Wem gehört die LEG?
Hochhäuser der Roten Rose
24.06.2009 | 18:54 Uhr 2009-06-24T18:54:00+0200
Ruhrgebiet. Die Mieter kennen ihre Vermieter nicht mehr: Firmenkonstrukte, die kaum zu durchschauen sind.
Eigentlich sieht am achtstöckigen LEG-Haus am Baader Weg noch alles so aus wie vor einem Jahr, als es tatsächlich noch das LEG-Haus war. „LEG Dortmund GmbH” steht auf dem Firmenschild, „LEG Wohnen und mehr” über dem Schaukasten.
Es arbeiten auch weiterhin dieselben Menschen wie früher im LEG-Erdgeschoss, und wenn Mieter hier in der Großsiedlung Post bekommen vom Vermieter, steht „LEG” im Briefkopf. Alles wie immer. Wie es scheint.
Nur wer genau hingesehen hat wie Birgit Heider, dem ist aufgefallen, dass sich da im Briefkopf vor kurzem ein Zusatz eingeschlichen hat: „LEG Management” – was immer das heißt. Falls das was heißt. Heißt das was?
„Bestandsschutz haben wir ja”, sagt die Frührentnerin. Wem die Wohnungen heute wohl gehören mögen, in denen viele der Mieter schon Jahrzehnte wohnen, beunruhigt Heider wie viele andere auch: „Die werden wohl nicht mehr weiter renovieren”, schätzt sie, und: „So wie woanders auch, vermutlich alles Heuschrecken.”
Whitehall, eine Straße in London
Bei ihnen im Stadtteil Scharnhorst heißt die Heuschrecke Whitehall, jedenfalls dachten die Mieter das bislang: Eine Firma dieses Namens war gefeiert worden vor Jahresfrist, als Käufer der LEG. Doch eigentlich gibt es Whitehall gar nicht.
Whitehall ist nur ein Name, übrigens der einer Straße in London. Whitehall hat nicht einmal einen Wohnsitz, also: ein Büro mit Schild an der Tür (der Dortmunder Mieterverein hat mal einen Besuch versucht). Whitehall ist nur ein Name. So nennt England seine Regierung und die Investmentbank Goldman Sachs die Summe ihrer Immobilienaktivititäten.
Nach Recherchen des Mieterforums Ruhr vereinigt die Bank unter dem Whitehall-Dach elf Fonds mit Eigenmitteln in zweistelliger Milliarden-Höhe. Zwei treten in den Papieren als Käufer der LEG auf. Whitehall kommt dort nicht vor, es hat auch kein Gesicht – außer vielleicht das von John Gibson.
Der sitzt als Vertreter der Firmentochter Archon Group im Düsseldorfer LEG-Gebäude, als Direktor einer Abteilung „Mehrfamilienhäuser”. Aber helfen kann er womöglich nicht: „Der spricht kein Deutsch”, berichtet Helmut Lierhaus vom Mieterverein Dortmund. Gibsons Anrufbeantworter auch nicht, der meldet sich englisch mit amerikanischem Akzent.
Verwirrend? Das soll wohl so, vermutet Lierhaus: „Vielleicht ist das genau so gemeint.” Denn losgelöst vom Fall LEG haben die Mieter in vielen Siedlungen es heute mit undurchschaubaren Konstrukten zu tun: Namen mit festen Personen zu identifizieren, „ist nicht mehr”, so Lierhaus, es handle sich nurmehr um „Finanzgebilde” auf dem Papier. „Steuereinheiten”, sagt der Mieterschützer. „Mit Fleisch und Blut und Gebäuden hat das nichts zu tun.” Für den Mieter sei das „sehr abstrakt”. Er müsse verstehen, „dass seine Wohnung nur noch ein Finanzplatz ist”.
Spielräume werden „radikal ausgenutzt”
In der Tat tragen die Firmen, die die LEG erworben haben, skurril klingende Namen wie „Rote Rose”, „Lancaster GmbH&Co. KG”, „Restio B.V.” und „Perry Lux Co S.a.r.l.”, über die spekuliert wird, dass sie eigens zum Kauf der LEG-Anteile gegründet wurden.
