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Westerwelle will zu viel

06.01.2010 | 17:22 Uhr

Noch strahlt von Schwarz-Gelb nichts ab.

Aber Guido Westerwelle hat dem Bündnis bereits eine Laufzeitverlängerung verordnet. Ein Jahrzehnt soll sie währen, die „geistig-politische Wende”, die der Alleinherrscher der FDP anstrebt.

Wer nur die Gegenwart verwalten will, ist fürs Regieren ungeeignet, sagt er. Geht es auch eine Nummer kleiner? Gerade der FDP täte – Stichwort: Steuersenkungs-Mantra – mehr Realitätssinn und die Lust auf handwerklich gut gemachtes Krisenmanagement gut.

Guido Westerwelles programmatischer Vorwärtsdrang zwingt die FDP, die personell an der Spitze ausgezehrt scheint, in eine neue Erwartungsschleife. Unnötig. Sie hat alle Hände voll zu tun, die Verwerfungen des global vernetzten Alltags zu bewältigen. Wähler, gerade in wirtschaftlich unstabilen Zeiten, verzeihen weder Hirngespinste noch Versprechen, die in Rechthaberei umschlagen.

Das Überlaufbecken bürgerlichen Unmuts und verprellter Sozialdemokraten kann sich schnell wieder leeren. Die FDP wäre dann nicht mehr gewesen als ein zeitlich befristeter Ort der Zuflucht.

Dirk Hautkapp

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