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Hartz IV

Zu viele arme Kinder im Revier

07.02.2009 | 18:01 Uhr
Zu viele arme Kinder im Revier

Essen. Der Anteil der Kinder, die von Hartz IV leben müssen, wird im Ruhrgebiet immer größer. In Essen sind es mittlerweile über 30 Prozent. Für das Ruhrgebiet ist das ein ungeheurer Strukturnachteil, der nahezu jeden Vergleich mit anderen Regionen unmöglich macht.

Der Anteil der Kinder, die von Hartz IV leben müssen, wird im Ruhrgebiet immer größer. In Essen sind es mittlerweile über 30 Prozent. Damit liegt die künftige Kulturhauptstadt an der Spitze der westdeutschen Großstädte mit mehr als 400.000 Einwohnern. Zu diesem Ergebnis kommt das Bremer Institut für Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe. In der – kleineren – Stadt Gelsenkirchen liegt der Anteil an Hartz-IV-Kindern mit 33 Prozent noch höher. In Dortmund und Duisburg leben 28 Prozent der Kinder von Sozialgeld, in Oberhausen 25. Zum Vergleich: In München sind es 12 Prozent.

Der Kommentar zum Thema von Birgitta Stauber-Klein:

Es geht um die Zukunft

Sie betrifft – grob gesagt – jedes dritte Kind in den Ruhrgebietsstädten, und damit ist sie ein Massenphänomen: Die Armut durch Hartz IV. Hinzu kommen noch die Kinder, deren Eltern so wenig verdienen, dass sie gerade eben über das Existenzminimum hinaus kommen.

Für das Ruhrgebiet ist das ein ungeheurer Strukturnachteil, der nahezu jeden Vergleich mit anderen Regionen unmöglich macht.

Es geht darum, den Heranwachsenden zu helfen, damit sie für die Zukunft eine Perspektive haben. (Foto: ddp)

Besonders plastisch lässt sich dies am Beispiel der Bildung verdeutlichen. Dass die Kinder in Bayern und Baden-Württemberg mehr wissen, dass sie auch mit Hauptschulabschluss fähig für eine ordentliche Berufsausbildung sind, dass sie besser lesen, schneller rechnen – man kann es nicht mehr hören. Zumal die Reaktion dieser Landesregierung – die nun mal die Hoheit über die Bildung im Land hat – sich auf einen heftigen Reformeifer beschränkt, der jedoch das Grundübel der Benachteiligung gar nicht ausmerzen kann, solange die Kinder so abhängig von der Unterstützung durch das Elternhaus sind.

Allein weil es so viele sind, lernen arme Kinder im Ruhrgebiet schlechter als arme Kinder in München. Während hier der Ausflug auf den Erlebnisbauernhof ganz ausfällt, trägt dort die Masse der verdienenden Eltern eben die Fahrtkosten des vielleicht einzigen armen Kindes mit. Während es hier massenhaft Eltern nicht schaffen, ihre Kinder so zu unterstützen, wie es das Schulsystem nun mal erfordert, sind es dort einzelne Kinder, die obendrein vom Klassenverband aufgefangen werden können.

Die Schulstruktur ist zweitrangig

Es geht nicht um die Frage, ob das dreigliedrige Schulsystem besser ist oder die Einheitsschule. Es macht auch überhaupt keinen Sinn, die Schuld nur bei Eltern zu suchen, die weder Pausenbrote schmieren noch Klassenpflegschaftssitzungen besuchen. Entscheidend ist auch nicht die Höhe der – sicherlich zu niedrigen – Hartz-IV-Sätze für Kinder.

Es geht darum, den Heranwachsenden zu helfen, damit sie für die Zukunft eine Perspektive haben. Mit einem vollen Magen, einer ordentlichen Ausstattung und einer wirklich umfassenden wie individuellen Förderung. Genauer gesagt: Wir brauchen eine Schulspeisung, die völlige Lehrmittelfreiheit, mehr Lehrer und kleinere Klassen.

Schafft es diese Region nicht, die Masse von armen Kindern zu unterstützen, wird sie niemals ihr Ziel erreichen, sich ökonomisch, wissenschaftlich, gesellschaftlich und auch kulturell mit anderen Ballungsräumen vergleichen zu können.

Mehr zum Thema:

Birgitta Stauber-Klein

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Kommentare
09.02.2009
23:07
Zu viele arme Kinder im Revier
von werneralberts | #73

Ach, ohne staatliche Hilfe? Haben Sie freiwillig auf das Kindergeld verzichtet?

09.02.2009
16:35
Zu viele arme Kinder im Revier
von erstdenkendannschreiben | #72

Ich wünsche allen heutigen Eltern ein bisschen mehr MITverantwortung für ihr Tun...
hab ich kein Geld, setz ich keine Kinder in die Welt...


Oder meinste, ein Stall voll Kinder ist der neue Reichtum????


Habe selbst 3 Kinder...die erziehe ich ohne staatliche Hilfe..
würds Geld nicht vorhanden sein, hätt ich diese Kinder nicht...
erst denken, dann handeln...:-(((((

09.02.2009
15:23
Zu viele arme Kinder im Revier
von werneralberts | #71

Ihre arme Mutter. Und das wünschen Sie jetzt allen anderen?

