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Von der Schreibmaschine zum Internet-Radio

05.03.2008 | 17:00 Uhr
Von der Schreibmaschine zum Internet-Radio

Der Hattinger Unternehmer Heinz Prygoda will die Traditionsmarke Olympia um Unterhaltungselektronik bereichern. Auf der Computermesse CeBIT stellt die Vertriebs GmbH ein neues Online-Radio vor. Schreibmaschinen gehören weiter zum Sortiment.

Hein Prygoda will mit den "WebRadios" auch den Markt der Unterhaltungselektronik erschließen.

Die dunkle Oberfläche glänzt edel im Licht der Messescheinwerfer. Das meeresblaue Display liegt voll im Trend der Unterhaltungselektronik-Branche. Eleganz ist bei den neuen Internet-Radios von Olympia angesagt. Ganz anders als bei Schreibmaschinen, durch die das Unternehmen weltbekannt wurde. 

„Das Interesse ist riesig”, sagt Heinz Prygoda. Die Internet-Radios wecken bei den Messebesuchern Kauflaune. Media Markt habe die drei ersten Modelle der Produktserie in 100 Filialen ins Sortiment aufgenommen. „Wir wollen einen Händler nach dem anderen als Kunden gewinnen”, sagt der 55-Jährige. Ganz ohne Computer empfängt das Gerät derzeit 9000 Radiostationen aus aller Welt. Voraussetzung ist ein Internet-Anschluss. Das Gerät wählt sich kabellos in das Hausnetzwerk (W-Lan) ein. Die Musik lässt sich nach Genres sortieren, sogar auf einer Speicherkarte aufzeichnen. Als Käufer hat Olympia Einwanderer, die auf Heimatempfang gehen, ausgemacht.

80 Jahre Büromaschinen
Von Erfurt nach Hattingen

Das Unternehmen Olympia kann auf eine abwechslungsreiche Geschichte zurückblicken.

Olympia – das war in den 1930er Jahren zunächst ein ostdeutsches Markenzeichen. Die „Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft” (AEG) vertrieb ihre in Erfurt produzierten Schreibmaschinen und Bürogeräte unter diesem Namen. Nach dem zweiten Weltkrieg machten die russischen Besatzer aus Olympia den „Volkseigene Betrieb Optima Büromaschinenwerke”.

Ehemalige Mitarbeiter hatten Konstruktionszeichnungen gesichert und gründeten die AEG Olympia am Standort Wilhelmshaven neu. Das Unternehmen wuchs in Wirtschaftswunderzeiten, beschäftigte bis zu 15 000 Mitarbeiter. In den 1990-er Jahren wurde das Werk geschlossen. Olympia hatte den Einstieg in den modernen PC-Markt verpasst. AEG und Daimler Benz verkauften die Sparte Olympia nach Fernost.

Der Hattinger Heinz Prygoda, der zuvor schon als Vertriebspartner aktiv war, sicherte sich 1997 die Vertriebsrechte, zunächst für Deutschland, ab 2003 für Europa, die ehemaligen GUS Staaten, den mittleren Osten und Nordafrika. Am Hattinger Standort arbeiten heute 40 Mitarbeiter.

Für den Herbst dieses Jahres ist ein Umzug geplant. Prygoda und seine Mitarbeiter wollen aus einem 4500 Quadratmeter großen Gebäude am Wasserwerk in eine leerstehende Halle (14 700 Quadratmeter) auf das Gelände der ehemaligen Henrichshütte ziehen.

CeBIT Hannover: Noch bis zum Sonntag, 9. März, ist Olympia mit einem Stand in Halle 7 der Messe vertreten. Öffnungszeiten: täglich 9 bis 18 Uhr.

www.olympia-business.de

Die Internet-Radios bereichern das Sortiment um Unterhaltungs-Elektronik. „Wir haben einen Designer eingestellt”, sagt Heinz Prygoda, der sich 1997 Jahren nach Einstellung der Produktion in Wilhelmshaven den Markennamen sicherte und eine Vertriebs GmbH gründete. Schritt für Schritt soll sich der Wandel beim Kunden durchsetzen. „Ich denke, wir haben einen Pfad in die Zukunft gefunden.” Die Fertigung der Produkte übernehmen Zuliefer-Betriebe. Olympia gibt seinen Namen her und beliefert Ketten wie Rewe oder Saturn. 350 000 Papierschredder waren es im vergangenen Jahr, 33 800 Registrierkassen – ebenfalls ein wachsender Markt.

Das WebRadio 100 ist das Modell aus der Serie mit dem geringsten Leistungumpfang. Es lässt sich als Empfänger mit einer herkömmlichen Stereo-Anlage kombinieren. Das WebRadio 300 dagegen verfügt über Funktionen wie eine Mikro-Steroe-Anlage. Fotos: Arne Poll

"So lange es noch Schreibmaschinen gibt, werden wir sie vertreiben", sagt Heinz Prygoda. Hauptabnehmer der mechanischen Schreibmaschinen kommen aus Äthiopien und anderen afrikanischen Ländern. Dort fehlt Strom für Personal-Computer.

Schreibmaschinen gehören bei Olympia übrigens immer noch zum Sortiment. „So lange wie es Schreibmaschinen gibt, werden wir sie vertreiben”, sagt Prygoda. 12 000 der bis zu 26 Kilo schweren mechanischen Maschinen finden noch jährlich den Weg zum Verbraucher. „Wir schicken einmal im Monat einen Container nach Äthiopien”, sagt Vertriebsleiter Karl-Heinz Gaugel. Dort habe sich der Computer noch nicht durchgesetzt. Es fehlt Strom. Nicht nur die Äthiopier, auch Ex-Bundesarbeitsminister Franz Münterfering habe sich zum Abschied vom Berufsleben eine „echte Olympia” gewünscht. „Die haben wir ihm geschenkt”, sagt Gaugel. Schließlich sei das ja eine tolle Werbung, wenn es irgendwann heißt, dass „Münte” seine Memoiren auf Olympia getippt hat.

