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Ombudsmann

Deutsche mit Versicherungen immer unzufriedener

30.06.2009 | 18:35 Uhr
Deutsche mit Versicherungen immer unzufriedener

Berlin. Noch nie zuvor haben sich so viele Menschen über Versicherungen beschwert. Der Versicherungs-Ombudsmann musste im vergangenen Jahr 19 000 Streitfälle schlichten, sieben Prozent mehr als im Jahr zuvor. Oft geht es um eine Lebens- oder Rentenversicherung.

Über die Versicherungswirtschaft gibt es offenbar so viele Beschwerden wie nie zuvor. „Die Eingänge haben ein Allzeithoch erreicht”, berichtete gestern der Ombudsmann der Versicherungswirtschaft, Günter Hirsch, von immer mehr unzufriedenen Kunden. Nahezu 19 000 Eingaben erreichten die Ombudsstelle 2008, genau 7,1 Prozent mehr als 2007. Oft dreht sich der Streit um eine Lebens- oder Rentenversicherung. Diese Sparte stellt 40 Prozent aller Beschwerden. Auch die Besitzer von Rechtsschutzpolicen sind häufig unzufrieden.

Ein weiteres Problem: Versicherungsvertreter nehmen es mit dem vorgeschriebenen Protokoll ihrer Beratungsgespräche häufig nicht genau. „Die Verbraucher sollten darauf achten, dass das Gesagte auch dokumentiert wird”, rät Hirsch. Mehrere hundert Beschwerden gegen Vermittler gingen 2008 bei der Schlichtungsstelle ein. In einem Fall trug der Berater als Kundenwunsch eine „optimale Absicherung” ein, seine Empfehlung lautete ebenfalls „optimale Absicherung”, doch im Protokoll war ein lapidares „wie gewünscht” verzeichnet.

Protokoll für den Papierkorb

„So ein Protokoll können Sie gleich in den Papierkorb werfen”, sagt der ehemalige Präsident des Bundesgerichtshofs, Hirsch. Vor Gericht kann die Nachlässigkeit zum Vorteil der Kunden werden. Zwar gilt das Formblatt nicht allein als Beweis einer richtigen oder falschen Beratung. Doch die Beweislast kann bei einem Streit vor Gericht auf den Vermittler übergehen.

Zur Vermeidung von Problemen sollten die Kunden bei einer Beratung zunächst auf eine detaillierte Ausgangsanalyse pochen, rät der Versicherungsexperte der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, Michael Wortberg. Ein Beispiel: Will ein Kunde eine Gebäudeschutzversicherung abschließen und hat eine Photovoltaikanlage auf dem Dach, dann sollte deren Existenz auch im Beratungsprotokoll vermerkt sein. Doch damit nicht genug: „Am besten lässt man sich am Ende vom Versicherer schriftlich bestätigen, dass alles, was in der Analyse erwähnt wird, auch tatsächlich versichert ist”, sagt Wortberg. Denn denkbar sei, dass ein Versicherer im Beratungsprotokoll zwar genau aufführt, was versichert werden sollte, den speziellen Schutz aber gar nicht im Angebot hat. Keinesfalls solle man unterschreiben, dass man auf eine Beratung verzichtet, sagt Wortberg.

Beschwerde mit Erfolg

Wenn etwas schief geht, lohnt sich die Beschwerde beim Ombudsmann oft. Bei fast jeder zweiten Eingabe gegen Vertreter bekam der Kunde Recht. Bei Beschwerden gegen die Firmen sind die Erfolgsaussichten deutlich geringer. Der Ombudsmann entschied in gut einem Drittel der Fälle gegen die Unternehmen.

Besonders dreist gingen 2008 einige Bankberater vor. Sie knüpften eine Kreditzusage an den Abschluss einer Versicherung, die mit der Sicherung des Darlehens nicht einmal etwas zu tun hatte.

Wolfgang Mulke, Daniel Freudenreich

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Kommentare
30.06.2009
22:55
Deutsche mit Versicherungen immer unzufriedener
von UliKoehler | #7

ich heul nicht!
ich weiss nur, dass leute wie du das nicht gern hören. passt ja auch nicht in euer weltbild. ihr schlauen finanztestleser seit ja soooo clever...

