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Westerwelle und die Grünen - es passt einfach nicht
16.05.2009 | 08:59 Uhr 2009-05-16T08:59:00+0200
Essen. Mancher träumt von einem grün-gelben Bürger-Projekt im Rahmen einer Ampel-Koalition - wahrscheinlich vergeblich. Neben den zu geringen inhaltlichen Schnittmengen gibt es eine menschliche Antipathie, die nicht mehr zu überwinden ist.
Man soll sich von den medialen Pirouetten nicht täuschen lassen: So schnell kommen Grüne und Liberale nicht in einer Ampel-Koalition zusammen, mag FDP-Chef Guido Westerwelle derzeit auch gern mal anderes andeuten. Es sind nicht nur die inhaltlichen Differenzen auf vielen wichtigen Politikfeldern, die dagegen sprechen, es ist auch die menschliche Dimension. Liberale und Grüne können sich schlicht nicht leiden. Sie schleppen Antipathien mit sich herum, die bis in die Jugend zurückreichen, somit sehr tief eingelagert sind.
Feinde auf dem Schulhof
Viele werden sich erinnern: Auf jedem ordentlichen Gymnasium gab es in den 1970er Jahre zwei Gruppen, die sich nicht mal ignorierten, so sehr haben sie sich verachtet. In der einen Ecke des Schulhofs standen Typen, die alle aussahen wie der junge Jürgen Trittin und auch genau so dachten: Linkssein war Ehrensache, Sekundärtugenden wie Fleiß und Disziplin galten als das Letzte, lässige bis abgerissene Kleidung und lange Haare waren Pflicht.
In gehörigem Sicherheitsabstand trafen sich sauber gescheitelte Streber, die gebügelte graue Stoffhosen trugen und ihre Hausaufgaben im Aktenköfferchen verstauten. Auf Wunsch des Herrn Papa war schon weit vor dem Abi ein Jurastudium in einer Langweiler-Stadt wie Bonn beschlossene Sache. Die Streber waren früh Gealterte, die in der Jungen Union mitarbeiteten (die FDP war seinerzeit zu links), die aufgeregt auf den Zehenspitzen wippten, wenn ein Mädchen sie ansprach, und die auch noch gut in Mathe waren. Mit einem Wort: Sie verströmten schon damals einen Habitus wie Guido Westerwelle noch heute.
Die Instinkte funktionieren noch
Natürlich hat sich seither im Äußeren einiges abgeschliffen. Die Trittins tragen Anzüge und wissen die gehobene Lebensart zu schätzen, die Westerwelles haben ihre penetrante Wohlanständigkeit reformiert und kokettieren mit einer Leben-und leben-lassen-Mentalität. Für ein gelb-grünes Bürger-Projekt, von dem manche träumen, reicht das aber ebensowenig wie die paar inhaltlichen Schnittmengen in der Innen- und Rechtsstaatspolitik. Die linken Instinkte der Grünen funktionieren im Zweifel zuverlässig wie ein Uhrwerk, die liberal-konservativen der FDP auch. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Es ist verräterisch, dass man auf Parteitagen der Grünen mit einer Parole wie „Guido verhindern” immer noch frenetischen Applaus erntet. Das alte Feindbild ist halt ebenso hellwach wie das liebgewonnene Selbstbild als tapfere Kämpfer für das Gute und Schöne, das Soziale und Nachhaltige. Dass viele Grüne im wahren Leben längst bürgerlicher sind als manche Liberale, spielt dabei keine Rolle. „Guido verhindern” weckt das wohlige Gefühl auf der richtigen, auf der coolen Seite des Lebens zu stehen - wie damals auf dem Schulhof.
Auf Gedeih und Verderb an die Union gekoppelt
Und selbstverständlich funktionieren auch die umgekehrten Reflexe. FDP-Liberale sind stolz darauf, dass ihre Klientel das Geld verdient, das die Grünen dann für allerlei idealistischen Unsinn zum Fenster hinauswerfen - so oder ähnlich ist es auf dem laufenden Bundesparteitag wieder zu hören. Auch die FDP braucht ein klares Feindbild, um die Reihen zu schließen. Westerwelles Warnung vor einem Linksruck in Deutschland weist die Richtung.