Im Handelsregister sind als LEG-Eigentümer Lancaster (82,7 Prozent) und Rote Rose (15,43) eingetragen, beide unter der Adresse der LEG-Zentrale. Bekannt wurde auch, dass LEG-Geschäftsführer Thomas Hegel gleichzeitig Chef der beiden Käufergesellschaften Lancaster und Rote Rose ist.
Dieses Verfahren sei „üblich” und diene der „einheitlichen Steuerung der LEG-Gruppe”, so die LEG. Übrigens ist Lancaster auch Gesellschafter der Ruhr-Lippe Wohnungsgesellschaft.
Verpackt, verschachtelt, verfremdet. Gerade letzteres bekommen die Bewohner zu spüren, in Scharnhorst etwa so: „Wenn früher die Glühbirne im Treppenhaus kaputt war, ging man zur LEG, da bekam man dann zehn Birnen mit dem Satz ,Das muss jetzt eine Weile reichen'”, erinnert sich Werner Koch aus dem Mieterbeirat: „Das ist heute nicht mehr drin, die Kleinreparaturen werden nicht mehr gemacht.” Die großen schon, aber „das wird sich jetzt von Jahr zu Jahr verschlechtern”.
Eine Siedlung mit zwei Gesichtern
Denn das ist die Erfahrung des letzten Jahres: Whitehall hat die Renovierungen ausgeführt, zu denen sich noch die LEG verpflichtet hatte, dann kam nichts mehr. Scharnhorst ist heute eine Siedlung mit zwei Gesichtern.
Hell, freundlich, durchrenoviert in einem Teil; bröckelnde Balkone, Graffiti, ausgerissene Briefkästen im anderen. „Wir waren froh, dass unser Block noch saniert wurde”, sagt der Rentner Horst Tiedmann: „Aber für die ganze Siedlung ist das beunruhigend, was sind das für Leute, sind das etwa nur solche Geldsammler?”
Erst gestern meldete sich wieder eine Düsseldorferin und klagte über eine Mieterhöhung. „Die haben alle Spielräume radikal ausgenutzt”, sagt Lierhaus, selbst in sozial schwachen Stadtteilen, wo die LEG „früher mehr Fingerspitzengefühl” gehabt habe. Auch sei Whitehall „immer bereit zu klagen”. „Whitehall”, sagt auch Lierhaus immer noch, das ist der Name, der bleibt, der Name, den auch die Mieter kennen: „Die anderen tauchen im Alltag ja gar nicht auf.” Denn die Mitarbeiter der LEG sind ja geblieben wie der Name auf den Briefen. Nur „Wohnen und mehr” klingt jetzt anders.

18:13
Nur zur Information: Die Behauptung über den einjährigen Geschäftsführer ist Humbug. Laut Handelsregister ist das Geburtsdatum von Gerardus Nicolaas Meijssen der 29. August 1966. Der fragliche Text ist auch sang- und klanglos von derwesten.de verschwunden, aber eine öffentliche Korrektur hält man dem Leser gegenüber wohl nicht für notwendig.
18:49
habe mal versucht die adresse des kleinen gerardus nicolaas meijssen zuermitteln -- ist wohl strawinskylaan 1161, 1077 XX amsterdam-- dort hat auch whitehall wie auch restio ihren firmensitz - dieser kleine knirps ist auch geschäftsführer einer hotelkette ( u.a. in kroatien) wo der eigentümer wiederum goldman sachs whitehall ist.-- mal was anderes: wenn herr hegel geschäftsführer der leg-nrw gmbh war -- also direkt auch an den verkauf der leg beteiligt war und jetzt auch noch geschäftsführer der lancaster gmbh - weiße rose gmbh- rote rose gmbh ist -- wäre doch was für die staatsanwaltschaft wg. insider-wissen -- ist schon alles merkwürdig --
14:00
Artikel in der WAZ vom 25.06.2009 : Hochhäuser der Roten Rose -
Die Mieter kennen ihren Vermieter nicht mehr, zahlen aber immer mehr Miete für immer weniger Unterstützung.
Mafia in NRW
Jetzt ist die Mafia bei uns auch hier im Lande
Das Land kriegt es nicht mit – welch eine Schande
Wie konnte denn nur so was hier passieren,
die feinen Herren mit dem Schlips – sie schmieren?
Wer hat sich denn gekonnt was rein getan?
Was ist denn das hier alles für ein Wahn?
