"Unser Blutzoll wird steigen"
05.06.2009 | 17:00 Uhr 2009-06-05T17:00:00+0200Berlin. Mit Blick auf den deutschen Wahlkampf verwickeln die Taliban deutsche Soldaten häufiger in Gefechte. Im Norden Afghanistans herrscht Krieg - und ein Ende ist nicht in Sicht.
Am fernen Hindukusch haben die Taliban den deutschen Wahlkampf fest im Visier. Im Norden Afghanistans, dem Stationierungsgebiet der mehr als 3500 Soldaten der Bundeswehr, bahnt sich eine militärische Offensive der Aufständischen an. Immer wieder verwickeln die Taliban deutsche Soldaten in massive Feuergefechte. Sie beschießen Routine-Patrouillen mit Kalaschnikows und Panzerfäusten. Die Deutschen wehren sich und erhalten für ihr Gefecht die Unterstützung amerikanischer Kampfjets.
„Unser Blutzoll wird steigen”, prophezeit ein verantwortlicher deutscher General in Berlin angesichts wachsender Verluste. Der Einsatz der Bundeswehr, lange als Beitrag zur friedlichen Stabilisierung Afghanistans verharmlost, ist längst zum Krieg geworden. Von „Unfällen” spricht nicht einmal mehr der überforderte Verteidigungsminister Franz-Josef Jung (CDU). Sondern von „Gefallenen”. Bisher sind 35 tote deutsche Soldaten zu beklagen. Längst ist der Kampf gegen den Terrorismus in einem Abnutzungskrieg gemündet, der von den westlichen Streitkräften militärisch nicht zu gewinnen ist.
An Attentate gewöhnt
An Sprengfallen, Selbstmordattentate und Raketenbeschuss ihrer Feldlager in Kundus und Mazar-e-Sharif sind die deutschen Soldaten gewohnt. Seit wenigen Wochen aber suchen die erstarkten Taliban sie in Gefechte zu zwingen – auch, so wird im Kanzleramt vermutet, um an der deutschen Wahlfront die ohnehin skeptische Haltung der Bürger zum Afghanistan-Einsatz zu erschüttern.
Der Bundeswehrverband, die Interessenvertretung der Soldaten, spricht von einer „neuen Qualität” des Kampfes, weil die Taliban „zunehmend taktisch geordnet” vorgehen und in der Lage sind, Feuergefechte mit den Deutschen über einen längeren Zeitraum durchzustehen. Wie viele Taliban dabei auf der Strecke bleiben, wissen die Deutschen nicht: In aller Regel lassen die Aufständischen ihre getöteten oder verwundeten Kämpfer nicht zurück.
Angst vor Aufständischen
Erschwerend kommt hinzu, dass die Informationsquellen in den Dörfern zu versiegen drohen, weil die Bewohner von den Aufständischen eingeschüchtert werden.
Die unzureichende öffentliche Unterstützung daheim lässt die deutschen Soldaten, nicht unberührt. Militärische Erfolgsmeldungen bleiben aus, die Zeit scheint für die Taliban zu arbeiten. Der US-Oberbefehlshaber General David McKiernan spricht denn auch von einer „Abwärtsspirale”. Und Präsident Obamas Sonderbotschafter Richard Holbrooke hat den Erfolg oder Misserfolg der Nato in Südwestasien zur „Existenzfrage” der westlichen Allianz erklärt.
In deren Jargon heißt das neue Code-Wort längst „AfPak” – die Zukunft Afghanistans entscheidet sich in Pakistan, dem derzeit gefährlichstem Land der Welt. Die fortschreitende „Talibanisierung” dort, sagt Robert Blackwell, früher US-Botschafter in Indien, „ist die gefährlichste internationale Situation seit der Kuba-Krise von 1962”.

20:14
Das alles interressiert den Kriegsminister Jung nicht wenn es nach ihn ginge würden tausend weitere Soldaten nach Afghanistan geschickt!!!! Irgenwie muss er sich daran aufgeilen anders ist dieser ****** nicht zu verstehen !!!!
11:21
Nicht nur das, wir vergehen uns auch an den Afghanen, die uns nicht wollen. Wir sind, wie jeder fremde Soldat, Aggressoren!
19:11
Und sie werden nicht eher ruhen bis der letzte Soldat abgezogen ist. Unsere Politiker merken dies nicht oder verschließen die Augen vor der Wahrheit. 35 gefallene Soldaten in einem unsinnigen Krieg sollten doch schon Blutzoll genug sein oder will Franz Josef Jung noch mehr Eltern , Wittwen und Waisen das Beileid der Bundesrepublik zuheucheln ?