Zu Besuch in Rüsselsheim: Merkel am Werk
31.03.2009 | 18:09 Uhr 2009-03-31T18:09:00+0200
Rüsselsheim. Die Bundeskanzlerin redete bei ihrem Besuch im Rüsselsheimer Opel-Werk vor allem über „harte Arbeit”. Versprechen konnte sie aber nichts, schon gar keine Staatshilfen für das angeschlagene Unternehmen. Die Opelaner zeigten dennoch Verständnis.
Es ist so einfach, Menschen eine Freude zu machen, die gar nichts erwarten. „Zumindest nichts Negatives” solle die Bundeskanzlerin sagen, hat Armin vom Betriebsrat am Morgen bescheiden gebeten, „vielleicht einfach, dass alles gut wird”, hoffte Kirsten aus dem Marketing, oder auch nur „wenigstens irgendetwas” wünschte sich Hasan vom Band. „Aber dafür ist wohl nicht der Tag.” Nicht der Tag für gute Nachrichten, noch nicht. Also bringt Angela Merkel den Opelanern am Dienstag auch keine mit, sondern nur gute Worte, aber sagen kann sie damit: eigentlich nichts. Nichts Neues. Und trotzdem sind sie alle froh. Es gibt kein Buh, nur Beifall.
»Angie, du wirst uns doch nicht hängen lassen!«
Sie haben ja gewusst, dass Merkel in Rüsselsheim noch keinen Rettungsanker auswerfen kann. „Allenfalls die Leut' beruhigen” könne sie, sagen diese Leut' am Morgen, und keine Zusagen machen, „dafür sind noch viel zu viele Fragen offen”. Sie selbst hat es auch gewusst und sagt es auch, als sie die 3000 sieht, in ihren gelben T-Shirts, die sie sich über den Graumann gezogen haben oder die Anzugjacke: „Es wäre feige gewesen, wenn ich heute nicht gekommen wäre.”
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Also redet die Kanzlerin über „harte Arbeit” und „gemeinsame Anstrengungen”, davon verstehen Opelaner etwas und fühlen sich verstanden. Für sie ist das schon viel in diesen Zeiten, auch wenn es nicht viel hilft. „Sie hat ja gesagt, dass es vorangeht”, wird ein Arbeiter später sagen, „das geht halt nicht von heut auf morgen.” Und Armin Herber, der ein Schild bemalt hat mit Herzchen und seinem Flehen: „Angie, du wirst uns doch nicht hängen lassen!”, glaubt, sie habe ihn wirklich erhört: „Die meint, was sie sagt.”
Kein Wort von einer Übernahme durch den Staat
Dabei hat Merkel den einen Satz nicht gesagt, den sie sich in Rüsselsheim so sehr wünschten: dass zur Not auch der Staat den angeschlagenen Autobauer übernehmen könne, wenigstens vorübergehend, wie ihr Vize und SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier das will. Berlin werde helfen, „wo immer das nötig ist”, verspricht die Kanzlerin nur, sie redet von Investoren und Verhandlungen und einer Arbeitsgruppe, die dafür eingesetzt werden soll, von Leidenschaft und Unterstützung, aber sie ignoriert, was Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz ihr zuvor zugerufen hat: „Eine staatliche Einlage ist uns viel lieber!” Es gab dafür einen ersten tosenden Applaus. Auch Opel-Chef Hans Demant hatte vor den Mikrofonen um Hilfe gerufen: Man brauche „staatliche Hilfe zur Selbsthilfe”. Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) wird da deutlicher als Merkel: Man könne Opel nicht retten, „indem wir unsere Träume verstaatlichen”.
