Warum Düsseldorf auch Essen und Dortmund abhängt
05.08.2009 | 08:19 Uhr 2009-08-05T08:19:00+0200
Essen. Das Ruhrgebiet schrumpft, das Rheinland wächst. Besonders die schuldenfreie Landeshauptstadt wächst gegen den Trend und ist der große Gewinner der Bevölkerungsentwicklung in NRW. Düsseldorf peilt die 600.000er Marke bis 2020 an, hat Essen überholt und lässt Dortmund hinter sich. Warum?
Die Zeit der Ratschläge ist vorbei. Die Zeit, in der Düsseldorfs OB Joachim Erwin (CDU) den reichen Onkel aus der Landeshauptstadt gab und sich anmaßte zu sagen, wäre er eine Zeitlang Stadtoberhaupt von Essen, würde man dort wieder gerne leben. Dirk Elbers (CDU), der gemütlich daherkommende Nachfolger des Verstorbenen, mag keinen Streit mit den Nachbarn, sein Planungsdezernent Gregor Bonin lässt sich nicht zu Empfehlungen an ein schrumpfendes Ruhrgebiet hinreißen: „Jede Stadt hat unterschiedlich gelagerte Probleme, da kann man keine Tipps geben.” Gleichwohl hat man es am Rhein längst schriftlich: Düsseldorf wächst gegen den Trend und ist der große Gewinner der Bevölkerungsentwicklung in NRW.
Beim Regionalverband Ruhr sieht man keine Völkerwanderung von Fluss zu Fluss. Aber es sei schwierig, neue Bewohner anzulocken. Düsseldorf peilt die 600 000er Marke bis 2020 an, hat Essen überholt und lässt Dortmund hinter sich. Investoren ziehen allein in vier Großprojekten derzeit 3200 Wohnungen hoch. Selbst bei Quadratmeterpreisen von bis zu 4000 Euro für Eigentum oder zwölf Euro kalt bei Miete bleibt kein Zimmer leer.
741 Millionen Euro Gewerbesteuer in der Krise
Wer über die Anziehungskraft Düsseldorfs Genaueres wissen will, landet bei den Finanzen. Zwar räumt Kämmerer Helmut Rattenhuber ein Minus von 19,5 Prozent bei der Gewerbesteuerprognose 2009 ein. Aber er sammelt immer noch 741 Millionen Euro ein. Essen rechnet mit 367, Dortmund mit 315 Millionen.
Düsseldorf verfügt traditionell über eine gesunde Unternehmensmischung. Dass die Stadt mehrmals hintereinander die Gewerbesteuersätze gesenkt hat, sei aber „auch ein ermutigendes Signal für Firmen” gewesen, sich anzusiedeln, urteilt IHK-Hauptgeschäftsführer Udo Siepmann. Der Standort gilt als stabil. Fast schon vergessen ist, dass die Stadt von 1994 bis '99 unter Haushaltsaufsicht stand und sich aus der Krise sparte.
Investitionen ín Kultur, Bildung und Sport
Düsseldorf nutzt die gewaltigen Finanzspielräume, hat mit Hilfe des umstrittenen Verkaufs der Stadtwerke-Mehrheit und der RWE-Aktien einen 1,5 Milliarden Euro hohen Schuldenberg abgetragen, investiert in Infrastruktur und Service, in Kultur, Bildung und Sport statt Banken mit Schuldzinsen zu füttern. Allein 35 Millionen pumpt die Stadt jährlich in die Sanierung von Schulen, und ab sofort ist der Besuch von Kindertagesstätten gratis. „Wir sind eine Familienstadt”, wirbt Dirk Elbers, und es ist nicht nur ein Slogan – mit den Arbeitsplätzen kommen die Menschen und mit dem Zuzug junger Familien steigt die Geburtenrate seit Jahren. Eine Erfolgsstory, die sich herumspricht.
Also alles eine Frage des Geldes? Es ist auch eine Frage nachhaltiger Stadtplanung, mutiger Entscheidungen und ihrer schnellen Umsetzung, glaubt Bonin. So hat sich der Hafen, früher der Industrie vorbehalten, unter Mithilfe weltbekannter Architekten in einen Szenetreff verwandelt, in dem auch das Wohnen am Wasser nur eine Frage der Zeit ist. Und in der Verteilung von Handelsflächen hat sich Düsseldorf kaum einen Ausreißer erlaubt, um eine intakte Innenstadt nicht in Gefahr zu bringen. In der auch die Mülheimer gerne einkaufen gehen.
