Buchrezension
"Der Papst ist irregeleitet, gefährlich, menschenverachtend“
30.12.2009 | 09:55 Uhr 2009-12-30T09:55:00+0100Der Journalist Alan Posener klagt das katholische Oberhaupt in seinem Buch „Benedikts Kreuzzug“ an, die moderne Demokratie zu bekämpfen.
Der Journalist Alan Posener liest dem Papst kräftig die Leviten. Der Politik-Redakteur der Welt-Zeitungsgruppe fährt in seinem Buch „Benedikts Kreuzzug. Der Angriff des Vatikans auf die moderne Gesellschaft“ (Ullstein Verlag, 268 Seiten,18 Euro) gewaltiges Geschütz auf: „Ich halte Benedikts Denken für irregeleitet, gefährlich und in letzter Instanz für menschenverachtend.“ Der Papst beschränke sich nicht nur darauf, die durch die Französische Revolution und die Aufklärung durchgesetzte Trennung von Religion und Staat rückgängig machen zu wollen. Vielmehr gehe es ihm darum, insgesamt die „Revolution der Moderne“ ungeschehen zu machen. Diesen Kampf nennt Posener „Benedikts Kreuzzug“.
Der Autor listet in seiner Streitschrift eine Reihe von Attacken des Papstes auf die Moderne auf. Benedikt habe die Homosexualität als „objektive Ordnungsstörung im Aufbau der menschlichen Existenz“ bezeichnet. Den bekennenden britischen Holocaust-Gegner Bischof Williamson habe er in die Kirche zurückgeholt. Ein Skandal, auf den die Kanzlerin erfreulicherweise couragiert reagiert habe. „Angela Merkels Intervention könnte eines Tages in die Geschichte eingehen als der Augenblick, in dem der demokratische Staat endlich der Anmaßung des Vatikans – und damit jeder Religionsbehörde – entgegentrat, einen bevorzugten Zugang zur Moral zu besitzen.“
Zynisch sei die Äußerung des Papstes zur Verhütung mit Kondomen, deren Benutzung die Aids-Epidemie in Afrika noch verschlimmere. Als Lösung schlage Benedikt „moralisch richtiges Verhalten“ vor. Angesichts von bislang 25 Millionen an Aids gestorbenen Afrikanern schreibt Posener: „Nun mag der Papst Partnerwechsel und Permissivität verurteilen; todeswürdige Verbrechen sind das nicht.“
Für gefährlich hält der Autor auch die Annäherung von Muslimen und Katholiken im gemeinsamen Kampf gegen die Aufklärung. Benedikt habe 2005 vor Muslimen in Köln auf die gemeinsamen moralischen Grundwerte verwiesen. Bischof Mixa habe dementsprechend deutsche Muslime aufgefordert, gemeinsam mit den Katholiken einen Kontrapunkt gegen die verbreitete Gottvergessenheit und den Atheismus in vielen westlichen Gesellschaften zu setzen. Es sei schlimm, so Posener, wenn die katholische Kirche den islamischen Autoritäten den Rücken stärke, statt vielmehr Meinungsfreiheit in den islamischen Länden einzufordern.
Der Autor hat sich bei seiner Papst-Recherche mächtig ins Zeugs gelegt, um seine „Skepsis gegen jede Heilsgeschichte“ zu untermauern. Aber warum lässt sich der scharfsinnige analytische Freigeist Posener auf das Niveau persönlicher Attacken hinab, indem er seitenweise über Benedikts vermeintlich weltfremde Kindheit und trostlose Studienjahre schreibt: „Es wird nicht nur ein Defizit an Leben, sondern auch ein Defizit an Lebenshunger spürbar. Je näher ich ihm kam, desto kleiner wurde er. Fast ist man geneigt, ihn zu bedauern.“

08:25
#1 Platini
Zitat. Daß Ehebruch eine Sünde ist, die von Gott ebenso verachtet wird, wie gleichgeschlechtliche Sexualität, scheint Ihnen völlig gleichgültig zu sein.
Platini, woher wissen Sie, welche Meinung Gott hat? Hat er mit Ihnen gesprochen? Und wieso hat er so viele Schwule im Tierreich geschaffen, wenn ihm das so zuwider ist? - Glaube ist etwas, was Menschen sich erdacht haben, um andere Menschen zu einem bestimmten Verhalten zu bringen, hat also mit Gott nichts zu tun. Gefährlich wird es, wenn der oberste Repräsentant eines Glaubens die Menschen zu einem Verhalten auffordert, das Leib und Leben gefährdet. Aber da befindet sich Ratzinger in guter Tradition. Die Katholische Kirche ging schon immer über Leichen. Man denke nur an die erbärmliche Rolle des schwulen Jesuitenordens im 30jährigen Krieg. Die haben mit ihren Landsknechten halb Deutschland fast entvölkert.
20:18
Ich habe bisher noch nie von Journalist Alan Posener gehört oder gelesen, wer ist das denn überhaupt?
Viele Meinungen im Text, wie liest dem … kräftig die Leviten, welche denn? gewaltiges Geschütz auf, welches denn? Ich halte … Begründung?
…Homosexualität als „objektive Ordnungsstörung im Aufbau der menschlichen Existenz“ bezeichnet … soll er bei Mose nachlesen
…Aids-Epidemie in Afrika… Es gibt auch andere Darstellungen
09:38
Lieber Herr Klümper,
ich bedauere Sie auch zutiefst, weil Sie offenbar keine Ahnung von Gott und seinen Geboten haben.
Sonst würden Sie solche Zeilen wie „Nun mag der Papst Partnerwechsel und Permissivität verurteilen; todeswürdige Verbrechen sind das nicht“ nicht einfach unkommentiert lassen.
Daß Ehebruch eine Sünde ist, die von Gott ebenso verachtet wird, wie gleichgeschlechtliche Sexualität, scheint Ihnen völlig gleichgültig zu sein.
Daß ein gottesfürchtiger Moslem eben keine Bedrohung für einen gottesfürchtigen Christen darstellt, interessiert Sie nicht.
Sie biegen sich, ebenso wie dieser aufgeblasene Buchkritiker Alan Posener auf, die Welt weiter zu säkularisieren.