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Tattoo-Entfernung

Aus fürs Arschgeweih

26.08.2009 | 12:27 Uhr
Aus fürs Arschgeweih

Essen. Das Arschgeweih wird zum Auslaufmodell. Der Trend geht zur Tattoo-Entfernung – weil Rosen und Ranken nicht zu jedem Job passen. Vor allem junge Mütter leiden. Sie fühlen sich stigmatisiert.

Ob Drachen, Rose, nackter Busen – was sich bunt und blau auf deutschen Häuten schlängelt, ist mehr und mehr ein Auslaufmodell. „Adé, Arschgeweih”, titelten jüngst die Magazine. Diese Steißbein-Schnörkel seien den meisten nur noch peinlich, sagt Prof. Heinz Bull, Präsident der Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie in Deutschland. „Überhaupt geht der Trend deutlich zum Entfernen.”

Noch zeige landesweit jeder Zehnte Tätowierungen auf Bauch, Beine, Po und so. Eine aussterbende Klientel, meint Prof. Bull. Statt ins Tattoo-Studio geht's ab in die Laser-Praxis. Sein Ton ist gar nicht gnädig für all die, die sich die Tinte bisweilen fast lückenlos über den Körper haben einimpfen lassen. Nehmen wir ihn: Fußballstar David Beckham, seine Body-Bilder haben das Zeug, Menschen zu Kunstwerken zu erhöhen. Doch Prof. Bulls Diagnose lautet: kalter Kaffee, salopp gesagt.

Comeback des Konservativen

Er wird sein Tattoo wohl noch etwas behalten - in Erinnerung an den verstorbenen Popstar Michael Jackson. Foto. ap

In den USA, so die Trendbarometer, wollen sich sieben Millionen Menschen von Schlangen, Teufeln oder der eigenen Frau trennen, die sie sich unwiderruflich in ihre Haut geritzt haben. Body-Painting, so heißt es, passe nicht mehr zum Lifestyle 2009. Auch bei uns will man sie wieder loswerden, sagt Dr. Reinhard Gansel vom Laser-Zentrum Rhein-Ruhr in Essen. Über 60 Ge-Bildete kämen pro Monat vorbei, um das auf ewig Eingeprägte auflösen zu lassen. Letztes Jahr waren es höchsten vierzig im Monat. Woanders ist es ähnlich.

Ist das die neue deutsche Spießigkeit? Trendforscher spüren ein deutliches Comeback des Konservativen. Fürs Cocooning (Rückzug ins Häusliche) brauche man eben keine Eigen-Deko. Doch nicht Nachlässigkeit sei der Motor für den Gang zum Tinten-Killer, sondern vielfach die Angst, den Job zu verlieren, heißt es. Wer auf einmal Chef-Sekretärin oder Vorstands-Vorsitzender ist, hat häufig ein Problem. „Eine tätowierte Steuerberaterin. Das passt ja gar nicht zum seriösen Erscheinungsbild.” Man sehe sie dann mit den typischen Pflastern nach einer Tattoo-Entfernung, so Gansel. Aber es muss mehr sein als nur die Angst vor dem Karriereknick. Vor allem junge Mütter, die sich mit Fun-Tattoos aufputzten, fühlten sich stigmatisiert. Vielleicht ist es ja eine neue Moral der alten Werte um die Frage, wie soll man Kindern zum Unterhemd raten, wenn man selbst halbnackt zieht?

Bis zu sechs Behandlungen nötig

Also wegmachen lassen. Heimlich. „Mama, Mama – guck mal, das Wasser hat Deine Farbe abgemacht” – so überrascht klängen Kinder, wenn sie mit Mami schwimmen gingen, sagt Dr. Gansel. Wie schnell man von den Tätowierungen befreit werden könne, hänge von der Größe des Tattoos ab und davon, wie tief es in die Haut gestochen wurde, so Dr. Klaus Hoffmann von der Haut-Universitätsklinik St. Josef in Bochum. Oft seien fünf, sechs Behandlungen nötig.

Das Entfernen aus Ärztehand (nahezu schmerzfrei) muss privat bezahlt werden – zwischen 900 Euro und 2000 Euro. Längst nicht immer sei gewährleistet, dass da, wo vorher Gürtel-Rosen rankten, die Haut wieder komplett intakt ist. Es blieben oft Schatten des früheren Lebens zurück.

