Autoindustrie
GM lässt Bochumer Opelaner im Unklaren
06.11.2009 | 07:20 Uhr 2009-11-06T07:20:00+0100
Bochum/Berlin. Stellenstreichungen, mögliche Standortschließungen und Sanierungspläne: Der US-Konzern General Motors lässt die Opelaner in Bochum noch im Unklaren. Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer sieht schwarz und spricht von einem "Sterben auf Raten".
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Im Opel-Drama dominiert aus nordrhein-westfälischer Sicht die bange Frage: Was wird aus dem Standort Bochum? Auch ein eilig einberufener „Opel-Gipfel” in der hessischen Landesvertretung in Berlin wird darüber wohl noch keine Klarheit bringen. Beim Treffen der vier Ministerpräsidenten der Opel-Länder mit Kanzleramtschef Ronald Pofalla (CDU) und Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) am Donnerstagabend sollte es zunächst einmal um eine Bestandsaufnahme gehen.
Bisher ist in Berlin kaum mehr bekannt, als dass die US-Mutter General Motors (GM) ihre europäische Tochter Opel behalten will. Ein Sanierungskonzept liegt der deutschen Regierung noch nicht vor. „Es ist ein bisschen wie beim Spiel ,Mensch ärgere dich nicht': Zurück auf Anfang”, sagt ein Insider in Berlin.
Zu früh für Spekulationen
Für neue Verunsicherung sorgte am Donnerstag ein Bericht der FAZ. Das Blatt schrieb von einem Sanierungsplan der GM-Europaeinheit. Pläne, die aus dem Juni stammen, sehen die Schließung von drei Fabriken vor. Dazu zählen neben dem Standort im belgischen Antwerpen auch die Werke in Bochum und Eisenach. Die Fabrik in Antwerpen solle im April 2010 geschlossen werden, heißt es im „Viability Plan 2 Plus“, kurz: „VP2+“. In Bochum, wo rund 5000 Beschäftigte arbeiten, solle die Produktion 2011 auslaufen. Und das Werk in Eisenach mit 1400 Arbeitern werde 2010 dichtgemacht und erst 2013 für ein neues Modell des Corsa wieder eröffnet. Mittlerweile prüfe General Motors allerdings einen neuen Vorschlag für das Opel-Werk in Bochum, heißt es.
„Es ist noch viel zu früh, über einzelne Standorte zu spekulieren”, beteuerte ein Opel-Sprecher auf Anfrage. „Jetzt ist es an der Zeit, dass Verhandlungen beginnen und Details geklärt werden.” In jedem Fall drohen den bundesweit etwa 25 000 Opel-Beschäftigten tiefe Einschnitte. GM-Verhandlungsführer John Smith hatte den Abbau von 10 000 der 46 000 Jobs bei Opel in Europa angekündigt. Für den Erhalt des Werks in Bochum gebe es einen „sehr interessanten Vorschlag”, die Fabrik in Antwerpen werde wohl geschlossen, erklärte Smith noch reichlich nebulös.
Staatshilfe nur bei Standorterhalt
Die IG Metall macht Staatshilfen von klaren Zusagen der Opel-Mutter abhängig. „Staatliche Hilfen müssen an den Erhalt der Standorte, den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen und eine klare Perspektive für die Werke gekoppelt werden”, sagte IG Metall-Vizechef Detlef Wetzel dieser Zeitung. „Eine Sanierung durch GM kann nicht gegen den Willen der Belegschaften und der IG Metall stattfinden.” Auch der Bochumer SPD-Bundestagsabgeordnete Axel Schäfer, Chef der NRW-Landesgruppe, verlangt: „Es darf keine Bürgschaft oder Staatshilfe ohne Standortsicherung geben.”
Bei Unternehmen, die eng mit Opel verbunden sind, geht die Angst um. „Es hängen einige tausend Arbeitsplätze auch bei Zulieferern am Opel-Standort Bochum. Auch um diese Jobs geht es”, sagte Lothar Schneider vom Auto-Cluster NRW – einer Initiative der Landesregierung. Schneider warnte vor weiteren Insolvenzen bei Zulieferbetrieben.
Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen zeigt sich skeptisch, was Opels Zukunft im GM-Konzern angeht: „So weiterzumachen wie bisher, bedeutet für Opel ein Sterben auf Raten.” Dudenhöffer beschreibt ein Dilemma: Ohne Staatshilfe werde GM „knallhart Werke schließen”. Doch auch die Steuergelder seien schlecht angelegt. Dudenhöffer verweist auf die NRW-Landtagswahl, die Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) erneut gewinnen will. „Staatshilfe rettet vielleicht Herrn Rüttgers die Wahl, aber langfristig nicht den Standort Bochum.”

21:48
Ich gebe Bochum noch 3 Jahre,dann wird nicht mehr Opel,sondern der Döner das Rückrad der
Bochumer Industrie sein!
10:51
@ 4 Harry Boo,
sehr guter Beitrag.
Das was Jeremy Rifkin in der STUTTGATER ZEITUNG sagt wird auch so kommen.
Und das habe ich vor 20 Jahren schon behauptet, und wurde ausgelacht.