Arne Poll

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Kommentare
04.05.2008
18:39
Von der Schreibmaschine zum Internet-Radio
von radio567.com | #7

Hallo an alle Internetradio Interessierten. Ich habe das Web-Radio 300 nun seit einiger Zeit in Betrieb. Auch mit der kostenpflichtigen Servicehotline habe ich schon telefoniert.
Kommen wir zunächst zum Technischen bevor wir das Design loben.
Ich betreibe seit langem ein Noxxon iRadio. Mit dem muß sich das Web-Radio 300 (300) messen. Leider gibt es mehrere Probleme mit dem Empfang der Streams. Hat das 300 einen Server gefunden fängt es für ca. 20-50 sec. an zu puffern. Das ist deutlich zu lang. Es kommt häufig vor, dass die Pufferung stoppt. Mal bei 13, mal bei 25% usw. Ein weiteres Problem sind die Fehlermeldungen Verbindungsaufbau fehlgeschlagen, Datenverarbeitungsfehler, Verbindungsfehler und Wiedergabeliste empfangen. Dann darf man sich einen anderen Sender aussuchen. Und das bei Sendern wie N-Joy, FFH für Kids oder ffn. Das Noxxon macht dabei keine Probleme. Meines Wissens nach holen sich beide die URLs von vTuner.
Ferner sollte man trotz deutschsprachiger Einstellung der englischen Sprache mächtig sein. Für mich stellt das nicht wirklich ein Problem dar. Beim Noxxon steht im Display Deutschland und nicht Germany...
Am letzten Freitag war die Service Hotline zwar besetzt, jedoch war der Mitarbeiter für das 300 im Urlaub. Ich solle am Montag wieder anrufen.
Die Kombination aus CD, Internetradio und UPnP Player ist ein sehr guter Ansatz. Auch das Design gefällt. Bei der Software (V1.0.3 - 029) hingegen darf man noch mit einigen Updates rechnen. Die ist leider noch nicht ausgereift.
Fazit: Für Internetradio Einsteiger nicht das Richtige.

04.05.2008
11:23
Von der Schreibmaschine zum Internet-Radio
von navi1 | #6

Hallo, na der Designer scheint sich nicht viel Mühe gemacht zu haben bei den Geräten ;-) Ich würde mal sagen, das er einfach die Namen von Noxxon und terratech von den Geräten gebannt und den Namen OLYMPIA drauf gelabelt hat. Der Gedanke an sich für ein Internet-Radio ist sehr gut, aber eins noch: Heute senden fast ausschließlich alle Radiostationen in Stereo. Warum entwerfe ich als Designer ein Radio, welches in der Gesamtverpackung nur Mono-Ton zum Hören bringt ?Wenn ich ein Gerät aufstelle, dann möchte ich doch auch sicher ohne Kopfhörer auch mal richtig Musik hören; also in Stereo. Es soll keine negative Andacht, sondern nur mal so ein Gedanke sein.

10.03.2008
10:36
Von der Schreibmaschine zum Internet-Radio
von Pflaenzel_ArtDir_OLYMPIA | #5

Einen Guten Tag an balu_der_baer und Herrn wolfsraunen!
Vielen Dank für Ihr aktives und für uns wertvolles Interesse an unserem Unternehmen und insbesondere unseren neuesten Produkten!
Besonders unsere neuen Internet-Radios erfreuen sich außerordentlich großer Beliebtheit. Sie wurden kürzlich sogar um einige Features erweitert und Sie können sich ganz bequem jederzeit ein aktuelles Datenblatt von unserer Homepage generieren lassen. Falls Sie sich sehr vertiefend mit den Produkten beschäftigen möchten, steht es Ihnen seit neuestem sogar frei, sich die einzelnen Handbücher in Form komprimierter pdfs herunterzuladen, um die Produkte genauestens studieren zu können.
Einen herzlichen Gruß aus Hattingen,
Dipl-Des. Claudia Pflänzel
- Art Direction bei Olympia -

08.03.2008
09:44
Von der Schreibmaschine zum Internet-Radio
von balu_der_baer | #4

@wolfsraunen:
Offensichtlich sind sie wenigstens in der Lage, kurzfristig zu reagieren und nachzubessern. Das schafft heute je wirklich nicht mehr jeder Anbieter.

06.03.2008
13:59
Von der Schreibmaschine zum Internet-Radio
von wolfsraunen | #3

Auf der Website von Olympia kann ich noch nicht einmal nachlesen welche Dateiformate dieses an sich interessante Gerät abspielen kann. Dilettantismus pur! So wirds wohl nichts werden...

06.03.2008
10:55
Von der Schreibmaschine zum Internet-Radio
von dual | #2

internetradio ist die zukunft..! definitiv.

05.03.2008
19:54
Von der Schreibmaschine zum Internet-Radio
von balu_der_baer | #1

Die gute, alte Olympia hat Jahrzehnte gebraucht, um mitzukriegen, daß es so was wie Computer gibt. Danach war es vorbei mit dem Unternehmen. Ich drücke der Hattinger Firma die Daumen, daß es mit der neumodischen Technik jetzt besser klappt.

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