Fußball
Wie Rot-Weiss Essen zum "FC Stadt" wird
27.08.2009 | 09:35 Uhr 2009-08-27T09:35:00+0200
Essen. Das hochverschuldete Essen gönnt sich einen Stadionneubau - und kauft den zugehörigen Fußballverein gleich mit frei. Denn der mit elf Millionen belastete Verein Rot-Weiss Essen soll die neue Arena schließlich bespielen. Durch die De-Facto-Übernahme droht der Stadt ein Millionenverlust.
Darf eine Stadt, die mit knapp drei Milliarden Euro verschuldet ist, einen in den letzten Jahren überwiegend erfolglosen Fußballverein vor der Pleite retten und ihm mit 29 Millionen Euro aus öffentlichen Mitteln den Neubau des Stadions schenken? Wenige Tage vor der Kommunalwahl sorgt der Einstieg der Stadt Essen beim Viertligisten Rot-Weiss Essen für Schlagzeilen über die Stadtgrenzen hinaus. Dahinter steckt eine illustre Geschichte über Fußballträume und Kommunalpolitik auf Kosten klammer Kassen.
Millionen-Projekt
„Philharmonie des Nordens” nannte der scheidende Essener Oberbürgermeister Wolfgang Reiniger (CDU) das geplante neue RWE-Stadion im Norden der Stadt, als er Anfang August den offiziellen „Anstoß” zu dem Millionen-Projekt gab. Wer wollte, konnte in diesem Sprachbild einen tieferen politischen Sinn erkennen. Denn vor zehn Jahren hatte Reiniger nicht zuletzt deshalb sensationell die OB-Wahl im eigentlich „roten” Essen gewonnen, weil er mit einer Initiative für ein neues Konzerthaus das bürgerliche Lager im wohlhabenden Süden mobilisieren konnte.
Nun also eine Spielstätte für „die Kultur des kleinen Mannes”, wie die Essener Trainerlegende Otto Rehhagel den Fußball nennt? Reiniger jedenfalls hält das Stadion im strukturschwachen Bergeborbeck für einen „Beitrag zur sozialen Symmetrie in unserer Stadt”.
Rechtfertigungszwang
Wahltaktische Überlegungen weist die CDU jedoch weit von sich. Oberbürgermeister-Kandidat Franz-Josef Britz, der am Sonntag gerne zu Reinigers Nachfolger gewählt würde, berichtet vielmehr vom gelegentlichen Rechtfertigungszwang im Stammlager. Dass die finanziell darbende Stadt mit ihren Stadttöchtern zusammen fast 30 Millionen Euro in eine Arena für einen Viertligisten pumpt und bei Rot-Weiss Essen praktisch die Regie übernommen hat, kommt außerhalb der engeren Fan-Zirkel nicht allzu gut an.
Man scheint sich verdribbelt zu haben
Wirklich geplant war die Umwidmung des Deutschen Meisters von 1955 zum „FC Stadt” wohl auch nie. Man scheint sich eher verdribbelt zu haben. Stadtdirektor Christian Hülsmann, dessen Rathaus-Bürowand ein Porträt der RWE-Ikone Helmut Rahn ziert, sah die Kommune zunächst unter Handlungszwang. Da Teile des maroden Georg-Melches-Stadion an der Hafenstraße nach jahrelanger Vernachlässigung einzustürzen drohten, habe man sich nicht auf teure Flickschusterei einlassen wollen, sondern lieber eine neue Arena geplant.
Weil aber die Wirtschaftskrise und die anhaltende sportliche Misere des Vereins Privatinvestoren von eigentlich versprochenen Engagements abhielten, stand die Stadt plötzlich allein da. Und damit die schöne neue Arena dereinst auch bespielt werden kann, kaufte sie gleich auch noch den Pleite-Club RWE von Altschulden frei, die sich im Frühjahr auf elf Millionen Euro beliefen.
Stadion und Verein sind „Essens Bad Bank”
Im Rathaus wird das Projekt Stadion/Rot-Weiss bereits in Anlehnung an die staatliche Übernahme von wertlosen Papieren „Essens Bad Bank” genannt. Hinzu kommt nun der sportlich verkorkste Saisonstart des RWE-Teams in der vierten Liga.
Eine Scharnierfunktion zwischen Rathaus und Rasen nimmt der frühere Nationalspieler Thomas Strunz ein. Er ist nicht nur Trainer und Sportdirektor bei RWE, sondern zugleich wichtigster Ratgeber und Repräsentant des Stadion-Bauherren Stadt. Formal besaß er einen Beratervertrag mit der Stadttochter „Grundstücksverwaltung Essen”, (GVE). Der Ex-Profi soll die Stadt in Fragen des Stadionbaus beraten und dafür zusätzlich zu seinem Gehalt 7000 Euro monatlich kassiert haben. Bis Ende Juni 2009 insgesamt rund 80 000 Euro.
