Bundesgerichtshof
Noten für Lehrer auf Spickmich erlaubt
23.06.2009 | 19:10 Uhr 2009-06-23T19:10:00+0200
Karlsruhe/Essen. Schüler dürfen ihre Lehrer weiter im Internet benoten. Das entschied der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe und wies eine Klage einer Deutschlehrerin aus Neukirchen-Vluyn zurück. Das ändert allerdings nichts an der Kritik an dem Portal Spickmich.
Die Richter wiesen damit die Klage einer Deutschlehrerin aus Neukirchen-Vluyn zurück, deren Unterricht im Internetportal „spickmich.de” von Schülern mit der Note 4,3 bewertet worden war. Die Pädagogin war zuvor schon in zwei Instanzen gescheitert.
Recht auf Meinungsfreiheit
Das Recht der Schüler auf Meinungsaustausch und freie Kommunikation wiege schwerer als das Persönlichkeitsrecht der Lehrerin, befand das Gericht. Die Bewertungen auf „spickmich.de” seien keine Attacke auf die Privatsphäre der Lehrerin, sondern lediglich „Meinungsäußerungen” über ihre berufliche Tätigkeit und darüber hinaus keineswegs schmähend oder beleidigend.
„Das ist ein großer Tag für die deutschen Schüler und für die Meinungsfreiheit. Die Justiz hat im Sinne der elektronischen Medien entscheiden”, sagte Manuel Weisbrod, Geschäftsführer von „spickmich.de”, kurz nach dem Urteil zur WAZ. Der BGH stellte allerdings klar, dass das Urteil eine reine „Einzelfallentscheidung” sei. Es könne nicht auf sämtliche Bewertungsportale im Internet übertragen werden. Benotet werden nämlich in diversen Portalen nicht nur Pädagogen, sondern auch Ärzte, Universitätsprofessoren, Handwerker und andere.
Auch Schülervertreter kritisch
Die NRW-Landesschülervertretung findet das Karlsruher Urteil zwar grundsätzlich richtig, übt aber gleichzeitig Kritik an „spickmich.de”. „Man muss nicht alles ernst nehmen, was dort verbreitet wird. Es wäre viel schöner, wenn es in den Schulen die Gelegenheit gäbe, Unterricht zu bewerten. An den Universitäten werden ja auch Fragebögen zur Qualität der Lehre verteilt”, erklärt Schülervertreterin Dilan Aytac auf Nachfrage dieser Zeitung.
Das Portal „spickmich.de” hat nach eigenen Angaben 1,1 Millionen registrierte Nutzer. Im System finden sich die Namen von 450 000 deutschen Lehrern. 300000 haben schon Noten bekommen in Kriterien wie „cool und witzig” oder „guter Unterricht”.
Die Lehrerin, die sich öffentlich an den Pranger gestellt fühlte, wurde von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) unterstützt. Sie hatte gefordert, dass ihre Daten auf der Bewertungsplattform gelöscht werden. Der Deutsche Lehrerverband kritisierte die Entscheidung der Richter scharf: Der BGH habe die Persönlichkeitsrechte von Lehrern einer anonymen Internet-Beurteilung durch Schüler untergeordnet.

12:13
Wer spickmich kann, der sollte auch Kopfnoten aushalten.
17:40
www.richter-benoten.de
ist online! Hier kann man fachmännisch Richter benoten...
17:38
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18:43
Grundsätzlich sollten - wie im gesamten Leben - nur derjenige eine andere Person beurteilen, der auch dazu in der Lage ist. In der Regel können Schüler vielleicht noch das freundliche Auftreten ihrer Lehrer beurteilen ! Allerdings ist selbst dies eine sehr subjektive Sache !
Über Testgütekriterien, wie Objektivität , Reliabilität
oder Validität lohnt es sich bei dem zu Grunde gelegten Raster von spickmich.de nicht ernsthaft zu reden.
Bleibt resümierend der Rat an alle Lehrer, sich über diese Art der Kritik bestenfalls gut zu amüsieren. Getreu dem Motto Was juckt es die starke Eiche, wenn sich eine Wildsau an ihr scheuert ? ....
runningvalentino
21:32
Anomym ist keine Lösung! Vielfach keinen Arsch und keine gerade Haltung in der Hose bzw. im Rücken, aber ein große Backe riskieren.
Mensch zeigt EUCH, damit Chanchengleichheit besteht.
P.S.
Ich weiß mich auf jeden Fall - z. Zt. auch noch anomym - zu wehren! Lasst EUCH überraschen!
09:29
@10
das portal kann nicht missbraucht werden.
grund: diese bewertungen haben keinen einfluss auf deren job...leider.
wo besteht somit die gefahr des missbrauchs?
09:28
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09:20
wo ist das problem der lehrer?
angst davor den spiegel vorgehalten zu bekommen? zu sehn wie schlecht man ist bzw. wie schlecht man bei den schülern ankommt?
es ist nur schade das diese bewertung nicht zur beruflichen eignung heran gezogen wird. denn dann würden einige lehrer nicht nur einen 08/15 unterricht abziehen.
ein klarer vorteil von privatschulen!
wie schon anders wo erwähnt...liebe lehrer..seht es mal als anreiz etwas mehr zu tun als nur schema f.
09:18
Lehrer sollten das Portal als Chance begreifen. Jeder, auch Lehrer brauchen ein Feedback. Ein schlechtes Ergebnis geht nicht gegen die Person als Lehrer sondern beurteilt die Qualifikation die Lehrer verbessern kann. Eine Frage noch, warum beschweren sich nicht Lehrer, die gut beurteilt werden?
08:23
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