09.02.2009
14:35
Zu viele arme Kinder im Revier
von erstdenkendannschreiben | #70

fragt mal eure Eltern, die kurz vor oder im Krieg geboren wurden:
Wie haben die ihre Kinder großgezogen???
Meine Ma hatte 5 Putzstellen, um ihre 2 Kinder durchzubringen..
Kindergeld gabs nicht, wurd erst Ende der 50er Jahre eingeführt:...nur fürs 3. Kind bekam man was....
ausserdem tat sie ne Menge, um nicht zum 3. Mal schwanger zu werden:
Weil sie 1. nichts vom Staat dazubekam, 2. ihre Kinder durch ihrer Hände Arbeit selbst versorgen wollte!!!!

08.02.2009
18:17
Zu viele arme Kinder im Revier
von Ricke | #69

Vielleicht einmal folgendes zum Nachdenken:
1. Welcher Bundesdeutsche hat heute noch Kinder? Frauen mit gut ausgebildeten Berufen haben meist keine Kinder.
2. Haben die gut ausgebildeten Frauen dann Kinder und möchten sie wieder einen Beruf nachgehen, fehlen Kinderbetreuungsplätze. Bekommen Sie einen Betreuungsplatz, zahlen sie horrende Summen für den Kita Platz und subventionieren, z.B. 280 Euro pro Kind
3. Familien, die häufig von Hartz 4 leben, haben eben überproportional mehr Kinder als andere, die keine Stütze erhalten.
4. Resultat: Gutverdiener haben keine Kinder, von ´staatlichen Leistungen Abhängige haben Kinder. Lieder wachsen diese Kinder dann in dem Irrglauben auf, dass eben Geld verdienen nicht notwendig ist, da dies irgendwann einmal der Staat für einen erledigt.

Das ist eine falsche Familienpolitik der Regierungen. Das Resultat ewiger Unterstützungsleistung ist dann eben unsere derzeitige Situation

Hinzu kommt, dass Migranten nicht gerade modern denken - eine Faru gehört eben zu Hause an den Kochtopf und nicht an die Universität...
Tja, ich glaube es ist schon zu spät um noch einmal ein Umdenken zu bewegen..

08.02.2009
16:27
Blockierter Kommentar.
von miriamlessmann | #68

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

08.02.2009
15:56
Zu viele arme Kinder im Revier
von Haiderwald | #67

Das ist das Ergebnis der Politiker- und Finanzbande. Und jetzt werden dem Bürger noch die Steuern gestohlen. Der Neo-Kapitalismus hat schneller versagt als ich es glauben konnte. In diesem Wahljahr brauchen wir einen anderen Neuanfang.

07.02.2009
17:36
Zu viele arme Kinder im Revier
von werneralberts | #66

Kinder können nichts für ihre Eltern. Das Problem sind die Eltern. Stimmt, random, die haben Sie nun mal so erzogen. Und so sind Sie denn so, wie Sie sind.

07.02.2009
17:29
Zu viele arme Kinder im Revier
von hmj | #65

Solche Typen würden sicher auch vernachlässigte Kinder verhungern lassen. Die Eltern sind ja Schuld.
Das es Eltern gibt, die ihre Kinder vernachlässigen oder mißhandeln, kann man nicht bestreiten. Es gibt aber auch alleinerziehende Mütter, die unverschuldet in Not geraten sind. Ich bin durchaus für Eigenverantwortung. Aber auch Mitverantwortlichkeit für die Mitmenschen ist auch wichtig. Da haben einige riesige soziale Defizite. Wenn die mal auf die Schnauze fallen, rufen die genauso nach dem Staat.

07.02.2009
17:20
Zu viele arme Kinder im Revier
von random | #64

@ werneralberts

Ich versuch mal zu vermeiden, auf ihrem Niveau zu argumentieren :-)

Das Problem mit den 30 % Armut gibt es ausser im Ruhrgebiet nur noch in Berlin, im Rest Deutschlands existiert diese Problem nicht in dieser Grössenordnung. Daher ist es völlig unsinnig, wenn Sie von einem gesellschaftlichen Problem reden. Man könnte vielleicht von einem geografischen Problem sprechen - oder vielleicht - von einem Problem des Ruhrgebiets.

Und da muss ich ihnen leider das mir überreichte Kompliment, ungenutzt an Sie zurückgeben.

Ich würde mir hier doch mehr Wissen, Bildung und Reflexionsvermögen bei den geneigten Kommentatoren wünschen und nicht geistlose Allgemeinplätze und weniger verbales herumtrollen und dafür doch mehr Auseinandersetzung mit den wirklichen Problemen.

Das Problem sind die Eltern! Das Problem ist der Egoismus und das Unvermögen der Eltern, Das Problem ist die Bildungsverweigerung und das permanente Einfordern von finanzieller Hilfe vom Staat und dem Steuerzahler und das völlige Abblehnen von Eigenverantwortung.

Aber es lässt sich ja leicht fordern, wenn man selbst kaum Steuern zahlt, von staatlicher Alimentierung lebt und immer von sozialer Verantwortung der Anderen schwafelt aber selbst weder soziale, noch andere Verantwortung übernimmt.

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