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Grüne Woche in Genf

12.03.2010 | 12:41 Uhr
Grüne Woche in Genf

Diese ohne Männer und Motoren undenkbare Kolumne gibt sich Mühe, ohne Schumi-Comeback auszukommen. Auch wenn es schwer fällt. Ersatzweise gibt es das Klinsi-Wiedererscheinen zu vermelden.

Im September 2007 wünschte sich der Chefredakteur von der sich ökologisch gebenden IAA in Frankfurt das Bild eines grünen Ferrari. Damals konnte ihm nicht geholfen werden. Zweieinhalb Jahre später auf dem (an diesem Sonntag endenden) Genfer Automobilsalon ist aus dem Wunsch Wirklichkeit geworden. Selbst der italienische Sport- und Rennwagenbauer, Sinnbild verschwenderischer Leistung ohne Rücksicht auf den Verbrauch, stellt in der Schweiz einen Hybridwagen aus, natürlich in der ökologischen Symbolfarbe Grün lackiert.

Bei Ferrari geht es natürlich auch beim zusätzlichem elektrischen Antrieb um ein Plus an Sportlichkeit und weniger um eine Minus an Treibhausgasemissionen. So trägt der vorgeblich viersitzige „Familien-Ferrari” F599 das Kürzel Kers im Beinamen. Mit Kers, dem System zur kurzfristigen Energieaufnahme und -abgabe, wollte man in der vergangenen Formel-eins-Saison das Hybridprinzip im Rennsport etablieren - vergeblich (Kers für die Formel eins, das ist jetzt Michael Schumacher). 100 PS leistet jetzt der zusätzliche Elektromotor an der Hinterachse des 599. Damit kommt der F599 Hy-Kers auf 720 PS.

Porsche überrascht auf der schweizer Automobilausstellung ebenfalls mit Hybriden, nicht nur einem, nein: gleich drei ganz unterschiedlichen Modellen. Der von den Japanern vor über zehn Jahren zur Serienreife gebrachte elektrische Zusatzantrieb, er ist bei den Europäern endlich angekommen. Der hybride Fünfer wird von BMW im nächsten (IAA-) Jahr auf die Straße geschickt.

Zwei E-Motoren für den Porsche 918

Porsche-Hybrid Nummer eins, späterer Einfluss in die Serie nicht gänzlich ausgeschlossen: der 918. In den Supersportwagen floß das volle Programm der Elektrifizierung: zwei E-Motoren, Lithium-Ionen-Batterie, verkleinertes, „downgesiztes” V8-Triebwerk mit „nur” noch 3,4 Liter Hubraum und über 500 PS. Das Elektropaket kommt auf über 200 PS, und soll solo bis zu 25 Kilometer weit kommen. Geladen wird an der Steckdose, nicht über Energierückgewinnung beim Bremsen. Der 918 Spyder soll beides können: mit drei Litern 100 Kilometer weit kommen und in Rekordzeit die Nordschleife umrunden. Wenn es denn je gebaut wird, dann als legitimer Nachfolger des Carrera GT. Der kostete 390 000 Euro netto.

Porsche-Hybrid Nummer zwei, weit weg von der Serie wie Zuffenhausen zu Fuß von Genf: Neben dem Spyder stellt Porsche noch eine Version 911 GT3 mit Schwungradenergiespeicherung, auch eine Idee im Rahmen des Kers-Programms in der Formel eins.

Porsche-Hybrid Nummer drei: VW präsentiert den Medien gerade den neuen Touareg mit Hybridantrieb. Dieses vom Geländewagen abgeleitete SUV wurde aber nicht nach Genf geschickt, um den VW-Premieren um den brandneuen Sharan nicht die Show zu stehlen. Die gleiche Kombination aus benzinbetriebenem Sechszylinder-Kompressormotor und 34 Kilowatt starkem Elektromotor steckt aber auch im artverwandten Cayenne-Modell auf dem Porsche-Stand in Genf. Allerdings nicht in Grün lackiert.

Klinsmann ist Botschafter von Hyundai

Jürgen Klinsmann und Hyundai vor dem Brandeburger Tor.

Und wo bleibt jetzt Klinsi? Klinsmann betätigt sich als neuer Markenbotschafter von Hyundai, dem Hauptsponsor der dritten Fußball-Weltmeisterschaft hintereinander. Kohle für Klinsi haben die Koreaner also genug.

Klinsmanns bayerischer Intimfeind Franz Beckenbauer ist gerade als Werbeträger zu Mercedes zurückgekehrt und hat dabei bekanntgegeben, dass er ja eigentlich nie richtig weg vom Stern gewesen sei: „Ich bin wieder zurück in der Mercedes-Familie”, sagte der Kaiser, der nach eigener Aussage schon in den Sechziger Jahren Mercedes gefahren ist.

Der Kaiser war Anfang der Neunziger Jahre mal Mitsubishi-Fahrer. Als Bayern-Präsident war er mit Opel verbandelt. Als Cheforganisator des Sommermärchens musste er sich wenigstens ab und zu mal in einem Hyundai sehen lassen. Jetzt hat der FC gerade den Multimillionen-Vertrag mit Audi verlängert, während der Ober-Ehren-Bayer wieder den Stern trägt.

Eine solche kaiserliche Karriere steht dem ehemaligen Käfer-Fahrer Klinsmann kaum bevor. Für Hyundai soll er aber 2014 noch in Brasilien beim Fußballfest im Einsatz sein. Mal sehen, welche Marke bis dahin der Franz fährt.

Gerd Heidecke

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Kommentare
21.03.2010
17:32
Grüne Woche in Genf
von The_dark_Side | #2

Was soll das den sonst sein??

14.03.2010
05:21
Grüne Woche in Genf
von jajaja | #1

Auf dem gezeigten Bild ist leider ein Lamborghini zu sehen!

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