Die FDP hat in Wahrheit keine Wahl: Der Parteichef und mit ihm die zahlenmäßig große, tonangebende „Generation Guido” sind auf Gedeih und Verderb an die Union gekoppelt. Gäbe es daran ernsthaft Zweifel, würden die schönen Umfragewerte schmelzen wie der Alpen-Schnee in der Maisonne. Nur als rechtsliberale Partei besetzt die FDP in jeder Hinsicht eine Marktlücke. Westerwelle weiß das ganz genau.

16:46
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Westerwelle und die Grünen - es passt einfach nicht
Die Westerwelle und das Grüne passen nicht zueinander?! Wen wundert es?? Mich nicht!
Beide Parteinen, unabhängig von ihren Spitzenkandidaten, sind völlig unwählbar.
Ich möchte nur die Trottel kennen, die den Freien Demokraten und den Grüne(n) ihre Stimme bei der EU-Wahl gaben...
Ist doch unglaublich - so einen Nonsens zu fabrzieren..
14:37
Früher auf dem Schulhof standen die Junge-Union-Spießer und die FDP-Popper immer zusammen, langweilten sich, weil sie keine Mädels abbekamen. Das spürt man heute noch.
11:44
Beim Lesen dieses Artikels meine ich meine eigene Schulzeit deutlich wiederzuerkennen. Auch wir hatten natürlich mehrere Gruppen in der Stufe, darunter einerseits die Linken-Grünen-Kiffer und andererseits die Jung-Unionisten-Liberalen mit all den im Artikel genannten Besonderheiten. Auf einen Aspekt möchte ich aber besonders hinweisen: während die Jung-Unionisten-Liberalen die Nichtdazugehörigen allenfalls mit Nichtbeachtung straften, gefielen sich die Linken-Grünen-Kiffer sehr darin, anders eingestellte oder aussehende Mitschüler, insbesondere auch die keiner Gruppierung angehörenden Außenseiter, runterzumachen und zu mobben. Dieses Verhaltensmuster hält bis heute an: Guido verhindern und ähnliche persönlich angreifende Sprüche hört man meist nur von der einen (linken) Seite, die angeblich für das wahre Gute steht, tatsächlich aber modische und anti-individuelle Züge hat. Hier finden sich viele Leute, die sich (wie bspw. unser lieber Joschka Fischer) zunächst dem - linken - Mainstream anschließen, dann aber schnell bürgerlicher (und Anzugträger, pfui!) werden, wenn sich der berufliche Erfolg einstellt. Links wählen und reden und rechts leben, was für ein scheinheiliges Lebenskonzept!
12:59
Die FDP ist doch nur noch wirtschaftsliberal – die Partei für Bürgerfreiheit und zukunftsfähige Innovationen sind die Grünen, siehe „Green new deal“ oder der „grüne neue Gesellschaftsvertrag“. Die Neoliberalen haben doch mit „freie Fahrt für freie Bürger“ und „der Markt wird es schon richten“ das jetzige Chaos (Wirtschafts-, Klima- und Sozialkrise) mit angerichtet!
14:42
Eines ist sicher: Steuersenkungen wird es auch dann nicht geben, wenn FDP und CDU/CSU gewinnen sollten.
13:20
Das kleinere Übel: mehr Stimmen für die FDP und eine bürgerliche Regierung. Mit Rot und Grün kommt unser Land nicht weiter. Wer erst abzockt, kann die Wirtschaft niemals fördern. Die Wirtschaft muss laufen, das bringt Arbeitsplätze und dann steigen die Staatseinnahmen. Rot und Grün werden das nie begreifen.
11:54
Einer wie Westerwelle hat doch noch nie ernsthaft gearbeitet..
Die FDP ist doch eigentlich Realsatire, auch keine Lösung der aktuellen Probleme. Eher selbst ein Teil des Problems. Hätten die mehr zu sagen gehabt in den letzten 10 Jahren, dann wären die Probleme noch viel größer.
Genauso Weltfremd wie die Grünen, dabei aber noch asosozial...
11:15
Regierungsbeteilgung seit 1969 (in Jahren)
FDP 29
SPD 24
CDU/CSU 20
Grüne 7
Also,lieber Fallari,das waren in den letzten 40 Jahren insgesamz 29(!) Jahre mit einer Regierungsbeteiligung der FDP.Das reicht doch wohl...
10:42
Regierungsbeteiligung im Bund seit 1998 (in Jahren):
SPD 11
Grüne 7
CDU/CSU 4
Höchste Zeit, dass die FDP mal wieder Verantwortung übernimmt.
10:11
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