Textil-Discounter Kik schließt Kinderarbeit in der Produktion nicht aus
07.05.2008 | 21:34 Uhr 2008-05-07T21:34:00+0200Die Tengelmann-Tochter schließt nicht aus, dass ihre Kleidung von Kindern hergestellt wird. Unicef: Weltweit arbeiten 215 Millionen Kinder unter ausbeuterischen Bedingungen.
Bönen/Essen. Kleidungsstücke des Textil-Discounters Kik werden möglicherweise durch Kinderarbeit hergestellt. „Wir können Kinderarbeit bei der Produktion unserer Waren nicht zu 100 Prozent ausschließen”, sagte Heinz Speet, geschäftsführender Gesellschafter bei Kik der WAZ. Kein Handelsunternehmen könne das.
Vor allem in China und in Bangladesch sieht sich das zur Tengelmann-Gruppe gehörende Unternehmen aus Bönen mit dem Problem konfrontiert. „In diesen Ländern haben Lieferanten noch einmal Sublieferanten. Da fällt Kontrolle unheimlich schwer.” In Bangladesch, das man als höchsten Risikomarkt ansieht, hätten von Kik beauftragte Prüf-Institute begonnen, alle Lieferanten zu prüfen. „Wir haben das Problem erkannt und arbeiten daran”, sagte Speet. Der Textil-Discounter lässt nach eigenen Angaben beinahe in jedem asiatischen Land produzieren.
Bernhard Henselmann, Initiator der Kampagne „Aktiv gegen Kinderarbeit” bemängelt, dass Kik nicht bekannt gibt, wo Produktionsstandorte liegen und wie die Lieferanten heißen. „Wer in den ärmsten Ländern der Welt über lange Lieferketten produzieren lässt, kann Kinderarbeit nicht ausschließen”, sagte Rudi Tarneden, vom Kinderhilfswerk Unicef Deutschland der WAZ. Zugleich ordnet er die Aussagen der Kik-Geschäftsführung als „mutig und ehrlich” ein.
Kik ist bekannt für seine Niedrigpreise. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hatte im November Strafanzeige gestellt wegen Lohndumpings. Die Staatsanwaltschaft wurde daraufhin aktiv, stellte die Ermittlungen aber nach kurzer Zeit wieder ein.
Waren billig herzustellen, sei aber nicht das Hauptproblem bei der Kinderarbeit. Auch teure Produkte würden von Kindern hergestellt, sagte Henselmann und verwies auf die Herstellung teurer Fußbälle durch Kinder in Pakistan.
Nach Unicef-Schätzungen müssen weltweit 215 Millionen Kinder unter 15 Jahre ausbeuterische Kinderarbeit verrichten. Sie arbeiten etwa in der Feuerwerkskörper-Herstellung, in Steinbrüchen oder auf Baumwoll-Plantagen. Oft verleihen Eltern ihre Kinder auch gegen Geld. „Auf dieses Geld müssen die Eltern dann Zinsen bezahlen, womit sie in ständige Abhängigkeit geraten”, sagte Tarneden. In den ärmsten Ländern gehört Kinderarbeit bis heute zum Erwachsenwerden dazu. „Als Erwachsene sind diese Menschen dann oft arbeitslos, weil sie schlecht ausgebildet sind und billige Arbeitskräfte nachwachsen”, sagte Tarneden.
Kommentar: Globalisierung hat Mitschuld

15:15
hm, keiner von ihnen scheint wirklich zu wissen, was wirklich in diesen produktionsstaetten passiert. ich habe in den letzten 10 jahren viele entwicklungslaender in suedost asien besucht und mir die kik und Co. fabriken angeschaut.
standard alter der kinder ist 9 bis 13 jahre, 12 stunden schicht plus overtime, die kinder arbeiten unter mittelalterlichen bedingungen fuer weniger als 1 USD am tag ohne jegliche versicherung, verschlissene kinder werden ausgetauscht, andrang ist gross.
hin und wieder erfaehrt man dann auch, dass die leiter dieser staetten die kinder regelmaessig missbrauchen und gegen bestechungsgeld nach zwei tagen wieder auf freiem fuss sind.
von der ausbeitung der bodebschaetze und der vergiftung der natur mit hichgiftigen abfaellen fange ich lieber erst gar nicht an.