Aber von Rettung reden sie alle, vielleicht reicht das schon als Zauberwort. Oder es ist die Geste genug. „Es ist ja schon mal positiv, dass sie da ist”, sagt Olaf aus der Entwicklung, und Kilic, wie er gerade am Insignia baute, hat ihr sogar die Hand gegeben! (Eigentlich wollte er die Kanzlerin auch um einen „sicheren Arbeitsplatz” bitten, „aber der Respekt war zu groß”.) Als kürzlich der Steinmeier kam, sagt Kilic, tat das auch schon gut, aber der kam „natürlich auch mit der Gewerkschaft”. Am besten allerdings fand sein Kollege Turgut, „als der Schröder da war, da war alles viel lockerer. Aber da war auch keine Krise.” An Schröder erinnert später auch Angela Merkel: Sie nennt seinen Namen nicht, wohl aber den des Bauunternehmens, das ihr Vorgänger zu retten versprach. „Ich will hier nichts erleben wie bei Holzmann, nicht so eine Leuchtrakete!”
Die Opel-Kinder singen
Dafür sieht sie Blitze in der Opel-Halle, vor der Wagen aus der Vergangenheit geparkt sind, während es drinnen um die Zukunft geht; es ist das Opel-Zeichen, das die „Kinder der Opelaner” besingen. Das Lied handelt von den Sorgen der Familien, aber auch von Hoffnung: „Der Blitz, der Blitz, der gibt euch Kraft, damit ihr Opels Wunder schafft!” Hat die Kanzlerin das überhaupt gehört? Sie hat sich gerade unterhalten. Mit Carl-Peter Forster, dem Chef von GM Europa, der sagt: „Wir verstehen, dass die Politik es sich nicht einfach machen kann.” Der trotzdem dankt für die Abwrackprämie und dem Gast in die Augen sieht: „Wir werden die Zukunftsfähigkeit von Opel beweisen!”
Tatsächlich will Angela Merkel 2012 wiederkommen, sie haben sie eingeladen zum 150. Firmengeburtstag: Sie will dann noch Kanzlerin und Opel soll noch Opel sein, „modern, effizient, von seinen Mitarbeitern geliebt”. Drei Jahre wären das, zu wenig für Armin Herber vom Betriebsrat, der bis zu diesem Dienstag 88.769 Unterschriften gesammelt hat, alle für den Erhalt der Firma. „Wir werden noch in hundert Jahren existieren”, sagt Herber: 88.769! Er steht noch in der ersten Reihe mit seinem Schild, als sie Merkel vorn den neuen Ampera zeigen und sie einen kurzen Moment nicht recht weiß, was sie sagen soll: „Na ja, dann strengen Sie sich mal an.”
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21:07
Das nächste OPEL Modell soll ANGIE COUPE heissen . Es wird mit heisser Luft angetrieben.
Verbrauch? Ja, verbraucht!
20:04
Frau Merkel hatte sich bei der Werksbesichtigung Opel in der Halle 23 , Endmontage, gewundert warum da
keine Audi A8 vom Band gingen.
19:54
Und wie immer hat Frau Merkel sich folgendermaßen geäußert:
LABER, LABER, LABER.. (ohne das was dabei rumkommt)
Und das hat Sie nur gemacht, damit ja viele Opelaner Sie im September wiederwählen....
19:54
Angela, du bist die Grösste!
Da war Musik in Deiner Rede.
Ich hoffe es gibt sie demnächst auf DVD!
19:41
Ob die nach Opel geht,oder in China fällt................
19:19
Ganz großer Medienbahnhof für die Volksvertreter. Zuversichtliche Worthülsen (wie immer), unverbindliche Zusagen (auch wie immer), Blitzlichtgewitter und Mikrofonberge (ebenso wie immer) und last not least: morgen interessiert niemanden mehr von denen das Geschwatz von gestern. Politik eben!
18:55
Im Radio war vorhin zu hören : Angie werde Opel voll unterstützen einen Investor zu finden ! Alles warme Worte,wohlwissend,daß Opel kaum einen Investor finden wird und sie ist mal wieder aus dem Schneider . Ähnlich wie beim Mehdorn- / Glos Abgang entscheidet die Regierung ja nicht die Entlassung sondern sie läßt zurücktreten.
Wie geht der alte Spruch : Arbeit gesucht und nicht gefunden = 8 Stunden !
18:46
Tote leben länger, bis zur Wahl