhöhung von 2,8 Prozent klingt üppig, wird aber auf 17 Monate gestreckt. Auf ein Jahr gerechnet liegt sie unter zwei Prozent. Dafür gibt es aber einen kräftigen Nachschlag in die Altersvorsorge. Laut IGBCE entspricht dies einer Entgelterhöhung von rund 0,9 Prozent.

Die Arbeitgeber hatten diesmal Druck aus kleineren Betrieben erhalten, denen es nicht so gut geht wie den Konzernen. Auch sie werden in diesem Abschluss berücksichtigt: Betriebe in wirtschaftlichen Schwierigkeiten können die Tarifanhebung um zwei Monate verschieben.