Rechtsextremismus : Neonazis attackierten Linienbus in Marl
Marl. Neonazis stürmten in Marl in der Silvesternacht auf einen öffentlichen Bus zu, zerstörten eine Fensterscheibe und prügelten auf die Insassen ein. Hintergrund ist eine Fehde mit der autonomen Szene. Der Staatsschutz ermittelt.
Das neue Jahr war nicht einmal drei Stunden alt, da gab es in Marl schon wieder einen höchst unschönen Vorfall mit politischem Hintergrund: Vier Männer, die laut Polizeisprecher Andreas Wilming-Weber dem „rechten Spektrum” zuzuordnen sind, attackierten einen Linienbus der Vestischen, zerstörten eine Fensterscheibe, schlugen auf Fahrgäste ein und verletzten eine Insassin.
Neonazis stürmten in Marl in der Silvesternacht auf einen öffentlichen Bus zu, zerstörten eine Fensterscheibe und prügelten auf die Insassen ein. Symbolbild
Foto: ddp
Seit Jahren schwelt in der Chemiestadt ein Streit zwischen zwei verfeindeten Gruppierungen, „zwischen Personen, die politisch ganz offensichtlich nicht auf einer Wellenlänge liegen”, sagt Wilming-Weber. Auch der Stadtrat hat sich mit dem Konflikt zwischen Rechtsradikalen und der autonomen Szene schon beschäftigt. Beleidigungen sind an der Tagesordnung, Körperverletzungen, Anzeigen. „Wenn sich die besagten Personen auf der Straße treffen, kommt es immer wieder zu Straftaten.” Auch die vier Männer, die nun als Tatverdächtige gelten, seien in diesem Zusammenhang schon aufgefallen, „sie sind längst keine Unbekannten mehr”.
Vier Männer stürmten auf den Bus los
Die vier Angreifer (19, 19, 20 und 30 Jahre) hatten zunächst Silvesterraketen auf der Straße abgefackelt, so die Polizei, seien dann plötzlich Richtung Linienbus gestürmt, der an der Haltestelle Hochstraße stand. Offenbar hatten die Mitglieder der Gruppe ihre ungeliebten Bekannten als Fahrgäste ausgemacht, darunter ein 20-jähriger Marler und dessen Begleiterin (25) aus Bayern.
Es hagelte Beschimpfungen, dann flog eine Bierflasche gegen den Omnibus. Eine Scheibe zersplitterte, und durch diese habe dann einer der Tatverdächtigen mit einem Holzstiel auf mehrere Insassen eingeprügelt. Anschließend seien die Männer in einen Hauseingang geflohen.
Die 25-jährige Besucherin aus Bayern erlitt derart schwere Verletzungen, dass sie vorübergehend in ein Krankenhaus kam. Ebenso wurde einer der Angreifer eingeliefert, der wegen Blessuren an der Hand sogar für längere Zeit ins Hospital musste. Dass die Geschichte nicht gänzlich unpolitisch ist, zeigt auch der Fakt, dass der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen hat.















