Leih-Tarifvertrag
Arbeitertausch in Metallbranche soll kein Zwang sein
17.12.2009 | 06:48 Uhr 2009-12-17T06:48:00+0100
Essen. Die Zeitarbeitsunternehmen beurteilen den jüngst zwischen IG Metall und Arbeitgebern beschlossenen Krisen-Tarifvertrag zum Arbeiter-Tausch skeptisch. Unterdessen erkärt die Gewerkschaft, der Austausch von Mitarbeiter in krisengeschüttelten Unternehmen solle kein Zwang sein.
Eines ist für Oliver Burkhard klar: „Die Krise wird im nächsten Jahr ihre Spuren am Arbeitsmarkt hinterlassen.” Auch deshalb sei für ihn der neue Tarifvertrag zum Personaltausch eine Herzensangelegenheit, sagte der IG-Metall-Chef in NRW.
Gewerkschaft und „Arbeitgeber Ruhr” haben sich darauf geeinigt, Firmen den Austausch von Arbeitskräften zu ermöglichen (die WAZ berichtete). Wer zu wenig Aufträge hat, kann seine Leute Unternehmen anbieten, in denen Arbeit anfällt. Der Vertrag gilt für alle 350 Firmen der „Arbeitgeber Ruhr” mit ihren 70.000 Beschäftigten. Zum Arbeitsplatztausch solle aber niemand gezwungen werden, betonte die IG Metall. In jedem Fall sei die Zustimmung des Betriebsrates notwendig.
Zeitarbeitsbranche sieht Arbeitertausch skeptisch
Die Essener Firma Flowserve profitierte bereits vom Personaltausch. Der Ventil-Produzent lieh sich vom Atlas Copco für sieben Monate sieben Facharbeiter, um Auftragsspitzen auszugleichen. Sie blieben Atlas-Angestellte, die Firma bekam von Flowserve eine Entschädigung. „Einen konnten wir zum Wechsel überreden”, so Flowserve-Personalleiter Thomas Wötzel.
Die Zeitarbeits-Branche reagierte gelassen. Sie befürchtet keine Einbußen durch den metallinternen Verleih, weil sie glaubt, dass der nicht wie gewünscht läuft. Wolfram Linke vom Verband IGZ: „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Leiharbeit selten über Stadtgrenzen hinaus funktioniert. Viele Arbeitnehmer sind weniger mobil, als man denkt.”
Das wissen auch IG Metall und „Arbeitgeber Ruhr”. Sie denken über eine Fahrtkostenbeteiligung nach. Diese sei aber Verhandlungssache zwischen den Firmen, die Personal tauschen wollten.

13:03
Sinnvoll, was die IGM da gemacht hat. Richtig angewandt, sichert dieser Vertrag Jobs und dämmt die schlecht bezahlte Leiharbeit ein. Wenn es in dem einen Betrieb nicht richtig läuft, kann den Beschäftigten das Angebot gemacht werden, in einen anderen Betrieb zu gleichen Konditionen zu wechseln. Bevor die Arbeitslosigkeit oder schlecht bezahlte Leiharbeit droht, wäre mir das allemal lieber. Danke für diese selbstverständliche und doch so kreative Idee!
23:03
Die Zeitarbeitsunternehmen beurteilen den jüngst zwischen IG Metall und Arbeitgebern beschlossenen Krisen-Tarifvertrag zum Arbeiter-Tausch skeptisch???
Nun, sie können ja die Vermittlung durchführen. Verleihen sie selbst eigene AN, sollten diese eigenen AN der Zeitarbeitsfirmen 25 % mehr verdienen als das entsprechende Stammpersonal, denn das Risiko des AN ist ja viel höher... Endlich wären Leiharbeiter dann wieder das, was sie sein sollten: Feuerwehrmänner im Brandfall!
10:05
# 3
Vollkommen Recht...stimme da zu
09:04
@1 urca
Ich weiß nicht ob Zeitarbeit eine wirkliche Alternative
ist, denn eine Übernahme in feste Arbeitsverhältnisse
ist eher selten.
Viele bleiben in der Zeitarbeit hängen.
D.h.kaum noch Lebensqualität. Nur noch
schlafen, essen und arbeiten und daß für mikrige Löhne. Und wer das nicht durchhält, landet eh wieder bei ALG II.
07:59
Das wird dann zwangsläufig zu einer (weiteren) Zeitarbeitsfirma führen, die dann die Löhne noch weiter drückt.
Wer nicht will, kann sich ja bei Hartz-IV anmelden!
07:32
Es ist ja ehrenwert an die noch nicht arbeitslosen Arbeitnehmer zu denken, aber was ist mit den bereits Arbeitslosen, die durch Krise schon keinen Job mehr haben. Jetzt nimmt man denen auch noch die letzte Hoffnung wieder in Arbeit zu kommen.