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Neue Telenovela widmet...

Von wegen abgestempeltes Gesicht

01.03.2009 | 18:57 Uhr
Von wegen abgestempeltes Gesicht

Essen. Keine Angst vor Vorurteilen: Theresa Scholze spielt die Hauptfigur der neuen Telenovela „Alisa – Folge deinem Herzen”, die das ZDF ab heute um 16.15 Uhr ausstrahlen wird. Rainer Tittelbach führte ein Interview mit ihr.

Es überrascht mich, dass Sie eine Telenovela machen…

Scholze: Ich habe mir das lange überlegt, hatte schon Bedenken von wegen abgestempeltes Gesicht. Es gab auch Kollegen, die mir abgeraten haben. Doch dann bin ich in mich gegangen …

… und haben sich die Vorteile vor Augen gehalten?

Scholze: Genau, warum sollte ich ein Angebot ablehnen, das mir ermöglicht, ein Jahr lang kontinuierlich zu spielen. Ich bin Schauspielerin, ich möchte spielen, habe eine Menge Energie und ich habe den Ehrgeiz, meine Sache gut zu machen.

Fernsehstars aus NRW

Keine Angst vor Vorurteilen?

Scholze: In der Branche ist das Image der Telenovela gar nicht mehr so schlecht. Eine Aufwertung erfuhr das Genre durch eine Reihe gut gemachter Telenovelas. Im Übrigen bin ich der Meinung, dass es auch meine Aufgabe ist, den Zuschauer zu unterhalten und ihm nicht nur Krisen-Themen vorzuspielen.

Welche Rolle spielte es, dass Alexandra Neldel und Tanja Wedhorn ihre Telenovelas alles andere als geschadet haben?

Scholze: Klar spielt das auch eine Rolle. Die Zeiten sind vorbei, in denen eine Telenovela karriereschädigend wäre.

Sie drehen seit September – was ist Ihr Eindruck?

Scholze: Ich habe den Eindruck, alle sind gewillt, die Telenovela neu zu erfinden. Die Dialoge sind besser als in mancher Drama-Serie. Richtig überrascht war ich vom Look: die Bilder sehen zum Teil aus wie auf dem 20.15-Uhr-Sendeplatz. Im Gegensatz zum Vorläufer „Wege zum Glück” sind wir dramaturgisch dichter und fürs Genre sogar relativ humorvoll.

Wo muss man Abstriche machen?

Scholze: Beim Studio sieht man immer ein bisschen, dass es Studio ist. Für mich ist es auch gewöhnungsbedürftig, dass es Szenen gibt, in denen wir dem Zuschauer noch mal erzählen, was bisher geschah, weil er vielleicht eine Folge verpasst hat.

Alisa geht nicht in die große Stadt, sondern sie geht in die Provinz. Spricht da der Zeitgeist?

Scholze: Heike Hempel hat mal gesagt, dass der fiktive Handlungsort Schönroda für ganz Deutschland stehen könnte. Für mich persönlich passt es auch: ich wohne in Potsdam und nicht in Berlin. Und für eine Heldin ist es schon eine andere Haltung, ob sie in die Großstadt geht und sagt: „Hoppla, jetzt komm ich“, oder ob sie zurückgeht in die Heimat – nicht zuletzt deshalb, weil sie sich das Großstadtleben nicht mehr leisten kann. Alisa lernt, die Vorzüge der Kleinstadt kennen, erfährt wie angenehm es ist, in der Familie aufgehoben zu sein – ich denke, das spricht die Sehnsüchte vieler Zuschauer an.

Rainer Tittelbach

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