KAUFT NICHT BEI DIESEN ANBIETERN !
20:37
Selten so viel Unsinn gelesen. Vielleicht solltet Ihr Schlaumeier euch mal etwas mehr mit dem Thema befassen. Mal ein paar Bücher lesen.Dann würdet Ihr feststellen KiK nur eine Firma von vielen ist.
Da wären z. B. Nike, Adidas, Esprit, Wal-Mart, Kathie Lee etc. die ihre Waren ebenfalls in sogenannten Sweatshops herstellen lassen. Bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 60 - 90 Stunden und einem Stundenlohn von 0,13$ bis 0,25$. Aber die Konzerne sind ja nicht dumm, sie selbst vergeben nur die Aufträge. So kann man dann schön behaupten, von der Ausbeutung nichts zu wissen. Kaum liegen die Sachen dann bei uns in den Regalen, darf man für ein paar Sportschuhe ruhig mal 200€ auf den Tisch legen.
Dagegen ist Kik ja nur ein kleines Licht. Also nichts für ungut. Ich will Kik auch nicht in Schutz nehmen. Ganz im Gegenteil. Aber wenn Ihr schon draufhaut, dann auch auf die, die es wirklich verdient haben.
14:28
Ich sage nur dazu das ist ,,Moderne Sklaverei. Hir in Deutschland mit den Verkäuferinnen und mit den armen Kindern in den dritten Welt Ländern!!!!!Wenn es so weiter geht dann gute nacht Deutschland!!!!So einen Assi Discounter muss man hir einfach verbitten!!!!
10:51
Ja, wir finden ja alle den Slogan Geiz ist geil so toll.
Dann wird bei KIk und anderen Billigläden eingekauft. Hat sich denn schon jemand gefragt, warum das Zeug bei KiK so billig ist ?
Die Waren werden irgendwo in der dritten Welt produziert. Kinderarbeit, fehlender Umweltschutz, fehlende Sozialstandars interessen doch keinen Menschen.
Also warum wundern wir uns?
Wir sind selbst dafür verantwortlich, wenn wir immer nur das Billigste haben wollen.
10:41
Die Menschen i.d.Entwicklungsländern müssen sich schon ihre sozialen Standarts selbst erkämpfen in dem sie sich gewerkschaftlich organisieren und für Schulbildung ihrer Kinder sorgen.
Einen Boykott halte ich für Sozialromantik da er nachhaltig nichts verändert !
09:46
Man kann von hieraus gut über die Kinderarbeit meckern aber, was wäre besser die Kinder herumlaufen oder etwas für den Lebenunterhalt der Familie verdienen? Ich meine das Zweite, denn dort sind mal die Lebenverhältnisse so wie sie sind.
09:14
Allein Schuld sind die sogenannten Schnäppchenjäger! Geiz ist geil!
09:02
Ich habe aus genau diesen Gründen noch nie bei Kik eingekauft. Ausbeuten von Mitarbeitern und Kindern aber Geld genug um 2 Bundesligisten zig Tausende in den Hintern zu blasen um Trikotwerbung zu machen. Ich war bis vor kurzen Hart4 und habe auch jetzt keine Reichtümer, aber es geht ohne KIK. Übrigens, die Gehälter der Geschäftsführung ist von Dumping ausgeschlossen.
08:14
Als ob die Kik-Kunden interessiert, wie und wo die Ware hergestellt wurde - Hauptsache billig.
08:11
Fortsetzung: Dass dies selbstverständlich nicht hinzunehmen ist, versteht sich (eigentlich) von selbst. Alle Handlungsmöglichkeiten, unseren Wertvorstellungen entsprechenden globalen Veränderungen betreffend, sollten selbstverständlich ausgeschöpft werden. Die Mittel dazu sind aber andere, als sie es vor 150 Jahren in Deutschland waren.