23:12
Das kotzt mich am meisten an. In Dortmund wird IMMER über ALLES gemeckert, anstatt sie sich mal auf etwas freuen. Alles was gemacht wird ist schlecht. Nur wenn man mal jemanden in Dortmund fragt, was sie denn besser machen möchten, fällt denen meistens nur Müll oder nichts ein. Aber das ist typisch fürs Ruhrgebiet: Immer meckern und früher war sowieso alles besser.
HALLO: Man muss doch auch mal nach vorne gucken !!!
22:50
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20:59
Das selbe möchte ich auch über Dortmund sagen. Ich finde diese Leuchturmprojekte sind wegweisend für die Stadt Dortmund und bringen diese Stadt nach vorne. Ich möchte sogar behaupten, dass sich nach der Wirtschaftskrise ein Ruhrgebietsboom einstellen wird. Ich sehe Essen und Dortmund ganz klar auf dem Weg nach oben. Aber das wird uns das kommende Jahrzehn erst zeigen ! Also Leute. Abwarten und Tee trinken.
Und Düsseldorf ist keineswegs eine schlechte Stadt. Ich finde diese Stadt sehr lebenswert und schön. Nur darf man nicht vergessen, dass jede Stadt ihre eigenen Wege gehen muss, um Lebensfähig zu bleiben. Wie sich Düsseldorf entwickeln wird, ohne dem Tafelsilber, wird sich auch erst im nächsten Jahrzehnt zeigen.
Jedoch ist ein starkes Düsseldorf genauso wichtig für NRW wie ein starkes Ruhrgebiet. Und an diesen starken Ruhrgebiet muss der Weg weiter gegangen werden. Sonst sieht es in NRW düster aus. Das ist meine Meinung zum Thema.
20:02
Leute, Ihr werdet es sehen. In Essen wird derzeit die Saat ausgetragen und in einiger Zeit wird die Ernte eingefahren. Wir werden nie wie Düsseldorf sein, allerdings ist in den letzten Jahren vieles an positiven Dingen auf den Weg gebracht worden. Wir sind stolz auf unser Essen!
18:28
Als gebürtiger Düsseldorfer, der jetzt in Dortmund lebt, kann ich nur sagen: Düsseldorf ist einfach nur überbewertet. Und eine Stadt, in der das Fußballstadion Esprit-arena heißt, kann niemals mit Dortmund konkurrieren.
15:14
Man vergleiche nur das Publikum auf der Düsseldorfer Kö mit dem der Essener Kettwiger. Der Unterschied macht´s! Die Kluft wird immer größer, leider.
14:40
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10:54
Die Düsseldorfer sind asozialer als die Berliner und versnobter als die Münchner.
10:06
@2 von HenryD:Ich kann mir nur schlecht vorstellen,dass du auch nur eine dieser Schnepfen nicht ins Bett katapultieren würdest.
09:51
Düsseldorf is gut zum arbeiten, aber schlecht zum Wohnen, deshalb wohn ich gern im Pott, einer der wenigen Orte in Deutschland, wo es sich leben lässt.
Düsseldorf hatte natürlich einen ganz anderen Hintergrund. Der Pott war jahrelang DAS wirtschaftliche Zentrums Europas, bis es mit der Kohle niederging und keiner es wahrhaben wollte. So war die Wirtschaft praktisch zerstört.
Was fehlt, ist ein Aufbau-Programm Ruhr um die strukturell verschuldeten Kommunen (auch wenn die all ihr Hab und Gut verkaufen, machen die noch Miese und hätten damit Handelsperspektiven in der Zukunft gekillt). Im Osten gibt es sogar schon, trotz jahrzehnterlanger Misswirtschaft durch Sozialisten, Kommunen, die deutlich besser dastehen als das Ruhrgebiet.
Das Wichtigste ist deshalb, dass irgendein Politiker das mal ein Programm auflegt.. aber wir sind nunmal nicht Landeshauptstadt, sonst ging das schnell.
Das 2t wichtigste ist ein Regierungsbezirk Ruhr.