Gestritten wird nun, ob diese Entlohnung mit öffentlichen Geldern gerechtfertigt war oder ohne entsprechende Gegenleistung gezahlt worden ist. Eine Strafanzeige gegen Reiniger und den GVE-Geschäftsführer Andreas Hillebrand wegen Untreue ging bei der Staatsanwaltschaft Essen ein. Sie will heute dazu Stellung nehmen.
Gehaltsanteile von Stunz
Die Stadt jedenfalls weist energisch Gerüchte zurück, die öffentliche Hand habe Gehaltsanteile von Strunz übernommen, um ihn so für den klammen RWE bezahlbar zu halten.
Doch selbst dem GVE-Aufsichtsrat war der Beratervertrag mit Strunz unbekannt: „Wir haben von dem Vertrag aus der Zeitung erfahren”, sagte die Vorsitzende Evelyn Heep (CDU) der WAZ. Gesehen habe sie das Dokument noch nicht. Auch kenne sie keine Details.
Das letzte Wort zum „FC Stadt” könnte von der Bezirksregierung Düsseldorf kommen: Auf Anfrage teilt sie mit, dass der Betrieb eines Profifußballclubs durch eine Gemeinde der Gemeindeordnung NRW widerspreche und damit unzulässig wäre.

22:44
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08:43
Der größte und herausragenste Spieler der 50ger Jahre in Essen war Penny Islacker. Ohne ihn keine Meisterschaft. Wer war Helmut Rahn? Ein versoffener Gebrauchtwagenhändler. Wenn man die ProRWE Kommentare hier jetzt und heute liest im Abstand von nur 4 Monaten, na ja. Staub der Geschichte. Was für Dünnbrettboher hielten sich da für wichtig. Und wer profitierte davon die Plebejer rumspinnen zu lassen?
01:17
So schnell geht das: Strunz gewinnt, Quälix verliert und schon sind die ganzen arroganten blauen (und von Zurheide aufgehetzten) Dreckschleuderer der Marke Trümmerhaufen, Holli, ueberruhr usw. hier von der Bildfläche verschwunden. Weiter so., Thomas und weiter so, Quälix!
09:37
Thomas Strunz ist lt. WAZ Print, bereits gestern mit dem Team nach Verl gereist. Im Nobelhotel Klosterpforte hat man sich, wie ein Bundesligist, auf das Spiel vorbereitet. Ein Dank an die Stadt Essen, dass diese luxuriöse Vorbereitung durch die Gesamt Finanzierungszusage ermöglicht. Danke!
Alle Teams, die in der Klosterpforte logiert haben gewannen Ihre Spiele. Insbesondere die Nationalteams in 2006.
Das hat den Stil des großen FC
23:00
da tönen viele wie rasend, aber die Vernunft erkennt, hier wurde Geld verschenkt.
Keiner weiß wofür,
und Larifari ist kein echtes Wort,
das Geld ist fort.
Es fehlt an andrer Stelle und die Welle hier,
nicht mehr als kaltes Bier.
Nun werden Kinder weiter schwimmen im Kanal,
denn Hesse ist nur noch marginal.
Vatter Strunz kann nur noch grinsen, wenn Väter winsen weil ihre Blagen inne Binsen,
Schuld daran ist nur die CDU,
denn der kleine Mann ist wie die dumme Kuh,
er macht die Augen zu.
Brot und Spiele sind sein Leben und
Hülsmann muss es nur seinem Animateure geben.
80000 warens diesmal, jetzt hofft er und die ganze
Bagage, dass der Mob lohnt ihm die Gage.
Wahlen stehen vor Tür,
danach wird die Hochkultur und das Aalto weiter buhlen, da sollte das niedre Volk fürwahr,
satt rülpsen,
nur jarnicht denken, denn dann kämen CDU und Hochkultur absolut nicht klar.
21:46
@Chapeau ruhrpirat,
mit dem Kommentar hast Du vielen aus der Seele gesprochen.
Hoffe, dass die Gedanken von Dir andere anregen über die wirklichen Gründe der polemischen Berichterstattung nachzudenken.
Wir Essener lassen uns durch diesen Gegenwind nicht vom richtigen Kurs abbringen. Da haben wir schon ganz anderes aushalten müssen.
Glück auf Essen ! Glück auf RWE !
20:32
schimpft nicht auf zeitungen rum...das ist doch kalter kaffee!!! das hier geht doch noch klein ab!!!! was meint ihr eigentlich was in anderen Städten abgeht? wo ein Verein lange Sieglos ist!!! kümmert euch lieber das dieser nichtsnutz von T.Strunz wech kommt...wenn ich höre der macht auf Berater für ein Stadion neubau lach mich schief! damit hat dieser Pausenclown noch nie etwas mit zu tuen gehabt !!!
der Struuunz muss !! wech !! sofort !!! um weiteren Schaden an RWE aus zuüben!!!!
Mit freundlichen Glückauf
17:26
@ ruhrpirat:
Hart aber richtig!
Die oberen Zehntausend in Essen lesen die WAZ
sowieso nur noch als Ankündigungsblatt! Man merkt dieses scheinbar nicht und verärgert sein Leserklientel mir derart billigen Berichten, die politisch manipuliert sind.
