Das aktuelle Wetter NRW 3°C

Rückspiegel

Ein Fall für Greenpeace

16.10.2009 | 16:31 Uhr

Essen. Was spart wirklich Kohlendioxid ein: das RWE, der Opel Astra oder All Nippon Airways? Greenpeace, übernehmen Sie!

RWE Strom Dreck-Strom

Der Essener Stromgigant RWE hat bekanntlich gerade Super-Ingo reaktiviert:

Greenpeace verfremdet in seinem monatlichen Magazin für Mitglieder auf der Rückseite eine populäre Anzeige der Großindustrie, und diesmal haben die Umweltlobbyisten den RWE-Ingo aufgespiesst. Aus dem Werbeslogan „voRWEg gehen“ wird „IRRWEGE BEFAHREN“. Und in den Unterzeilen zu „Wir dachten, Strom kommt aus der Steckdose“ textete Greenpeace beispielsweise: „Mit dreckigen RWE-Strom fahren Autos noch Klima-schädlicher als mit Benzin“ sowie „RWE Dreck-Strom – Volltanken für Vollidioten“.

In diesen Wochen veranstaltet Opel die große Pressepräsentation des Astra auf seinem Testgelände in Dudenhofen. Rund 1000 Motorjournalisten waren geladen, und mancher überschlug sich förmlich. Etwa der Kollege vom Nachrichtensenden N24, nach dessen Argumentation die Golf-Klasse wegen des phänomenalen Opels in Astra-Klasse umbenannt werden müsste (nur wirklich sparsame Motoren würden noch fehlen) und der sich mit dem Wahren journalistischer Distanz nicht weiter aufhielt. Und weil den beiden Moderatoren im Studio der Opel-freundliche und VW-unfreundliche Beitrag scheinbar so gut gefallen hat, zeigten sie ihn am Mittwochvormittag gleich zweimal hintereinander.

Zum guten Schluss die tolle Klimaschutzidee der japanischen Fluglinie ANA. Alle Passagiere sollten doch vor dem Start sich erleichtern. Würde nur die Hälfte der Fluggäste mitmachen, würden die ANA-Flotte im Monat 4,2 Tonnen weniger Kohlendioxid produzieren. Im Rahmen eines Öko-Maßnahmenpakets wolle man nur noch leichten Wein ausschenken, also: aus Plastik- statt Glasflaschen. Übrigens hat ANA rund 150 Flugzeuge. Ein einziger Jumbo-Start erzeugt zehnmal so viel Treibhausgas, als das Urinieren vor dem Start einspart. Die ANA-Augenwischerei ist also ganz klar ein Fall für das nächste Greenpeace-Magazin.

Gerd Heidecke

Empfehlen
Rund ums Thema
Kommentare
Facebook
 
Kommentare
17.10.2009
13:36
Ein Fall für Greenpeace
von liebergolfspielen | #4

hallo herr heidecke,
schon schön zu sehen wie beleidigt sie auf vw-unfreundliche berichte reagieren. sie werden diesen zustand aber sicher bald wieder durch einen wie immer von ihnen unqualifizierten vw-freundlichen bericht wieder gerade rücken.
schöne grüße aus wolfsburg

17.10.2009
08:51
Ein Fall für Greenpeace
von Hans Sabottka | #3

Die Flotte der ANA Jumbo (4 Flugzeuge) wird pro Monat sicherlich mehr als 150-tausend Tonnen CO2 emissieren.
Da die ANA die 4,2 Tonnen Ersparnis für ihre Gesamtflotte ausrechnet hat, dürfte sich der Pipi-Effekt bei 0,000x% liegen.

16.10.2009
18:19
Ein Fall für Greenpeace
von Wissen007 | #2

Sorry, Greenpeace sollte dort stehen.

16.10.2009
18:18
Ein Fall für Greenpeace
von Wissen007 | #1

Außer kluge Reden kommt von Greenpace auch nichts Verwertbares für den Klimaschutz. Also bitte erst einmal vor der eigenen Tür kehren.

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/21885/create

Umfrage
Professoren haben Anspruch auf ein deutlich höheres Gehalt. Das hat das Bundesverfassungsgericht entschieden. Was halten Sie davon?

Professoren haben Anspruch auf ein deutlich höheres Gehalt. Das hat das Bundesverfassungsgericht entschieden. Was halten Sie davon?

 
Neueste Aktivität
Aktuelle Fotos und Videos
Essen aus der Luft
Bildgalerie
3 Kommentare 3
Aus dem Ressort
Hilfsbedarf steigt akut
WAZ
In immer mehr Familien wird Hilfe benötigt, um den alltäglichen Anforderungen gerecht zu werden. Für die Allgemeinheit wird das teuer.
Mit King Kong in der Warteschlange
Kino im Bild
Zwei Wochen lang konnte man die „Kinohelden“ des gleichnamigen Jugendwettbewerbs der Kunst- und Musikschule in der Hauptstelle in Velbert-Mitte sehen. Die Ausstellung ging jetzt mit der Prämierung der Gewinner zu Ende.