Klimaschutz
Kraftwerk in der Kritik
31.03.2009 | 09:03 Uhr 2009-03-31T09:03:00+0200
Datteln. Umweltschützer halten eine geplante Testanlage zur CO2-Abscheidung in Datteln für kontraproduktiv. Laut dem Bund für Umwelt und Naturschutz würde die Pilotanlage den Wirkungsgrad des Kraftwerks um bis zu zehn Prozent senken. Die Technik berge auch langfristig Schwierigkeiten.
Umweltschützer protestieren gegen ein geplantes Pilotprojekt zur Abscheidung von Kohlendioxid am Kraftwerk Datteln. Der klimaschädliche Stoff soll aus aus dem Abgas des alten Kraftwerks gefiltert werden. Dieser ältere Block III solle in vier Jahren ohnehin vom Netz gehen, sagt Thomas Drewitz, Sprecher der Bezirksregierung Münster. In spätestens drei Jahren schon solle der benachbarte Neubau Strom liefern.
Kritik: "Sehr energieintensiv"
Das Genehmigungsverfahren für die Anlage läuft derzeit, die Bezirksregierung kümmert sich um einen entsprechenden Antrag des Energiekonzerns Eon. „Ziel der Anlage ist es, den Energieeinsatz zu reduzieren”, sagt Drewitz. Die Anlage solle getestet werden, um anschließend ins Ausland verkauft zu werden. Das Treibhausgas Kohlendioxid werde zunächst aus dem Abgas herausgefiltert, um es hinterher wieder in den Abgasstrom einfließen zu lassen.
Die zeitlich befristete Testanlage bringt dennoch den Bund (für Umwelt und Naturschutz) auf den Plan. Nach Meinung der Umweltschützer ist die „CO2-Abscheidung sehr energieintensiv”. Die Wirkungsgrade der Kraftwerke – also die Effizienz der Energieumwandlung – verringerten sich um durchschnittlich zehn Prozent. Im Gegensatz zu dieser Einschätzung erwartet die Bezirksregierung keine „nachteiligen Umweltauswirkungen” – im Gegensatz zum BUND – nicht.
Endlager ungeklärt
Auch langfristig hält der Bund das Projekt für kontraproduktiv im Sinne einer Wende hin zu erneuerbaren Energien. Am Ende sei eine CO2-Lagerung erforderlich, um das abgetrennte Treibhausgas dauerhaft zu speichern. Der rechtliche Rahmen für Endlager sei ungeklärt. „Wer übernimmt die Haftung für eine CO2-Lagerung, die unendlich lang sein muss, da CO2 im Gegensatz zu Atommüll keine Halbwertzeit hat?”, fragt der Bund. „Wer versichert die Speicherung?
Befürchtungen des BUND, Eon wolle über dieses Genehmigungsverfahren das alte Kraftwerk länger am Netz halten, kann Drewitz nicht nachvollziehen. „Dieses Genehmigungsverfahren ist keine Legitimation für den Weiterbetrieb”, erläutert Drewitz.
In ganz Deutschland werden zurzeit Techniken getestet, die CO2-Ausscheidungen reduzieren sollen. Hintergrund ist auch, dass die Firmen künftig über Zertifikate für den Ausstoß von Klimagasen zur Kasse gebeten werden.

22:26
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11:43
@ #4
Na klar, das Einlagern ist wirklich eine bescheuerte Idee. Wir blasen das Zeug einfach weiter in die Atmosphäre und in 30 Jahren brauchen wir dann keine Kohlekraftwerke mehr, weil es so warm geworden ist, dass wir nicht mehr heizen müssen.
Ihre Argumentationskette ist genial stringent und kaum zu widerlegen.
10:01
>>Das Treibhausgas Kohlendioxid werde zunächst aus dem Abgas herausgefiltert, um es hinterher wieder in den Abgasstrom einfließen zu lassen<<
Klingt voll logisch - wenn man Abgasuntersuchungen umgehen oder deren Ergebnisse verschönern will... da kann man auch mal ruhig etwas mehr Energie verschwenden, um das Gas erst raus zu filtern, um es dann wieder an anderer Stelle einzuleiten, wo zufällig keine CO2 Meßstation eingerichtet wurde!...
Und was sind schon 10% Investition? Wenn EON so Geld sparen kann! Logisch!
Fakt ist, eine verantwortungsvolle und langfristige Lösung hat keiner. Außenstehende werden von EON bei vollem Bewußtsein für dumm verkauft, Bezirksregierungen inklusive.
Und CO2 Einlagerung ist wohl die dümmste Idee seit.... tja, da fallen mir so einige Geistesblitze ein... zumindest würden wir das massenhafte Entweichen (blubb) alle sofort zu spüren bekommen und niemand muss auf Verstrahlung, verseuchtes Wasser und auf die Langzeitschäden warten.
Oder wollen die es etwa energieintensiv als Trockeneis speichern?! Gerne am Meeresboden?! Da macht EON dann wenigsten auch noch ein Geschäft mit dem selbst produzierten Müll... Ich liebe profitbringende Kreisläufe!
Doch der Rattenschwanz an Problemen, die sich langfristig lediglich potenzieren, bleibt.
Ich würd sagen, Pipeline zum Mars und alles dorthin pumpen. Da ist es dann weit genug weg, der Druck und die Temperatur stimmen auch. Und EON bekommt meinetwegen auch den Zuschlag für DIE Anlage!
Übrigens: Wurde das Foto montiert?! Oder steht die Anlage jetzt in Suderwich?!
09:50
#1 was heisst hier gesponnen? Wären in den 80ern nicht Maßnahmen zur Eindämmung der Übersäuerung getroffen worden, wäre der Schwarzwald in Teilen wohl nicht mehr da. Lies mal die alten Waldzustandsberichte. (http://www.bmelv.de/DE/06-Forstwirtschaft/Waldberichte/Waldzustand2008.html).
08:55
Neue Lösungen & neue Denkansätze sind notwendig. 1. Vermeidung von CO2 und anderer Klimagase muss erste Priorität haben (überzeugende Konzepte - Fehlanzeige), 2. Klimakillermonster (Kohlekraftwerke) wie in Lünen & Krefeld müssen der Vergangenheit angehören (riesige CO2-Schleudern können doch nicht alle Bemühungen für Jahrzehnte wieder zu nichte machen)
3. sicher kann CO2 eingelagert werden, aber es gilt die Rechtslage, Sicherheit und langfristigeVerantwortlichkeit verbindlich sicherzustellen. Ein zweites Endlagerdesaster wie bei KKWs darf es nicht geben!!
07:58
BUND? Haben die sich nicht in den 80ern das Ende des Schwarzwaldes aufgrund von saurem Regen zusammengesponnen?