Und noch eins: Wenn der WAZ etwas an RWE liegen würde, dann leuchtete längst auf dem RWE-Trikot das WAZ-Logo! Diese regional größte Zeitung Deutschlands, mit Sitz in Essen hat seinerzeit Herrn Kohl mit Millionen aus der Schwarze-Kasse-Krise geholfen, obwohl sie der SPD nahe steht!
15:36
@ ruhrpirat:
Sie haben die Sachlage auf den Punkt gebracht!
14:54
Also bis jetzt habe ich mich ja zurückgehalten, aber langsam finde ich die Storys in diesem Blatt auch nicht mehr komisch.
Natürlich ist ein neues Stadion im Grunde nicht zu finanzieren. Aber wo ist denn die Alternative?
Mittlerweile, bin ich soweit zu sagen, lasst das alte GMS doch stehen und lasst doch die städtischen Verantwortlichen jedes Jahr Millionen an Reparaturkosten in den maroden Bau pumpen.
Am besten sollte man den DFB animieren, dass er Auflagen erstellt (wie ,ein Stadion muss 4 Tribünenseiten haben oder ähnliches) die nochmals nur mit Millionenbträgen bei so einem alten Kasten zu realisiieren sind.
Ob RWE in der vierten , fünften oder achtundzwanzigsten Liga spielt, es kommen bei der kleinsten Erwartung auf ein Erfolgserlebniss mal eben 7.000-10.000 Anhänger vorbei.
Nehmt diesen Leuten doch den Club weg, traut euch doch und macht RWE dicht.
Ich verspreche Euch diese Leute werden anschließend in eurer Philharmonie sitzen und wenn sie diese dann verlassen, gehe ich davon aus das dieses Gebäude auch eine Millionensanierung benötigt.
Und kommt mir nicht immer mit dem vierten Liga Quatsch.
Mein Solidaritätszuschlag und meine Steuergelder haben Stadien in Leipzig, Magdeburg, Rostock u.s.w. mitfinanziert.
Viele dieser Vereine spielen sogar noch Klassen tiefer als RWE.
In Essen wird für weniger sinnvolle Projekte Geld verschleudert.
Als Beispiel möchte ich mal den Kirmesplatz an der Gladbecker Straße nennen. Der wurde erst mit hohem Geldaufwand für die Schiffschauckelbremser hergerichtet und als sich noch nicht einmal mehr ne Losbude darauf stellen wollte, wiederum für 400.000€ umgebaut, damit sich ein paar Figuren, in schönem Ambiente mit Drogenabhängigen Prostituierten vergnügen können.
Anscheinend halten die Herren der WAZ diese Ausgaben für sinnvoller, was ich natürlich auch verstehen kann, wenn man das Freizeitangebot häufig nutzt.
Desweiteren möchte ich den Redakteuren und Journalisten noch einen gut gemeinten Rat geben.
Wenn Ihr meint das Vorstände von EVONIK,RWE ERNERGIE; THYSSEN u.s.w. euch respektieren, nur wiel ihr zu irgendwelchen blödsinnigen Empfängen oder Galas euch an deren Buxe reiben dürft, dann seit ihr auf dem Holzweg und
Ihr könnt denen oben unten und sonstwo ...... ihr gehört nicht dazu und werdet nie dzugehören.
Ihr seit für diese Herren nur Werkzeuge und Schreiberlinge um Ihre Interessen problemlos zu kommunizieren.
Und Polzine und Blasiuze dürfen wenn sie nicht die gewünschte Meinung verbreiten, wieder für die St.Pauli Nachrichten oder das Apothekerblatt schreiben.
Wenn, dann outet Euch doch richtig.
Schreibt doch: Alle Essener unter einem Jahresgehalt von 250.000€ raus aus Essen. Aber dann müsst ihr auch weg.
Anschließend schafft Ihr eine Stadt ähnlich der Trumann Show und widmet Euch nur noch der Hochkultur.
Und wenn Ihr mal mit dem niedrigen Volk in Kontakt kommen wollt dann geht Ihr in die Gelsenkirchener Turnhalle und guckt euch die Primitiven Schreihälse aus der Ferne an und fühlt Euch groß, mächtig und erfolgreich.
Also, egal ob Essen vierte, fünfte oder Thekenliga spielt, solange ihr es nicht schafft die von Euch verachteten Normalbürger der Stadt Essen umzusiedeln, solange werdet ihr keinen Erfolg haben einen Verein wie unser ROT WEISS ESSEN 1907 zu beerdigen.
P.S.
Die Übernahme einiger Ostdeutscher Zeitungsverlage nach der Wende und die damit verbundenene Übernahme einigen Personals bringt mich zu der Vermutung, dass bei der WAZ mittelerweile die Arbeitsweise einer Presse wie die des NEUES DEUTSCHLAND Einzug gehalten hat.
Seit dann wenigstens so Konsequent und bennent Euch von WAZ in NEUES ESSEN um.