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Schülerförderung

Wissen ums Wissen

27.10.2008 | 17:58 Uhr

Bottrop. Die Marie-Curie-Realschule geht mit einem Diagnostik-Institut neue Wege, um die Basiskompetenz der Fünftklässler zu ermitteln.

Wenn Kinder von den Grundschulen in die weiterführenden Schulen wechseln, müssen die Lehrer der fünften Jahrgänge erst Fähigkeiten und Leistungsstand der Kinder erkennen, um eine Basis für gemeinsames Lernen zu finden. Schwächen und Stärken im normalen Schulunterricht zu ermitteln, das dauert. Und so wird Zeit vertan, bis der individuelle Förderbedarf für jedes Kind ermittelt ist. An der Marie-Curie-Realschule geht man einen neuen Weg, die Kinder schneller und umfassender beurteilen und fördern zu können. Ein Diagnostik-Institut testet sie einen Vormittag lang.

Lerntest Marie-Curie-Realschule in Bottrop. Foto: Birgit Schweizer/waz

„Lehrer könnten das auch durchführen, aber die Profis des Institutes können das besser”, ist Realschuldirektorin Marlies Overdiek überzeugt. „Sie sind neutrale Fremde, geben allen die gleichen Bedingungen.” Marlies Overdiek verspricht sich von den Ergebnissen des Test genaue Anhaltspunkte für das Zusammensetzen von Fördergruppen, die dem Leistungsstand der Kinder gerecht werden.

Sie hält dieses Ausdifferenzieren für nötig, um früh speziell fördern und umso früher ein gemeinsames fachliches Grundwissen vermitteln zu können. Und Schulabbrecher müssten seltener werden.

Anders als früher gebe es heute sehr große Unterschiede im Wissensstand der Kinder, die neu an die Schule kommen. „Früher war die Gruppe homogener.” Gleiches Wissen könne man nicht voraussetzen, selbst bei Kindern gleicher Herkunftsschulen nicht.

Mathematik, Rechtschreibung, Logik

Das Diagnostik-Institut testet nun nicht nur die Fähigkeiten der Kinder in Mathematik und Rechtschreibung, sondern untersucht auch, ob das Kind logische Schlussfolgerungen ziehen und ob es sich konzentrieren kann. 20 Minuten Logik-Test, 20 Minuten für die Konzentration, 25 Minuten Rechtschreibung, 45 Minuten Mathe. Pausen dazwischen. Austoben an der Tischtennisplatte. Und weiter geht's.

Recht bald wird die Schule die Ergebnisse haben. Eins für jedes Kind, aber auch eine Rangliste. „Danach setzen wir die Fördergruppen im zweiten Halbjahr zusammen”, sagt Marlies Overdiek.

Die Einführung des Tests sei übrigens auch bei den Eltern auf große Zustimmung gestoßen. Zumal sie ja auch für Mathe im Anschluss Übungsmaterial für zuhause mit bekommen.

Helga Pillar

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2008-10-27 17:58
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