Wer kontrolliert eigentlich den Arcandor-Insolvenzverwalter?
02.10.2009 | 19:04 Uhr 2009-10-02T19:04:00+0200
Essen. Arcandor-Aufsichtsratschef Janssen tritt zurück. Sein Einfluss war seit Beginn des Insolvenzverfahrens ohnehin begrenzt. Die Macht liegt ganz bei Insolvenzverwalter Görg. Die Gewerkschaft Verdi ist besorgt und verlangt mehr Mitbestimmung und Transparenz.
Karl-Gerhard Eick und Friedrich Carl Janssen haben zwei Gemeinsamkeiten: Beide sind angetreten, um den Essener Karstadt-Mutterkonzern Arcandor zu retten. Und beide haben mittlerweile abgedankt – Eick als Vorstandschef und nun auch Janssen als Vorsitzender des Aufsichtsrats.
Auf der Chefetage werden die Zerfallserscheinungen von Arcandor immer sichtbarer. Mit Beginn des Insolvenzverfahrens Anfang September musste beinahe der gesamte Vorstand abtreten. Nur Versand-Spartenchef Marc Sommer durfte unter der Führung von Arcandor-Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg bleiben. Neben Eick waren fünf Vorstände nicht länger erwünscht – unter ihnen Karstadt-Chef Stefan Herzberg. Der 68-jährige Insolvenzjurist Görg verfügt nun über eine Machtfülle, wie sie kein Vorstand erreichen könnte.
Kontrollgremium kopflos
Das klassische Kontrollgremium ist mit dem Rückzug von Janssen kopflos. Allerdings hätte der Aufsichtsrat ohnehin kaum Einfluss im Insolvenzverfahren nehmen können.
„Das ist wie Monopoly ohne Geld”, beschreibt Hans Haarmeyer, Direktor des Deutschen Instituts für angewandtes Insolvenzrecht, die Ohnmacht der Kontrolleure. Zwar existiere der Aufsichtsrat als Gremium weiter, aber er werde „in seiner Verfügungsgewalt vom Unternehmen abgeschnitten”. Sitzungen des Aufsichtsrats hat es seit vielen Wochen nicht mehr gegeben. Insofern hat der Rücktritt von Janssen eher symbolische Bedeutung. Er steht als persönlich haftender Gesellschafter der Privatbank Sal. Oppenheim auch für die gescheiterten Rettungsbemühungen um Arcandor.
Oppenheim war vor einem Jahr bei Arcandor eingestiegen und wurde größter Aktionär. Das Manöver ging gründlich schief. Arcandor musste Insolvenz anmelden, die Bank ist seither schwer angeschlagen. Janssen wolle nun persönlich einen Schlussstrich ziehen, heißt es in seiner Umgebung.
"Stockende Informationsflüsse"
Die Arbeitnehmervertreter rätseln jetzt, ob und wie sie noch über den Aufsichtsrat Einfluss nehmen können. Die Gewerkschaft Verdi fordert Görg auf, für mehr Mitbestimmung und Transparenz zu sorgen. „Die Informationsflüsse sind recht stockend”, kritisiert Verdi-Sprecherin Cornelia Haß. Sie verlangt eine baldige Sitzung des Aufsichtsrats.
Experte Haarmeyer sieht – unabhängig vom Fall Arcandor – grundsätzliche Defizite: „Was fehlt, ist ein unabhängiges Gremium zur Kontrolle eines Insolvenzverwalters.” Oft seien die zuständigen Amtsgerichte „wirtschaftlich blind”, der Insolvenzverwalter könne „wie ein Gutsherr mit Geld anderer Leute umgehen”.
09:35
Es wird Zeit das in den oberen Etagen des Arcandor-Konzerns aufgeräumt wird.
Letztlich haben genau diese Herren den Konzern in den Ruin getrieben.
In diesem Artikel hört es sich fast so an, als ob mir die armen Vorstandsmenschen leid tun müssten!
Ein Hohn. Mir tun die Menschen leid, die in den letzten Jahren auf die Strasse geworfen wurden, durch Vorstandsentscheidungen.
01:20
Einst hieß das Spiel Räuber und Gendarm.
Da waren eher alle böse; Räuber und der Franzos--als Erbfeind oder so.
Beim Spiel Pleitier und Insolvenzverwerwalter lösen sich beide Absahner ab und aus.
Dann spielen sie es umgekehrt.
Wer noch nicht Top- Absahner ist, hat leider verloren und muß sich in Auffanggesellschaften oder anderen Terrororganisationen mit dem Pöbel rumschlagen; ihn auf Billigjob trimmen.
Manche müssem selbst nach Bavaria türmen.
Da wird es in den Absahnerkonzernen langsam klamm, das Monetäre.
Und nachdem der Bayer (nicht jede/r) 30 lange Jahre Wirtschaftsförderung aus nördlichen Bundesländern verjubelte, um dann per Stoiber den Länderfinanzausgleich bei eigenem Vremögen zerdeppern zu wollen, kommen die Versager des Finanz- u, Versicherungswesens aus Munic angekrochen...niveaulos:
der Kini wußte, was sich gehört!!
Oder sind die Seen der Atombefürworter so leer wie der Rhein? Wo du nicht eini springen kannst, holst auch nix zum Kühlen aussi!
Get it (so you speak..)
20:41
Ganz einfach. Den feinen Herrn Middelhoff hat keiner kontrolliert.
Und den Insolvenzverwalter kontrolliert auch keiner.
Geld bekommen sie alle. Reichlich.
Herr Middelhoff hat schon Kasse gemacht, der andere kommt noch, seine Kohle ist sicher, wie auch Krankenkassen,Finanzamt usw.
Personal, mal schauen wie es ausgeht.