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Vom Kalbsragout zum Kulturspektakel

07.12.2009 | 18:49 Uhr

Essen. "Ruhr 2010” bietet eine Internet-Seite, die Veranstaltungsbesuchern das Restaurant zum Event empfiehlt: www.ruhrmenue.de.

Essen. Angenehmerweise haben sich die Kulturhauptstadtmacher bislang kulinarische Wortspiele verkniffen. Die Zutat für ein Erfolgsrezept haben sie dennoch nicht vergessen: Kundennähe. Sie scheint kulinarisch wahr zu werden.

www.ruhrmenue heißt ein Internet-Portal, das das Kalbsragout zur Performance und bestenfalls das Dessert-Tüpfelchen auf dem Event-I liefert. Und das geht so: Auf die gewaltige Landkarte, die die 53 Städte von „Ruhr2010” bilden, hat eine Jury Hauben verteilt, Kochmützen also. Sie zeigen, wo man in der Nähe des angepeilten Kulturorts essen gehen kann und wie. Das „Wie” erläutern Farben. Rote Haube: Top-Klasse. Gelbe Haube: einfach und gut. Dazwischen liegt lila: Oberklasse. Und ein Klassiker-Imbiss wie der von Dönninghaus in Bochum? Läuft außer Konkurrenz, also in der Rubrik „Kult”, weißes Ausrufezeichen auf blauem Grund.

Es kommt also in einer Region jetzt endlich mal auf einen Teller, was solange jedem sein eigenes Süppchen war. Entsprechend erfreut servierten am Montag Gastro-Kritiker, der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband, Wirte, Zulieferer und Verfechter regionaler Küche die Seite.

„Selbstschreibeportal”

Wer sie speist? „Es ist ein Selbstschreibeportal”, sagt Herwig Niggemann (Niggemann GmbH Bochum). Das heißt: Hat die zwölfköpfige Jury (dabei: unter anderem Berthold Bühler von der Kettwiger Résidence) einem Restaurant grünes Licht gegeben, hat es seinen Platz online. Und dann kocht der Chef: Er wählt Bilder aus, beschreibt Küche, Öffnungszeit etc. . Und dass er der Allergrößte ist? „Wir werden die Pflege des Portals kritisch begleiten”, sagt Niggemann. Schließlich soll es auch nach 2010 bestehen – als Service für Touristen und Einheimische.

600 Restaurants von Kamp-Lintfort bis Dortmund sind eingetragen, „1000 könnte die Schallgrenze sein.” Cafés bleiben ebenso draußen wie die untere Schiene der Systemgastronomie. Der erste Test der Redaktion fällt gespalten aus. Die überlappenden Mützen auf der Landkarte sind für Einsteiger kein Übersichts-Knüller. Publikumsmagneten für einen Nachmittag mit Kindern (etwa „Zoom” in Gelsenkirchen) waren zumindest über die Suchfunktion noch nicht zu finden. Praktisch dagegen: Unterkategorien wie „Modern leicht” oder „Regionales Angebot” ebenso wie die „€”-Einordnung nach Portemonnaie-Dicke. Die Präsenz ist für Restaurants gratis. Bewerbungen jederzeit möglich.

Lars von der Gönna

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