30.06.2009
22:23
Deutsche mit Versicherungen immer unzufriedener
von Dittsche | #6

#3

Deine Shift-Taste ist defekt.

30.06.2009
22:07
Deutsche mit Versicherungen immer unzufriedener
von KeinPlatzfürBetrüger | #5

@#3 von UliKoehler

Heul doch !

30.06.2009
21:28
Blockierter Kommentar.
von miriam.lessmann | #4

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

30.06.2009
19:47
Deutsche mit Versicherungen immer unzufriedener
von UliKoehler | #3

viele meiner zunft trauen sich hier evtl. nicht das zu kommentieren oder viele haben dabei auch ein schlechtes gewissen. ich bin seit jahren im versicherungsvertrieb tätig. ja ich ich bin einer von denen. zähl deine finger #1!!! ich weiss, dass ich ich meinen kunden heute und in 20 jahren noch offen in die augen gucken kann, weil sie fair und umfassend beraten wurden. ja freunde sowas hat mich geld gekostet. und ich bereue das nicht. trotzdem kotzen mich diese platten verallgemeinerungen tierisch an. sicher gibt es in der branche tiefschwarze schafe. sicher wird nicht jeder schaden so reguliert wie der kunde sich das denkt. sicher wird nicht immer so beraten wie es sein sollte. sicher, sicher, sicher.....

aber als insider kann ich den spiess auch mal umdrehen. und ich ich spiele nun auch mal bewusst mit palttheiten. versicherte haben keine zeit für beratung. versicherte haben keine lust auf beratung. versicherte haben sich irre schlau gemacht im internet oder einschlägigen verbrauchermagazinen.
die abneigung gegen eine ordentliche beratung mag an unserem ruf liegen, aber vieles liegt auch am versicherten der sich mit dem mist nicht befassen will. mal ehrlich lieber autor und liebe kommentatoren: befasst ihr euch mit euren versicherungen? lasst ihr euch beraten wenn der vermittler einen termin möchte???

aus meiner erfahrung weiss ich, dass viele der versicherten, die sich beschweren, an ihren problemen nicht unschuldig sind. ich kenne unzählige fälle in denen kunden auf alte verträge oder unterversicherungen hingewiesen wurden, aber daran nichts ändern wollten...die folgen kennt man...die versicherung leistet im schadensfall nicht oder nur eingeschränkt. nur liebe verbraucherschützer, die ihr die beratungsprotokolle so sehr liebt, sowas unterschreiben die wenigsten kunden. und im schadensfall sind dann auch wir die dummen....obwohl wir x-mal auf das problem hingewiesen haben.

bevor hier jemand meint ich hätte was gegen vvg-reform und vermittlerrichtlinien...nee ich bin ein großer fan davon, weil ich auch vorher schon dokumentiert habe wo meine empfehlung und der kundenwille auseinader gegangen sind...gerade bei lebensversicherungen und bu´s. aber was haben die neuen gesetze dem kunden den gebracht? viele kunden empfinden es als belastung und zeitverschwendung sich VOR dem abschluss mit den bedingungswerken oder ewig langen protokollen aufzuhalten.

so...nun hör ich mal auf...ist ja eh vertane zeit...aber ehrlich gesagt musste ich das mal loswerden!!! liebe versicherte, macht euch mal so 2-700 gedanken über euer verhalten!

30.06.2009
18:57
Deutsche mit Versicherungen immer unzufriedener
von caligula100 | #2

Telefonanbieter und Handyverkäufer nicht vergessen

30.06.2009
18:21
Deutsche mit Versicherungen immer unzufriedener
von Unseriöse Bande | #1

Politiker, Teppichverkäufer, Autoverkäufer, Finanzberater und Versicherungsfritzen - alles Menschen von denen man/frau sich unbedingt fernhalten sollte um keinen persönlichen Schaden zu erlangen !!! Wer diesen Leuten die Hand gibt, sollte sofort seine Finger nachzählen - ob noch alle dran sind !!!

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