Werden die Tattoos irgendwann ganz aus der Welt sein? Prof. Bull: „Nein, aber sie werden mehr im Milieu verschwinden.” Seeleute und Sträflinge könnten sich ihre Dämonen weiterhin leisten.

Petra Koruhn

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Kommentare
26.08.2009
18:11
Aus fürs Arschgeweih
von Sinnek | #59

@und der Spaten ist Ihnen auf den Kopf gefallen oder?

26.08.2009
17:51
Aus fürs Arschgeweih
von halali01 | #58

Beim überfliegen des Artikels,sowie der entsprechenden Kommentare erhielt ich die Nachricht,dass In Hamburg ein Spaten umgefallen ist.Weitaus interessanter.Bis bald.

26.08.2009
16:52
Aus fürs Arschgeweih
von Kaio | #57

Ich habe Tattoos und sitze im Büro. Wo ist das Problem? Außerdem kann ich aus Beruflicher erfahrung sagen das es ein Irrglaube ist mit den Seemannsbildchen Ich arbeite in der Seeschifffahrt und da hat kaim ein Crewmitglied ein Tattoo.

26.08.2009
16:04
Aus fürs Arschgeweih
von Miike | #56

ich wäre froh wenn die leute endlich aufhören sich trends stechen zu lassen... früher warens die schlampenstempel, heute lassen sich viele sterne stechen (warum auch immer, vielleicht stehen sie auf astrologie) und hinterher bereuen sies. vorher sagte mans ihnen und sie sagten ist mir egal oder ist meine sache....
Naja, sollen se ma machen, so kriegen die ärzte einiges zu tun. :)

ich bin für tattoos die einzigartig sind und die irgendwo ne kleine (oder auch große) geschichte als hintergrund haben.

Also tattoos sind cool! Aber bitte nicht versuchen trendy zu sein!

26.08.2009
15:09
Aus fürs Arschgeweih
von Sinnek | #55

Ein Tattoo muss ein Bedeutung haben. Ein Zeichen was einen begleitet, ein Name, ein Bild eines geliebten Menschen....

Wenn ich Tribals sehe oder diese Geweihe dann ist das einfach nur einfallslos und öde. Ein Geweih am Hintern schliesst ein Gespräch mit der tragenden Dame einfach aus.

Wer mit der Mode geht wird keine Trends setzen ;-)

26.08.2009
14:45
Aus fürs Arschgeweih
von osis | #54

Die ganzen Trendhäschen wachen halt irgendwann auf. Neuer Wachtsumszweig, auch gut.

Wer sie mag, soll sie sich stechen lassen, aber dann auch nicht herumheulen. So einfach ist das.

Ich bin kein Fan von Tatoos, obwohl es durchaus sehr schöne gibt. Wenn man den passenden Körper hat. Oder auch alte kulturelle Motive, wie die Motive in Hawaii.... Aber mit unserer Hautfarbe wiederum eher albern...

26.08.2009
14:30
Aus fürs Arschgeweih
von varjo | #53

Habe auch ein Tattoo und mag es sehr!

Die Menschheit verschönert schon seit tausenden von Jahren ihre Haut mit Schriftzeichen oder Bildern und das in vielen Kulturen und ich glaube nicht, dass das so bald aufhören wird!
Kultur für manche hier ein Fremdwort wie mir scheint!
Wers nicht mag solls halt einfach nicht machen lassen und sich zu Dingen geschlossen halten von denen er keine Ahnung hat, Punkt!

26.08.2009
14:18
Aus fürs Arschgeweih
von holmark | #52

Aha. Und was ist mit den rasierten Designermuschis? ;o)

26.08.2009
14:10
Aus fürs Arschgeweih
von Dr.Seltsam | #51

ich finde Tattos in Ordnung.
Okay, diese Arschgeweihe waren schon merkwürdig, dass da mal das böse erwachen kommt, musste doch jedem klar sein.

Ich jedenfalls bin im Büro immer gut angezogen, trage immer Hemd mit langem Ärmel.
Auch bei 35°C..
Wenn mich jemand fragt, dann geht es mir halt ums Prinzip.
Der Stahlarbeiter trägt ja auch Arbeitskleidung und kann nicht in kurzer Hose rumlaufen.
Dass es da auch noch andere Gründe gibt, gaht halt niemanden was an ;-)

26.08.2009
14:05
Aus fürs Arschgeweih
von dusted | #50

Überwiegend ist der Arsch selbst das viel grössere Problem als das Geweih, das ihn krönt.

Grössere sollte man hierbei wörtlich nehmen.

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