Aus diesem Grund raffen die Heuschrecken jetzt noch alles zusammen.
10:56
Wenn das Opel-Werk hier in Bochum geschlossen wird, kostet das den Kommunen regional wie auch überregional viel Geld.
Die Kaufkraft sinkt und Handel wie Handwerk muß um ihre Existenzen fürchten.
Es steht viel auf dem Spiel, die Politiker wie Frau Kraft und Herr Rüttgers wissen das. Also zeigt euch lieber solidarisch mit Opel und seiner Belegschaft, geht mit ihnen auf die Straße.
Wir sind das Volk: Der Turbokapitalismus hat uns die Krise eingebrockt, Wollen wir das wirklich???
12:22
Warum wird eigentlich so ein Geschiss um diese Autostory gemacht? Opel ist doch seid 10 Jahren ein Krisen Dauerthema und nur deshalb interessant weil es sich um schaffende Autobauer handelt, die Creme de la Creme der deutschen Industrie! Von mir aus können sie den Laden genauso runterfahren wie Arcandor. Hier gingen nämlich 50.000 Arbeitsplätze den Bach runter, ohne dass es Staatshilfen oder mehr als ein Achselzucken seitens der Politmafia gab. Achja, waren ja Dienstleister und dann auch noch Frauen. Aber selbst wenn man sie 1 : 10 aufwiegen würde, was die Opelaner ja tun, haut die Rechnung nicht hin. Denn auch bei Arcandor gab es Zulieferer, die jetzt platt sind.
Hiermit habe ich ein Vorschlag zum Unwort des Jahres: Opel oder als Alternative Einenkel!
12:04
Wer wissen will wie sich GM verhalten wird, braucht nur die Dokumentation Warum das Elektroauto sterben mußte auf Sky anzuschauen. Die amerikanischen Autohersteller sind völlig skrupellos und zerstören jeglichen Widerstand, der sie von ihrem Gewinn abbringen könnte. So haben sie in den 80er Jahren bereits Akkuhersteller aufgekauft und anschließend in den Boden gestampft sowie ganze Straßenbahnsyteme in den Städten gekauft und umgehend verschrottet, damit keine Infrastruktur in diesem Bereich ihre Machtposition gefährdet. Sie haben direkten Einfluss auf die amerikanische Regierung speziell bei den Konservativen. Die Vorgehensweise dieses Unternehmens ist absolut eindeutig. Sie tun alles, um keinerlei Unabhängigkeit der Verbraucher aufkommen zu lassen. Sie haben ein vollständig entwickeltes Elektroauto quasi über Nacht vernichtet nachdem die Regierung Bush die Umweltgesetzte gekippt hatte. Dieses Auto konnte bequem zuhause aufgeladen werden und wäre damit vom Brennstoff unabhängig gewesen. Die jetzige Entwicklung versucht die reine Akkulösung zu verhindern und treibt die Entwicklung zum Wasserstoffauto, weil auch dieses Auto wieder an einer Tankstelle seinen Treibstoff beziehen muß, der auf teure Art produziert werden muß.
Es ist höchste Zeit, sich von diesen Unternehmen und von der Ölindustrie zu trennen, damit die Erpressung und Ausbeutung endlich aufhört.
Ich kann nur eindringlich den Rat geben, sich diese Dokumentation anzuschauen !!!!!!!!!!
11:38
Mit dem Geld, was unfähige Politiker aller Parteien (incl. DDR) in der Vergangenheit in marode Unternehmen jeglicher Branchen gesteckt haben, wäre ein kompletter Umbau der deutschen Wirtschaft zu finanzieren gewesen. Vergangenheit incl. ausuferndem Sozialstaat auf Pump zu erhalten heißt, Kindern und Enkeln die sprichwörtliche Luft zum Atmen zu nehmen. Aber Kinder hat ja kaum noch jemand in dieser marodierenden Gesellschaft.
11:17
Was heißt hier im Unklaren ???
Kommt mir son bisschen vor wie bei den berühmten drei Affen (nix hören, nix sehen, nix sagen) ...
Wer wissen will, der weiß schon lange und zwar laaaange vor der Bundestagswahl ...
Wer nicht hören will, wird fühlen lernen und die Ansprache des Arbeitnehmervertreters gestern, hat mir gezeigt, auf wessen Seite er steht und was er vermutlich gewählt hat ...
Nun denn, jedem das, was er/sie verdient ... ;-))
11:10
Opel Fahrzeuge werden teilweise mit 30 - 40 % Nachlaß verkauft. Man muß nur verhandeln. Ein Autoverkäufer sagte: Kein Wunder das Opel fast pleite ist, wer macht bei den Preisen noch guten Gewinn.
11:09
Langsam aber sicher kommt die Bevölkerung dahinter,
dass jeder DEUTSCHE
in „HARTZ IV“ landen kann
und was dann?
Herold Schincke
11:03
@9
wenn du unter den Herstellungskosten verkaufst und bei jedem Auto drauf zahlst kannst du dir ja ausrechenen wann du entgültig Pleite bist. Selbst eine schwarze Null ist zuwenig. Dann kannst du nicht investieren.