Da kommen schmierig-ölige Patrone
Mit Goldzahn und mit Anwalt aus Leone?
Nein nein, so sagt der Oberste vom Fache,
das alles sei ganz üblich, denn es mache
gewaltig Sinn. Auch mehrfach zu verschachteln.
Da gäb’ es absolut auch nichts dran zu verachten.
Was war geschehen: Das Land verkaufte seine
Anteile von der *LEG für kleine
Millionmillionmilliönchen an so Unterfirmen
Und tat die Firmen so von Steuerschuld abschirmen.
Jetzt wohlgemerkt: Der Land-Finanzminister,
der hat persönlich das in dem Register,
denn er tat es doch vor der WAZ benennen
und zu dem Umstand tat er sich bekennen.
Doch jetzt kann keiner mehr den Eigentümer nennen,
die Mieter sind betroffen und sie können
nicht mehr erwarten, dass die Mieten bleiben,
und auch saniert wird nicht mehr, tun sie schreiben.
Und wenn man schaut nun, wem gehört das Ganze,
dann wird es richtig lustig wie zum Tanze:
Geschäftsführer, das keine Scherze sind,
von einer Firma ist ein kleines Kind!
So werden die Millionen hier vergeben.
Die Leute stellen sich hin: So ist es eben!
Und selbst die Unterfirmen: Heißen sie Vendetta (Blutrache)
Dann sagt dem Land das nichts. Herr, wo sind unsere Retter??
Der Schmutz ist vollends angekommen hier im Lande,
und es gibt sicher viele, welche Schande
für die es sich dann sicher auch wohl lohnte,
von denen keiner je in solcher Wohnung wohnte.
Ihr CDU- und SPD- Mutanten
Und FDP- und GRÜNE-Hirnverbrannten
Was tut ihr und was habt ihr schon getan??
Und was tut ihr uns sonst noch alles an??
© carlo tarrasqua
12:57
Unsere Väter (und auch Mütter) haben nach dem Krieg Firmen gegründet, Häuser gebaut, Kapital für die Zukunft angespart. Die Grundlagen für unseren Wohlstand. Wir verschleudern das Erbe und verpulvern unser Vermögen für den kurzzeitigen Gewinn. Investoren freuen sich über soviel Naivität. Die Enkelkindern zahlen die Rechnung.
11:58
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11:37
Es ist schon abenteuerlich, wenn ein Finanzminister sich als Herr leerer Kassen rühmt, die Einnahme von 23,4 Mio. Euro Grunderwerbsteuer erfolgreich umgangen zu haben!
Zusammen mit 37 Mio. Euro Verlust durch Fehler bei der Abwicklung des Kaufvertrages, wie der Landesrechnungshof festgestellt hat, hat Herr Linssen dem Land einen Schaden von über 50 Mio. Euro zugefügt.
Darüber hinaus wird das Land im „worst case“ bei Nichteinhaltung der Sozialcharta durch die neuen Eigentümer mit 300 Mio. Euro zu Kasse gebeten.
Die Täuschung des Landtages, der Mieter, der Beschäftigten und der Öffentlichkeit über die wahre Eigentümerstruktur der verkauften LEG setzt dem ganzen nur noch die Krone auf. Herr Linssen: Wann kommt der Rücktritt?
08:33
Steinbrück beleidigt und verunglipft die so genannten Steuerparadiese und Linssen räumt ein, durch die Konstruktion mit den Untergesellschaften hätten die Erwerber 23,4 Millionen Grunderwerbunssteuer gespart. Ja simpfel gespart heisst es dann!!
Beihilfe zur Steuerhinterziehung würde man sofort anderen Ländern, wie der Schweiz & Co unterstellen....
08:28
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Alles nur eine Frage der Klientel!!!!!
Die FTP stellt keine Bürgermeister.
Ergo.
Helfen wir als Landesminister bei der Steuerhinterziehung
Was stören mich die betroffenen Kommunen.
Das ist heute deutsche Realpolitik!!!!!!!!!!!!
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23:25
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22:09
Und das machen die CDU/FDP Politiker in NRW ganz bewusst und ohne mit der Wimper zu zucken. Die kann doch nun wirklich keiner mehr wählen! So blöd können wir doch nicht sein, oder?
Ist das nicht verbrecherisch?