Warten auf die Kanzlerin
30.03.2009 | 18:06 Uhr 2009-03-30T18:06:00+0200
NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) zeigt sich vor dem Besuch der Opel-Zentrale durch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Rüsselsheim zuversichtlich.
Bochum/Essen. „Die Bundeskanzlerin hält die Zusage ein, Opel in Rüsselsheim zu besuchen. Sie wird morgen sagen können, dass es eine gute Chance für die Rettung von Opel gibt”, sagte Rüttgers der WAZ. Er begrüßte zudem den Wechsel an der Spitze von General Motors (GM). Rüttgers sei sicher, dass der neue Chef Fritz Henderson „ein Verbündeter ist in dem Bestreben, Opel und den Standort Bochum zu erhalten”.
Henderson ist in der Nacht zum Montag als Nachfolger von Rick Wagoner an die Spitze des schwer angeschlagenen Unternehmens berufen worden. Durchgesetzt wurde der Wechsel vom Krisenstab, den US-Präsident Barack Obama zur Rettung der Autoindustrie eingesetzt hatte. Der Krisenstab lehnte auch den von GM vorgelegten Sanierungsplan ab und gewährte lediglich eine Überbrückungshilfe für zwei weitere Monate. In dieser Zeit muss GM den Plan nachbessern, um weitere Staatshilfen zu erhalten.
Der Bochumer Betriebsratschef Rainer Einenkel forderte nach einer Versammlung von rund 3000 Mitarbeitern die Bundesregierung zum Handeln auf. „Wir erwarten eine verbindliche Aussage”, so Eienkel. Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz verlangte von Merkel einen Paradigmenwechsel im Umgang mit den USA. Die Bundesregierung solle nicht länger auf Entscheidungen in den USA warten. „Die Bundeskanzlerin sollte von der US-Regierung fordern, dass sie die an sie verpfändeten europäischen Werke freigibt.”
Dies sei Voraussetzung, um mit den Fabriken eine neue europäische Opel AG aufzubauen. Er hoffe auf Klarheit „in den nächsten Tagen”. Franz setzt dabei vor allem auf das geplante Gespräch von Merkel mit Barack Obama. Klaus Franz begrüßte die Berufung von Henderson ebenfalls.
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