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Tierheim in NRW geht schmerzhaften Schritt – „Jetzt herrscht das blanke Chaos“

Tierheim in NRW geht schmerzhaften Schritt – „Jetzt herrscht das blanke Chaos“

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© IMAGO / Pixsell

Diese 20 süßen Welpen muntern dich auf!

Noch zu Beginn der Corona-Zeit konnten viele Tiere von Tierheimen in NRW vermittelt werden. Die Tiere hatten endlich ein neues Zuhause gefunden.

Mittlerweile hat sich das alles gewendet. Die Tierheime in NRW sind wieder größtenteils voll. Die Einrichtung am Hülserkamp in Mönchengladbach geht jetzt einen drastischen Schritt.

Tierheim in NRW: Halter wollen Tiere wieder abgeben

Es geht einfach nichts mehr im Tierheim am Hülserkamp. Leiterin Jasmin Pulver berichtet über die Folgen des Haustier-Booms während Corona. Mittlerweile bekomme sie täglich zahlreiche Anrufe von Hundebesitzern, die ihre Tiere im Tierheim abgeben wollen.

„Die Anfragen haben seit 2020 drastisch zugenommen“, sagt Pulver gegenüber „Rhenischen Post“. In den häufigsten Fällen seien die Hunde als Welpen während der Corona-Zeit angeschafft worden und jetzt hätten die Besitzer keine Lust mehr auf ihre Haustiere.

„Die Leute sind voller Ungeduld und geben sich keine Mühe. Der Hund muss funktionieren, wenn nicht, kommt er weg. Mit den Hunden wird aber nicht gearbeitet, also können sie nicht funktionieren. Ich kann immer wieder nur betonen, wie wichtig ein Hundetrainer ist“, ärgert sich Pulver.

Tierheim in NRW geht drastischen Schritt

Doch die Leute bekommen meistens immer die gleiche Antwort von der Tierheim-Leiterin. Viele beleidigen sie oder legen einfach auf, wenn ihnen gesagt wird, dass zurzeit kein Platz frei sei. „Es ist kein Verständnis dafür da, dass wir wie viele andere Tierheime auch Aufnahmestopp haben“, sagt Pulver, die seit 21 Jahren im Tierheim beschäftigt ist.

So eine Situation habe sie bislang noch nicht erlebt. „2020 und 2021 waren noch hinnehmbar, aber jetzt herrscht das blanke Chaos bei Privathaltern.“ Ihre Prognose: „Es kommt noch schlimmer. Und der Platz für die Hunde muss irgendwoher kommen. In den USA etwa gibt es Heime, die notfalls euthanasieren. Das ist bei uns verboten.“

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Aktuell sind von den 32 Plätzen 15 von Hunden besetzt, die das Veterinäramt eingewiesen hat, da sie aus illegalem Welpenhandel stammen. Manche Hunde werden aufgrund von schlechter Haltung eingewiesen oder weil ihre Halter sie zurückgelassen haben.

Tierheim in NRW stellt Tiere auf Website rein

Die vielen Haltern verweist man auf andere Anlaufstellen, wie die Tieroase Bettrath oder die Monro-Ranch in Merreter. Mittlerweile führt die Einrichtung Wartelisten. Auf der Website des Tierschutzes wird auf Wunsch des Halters ein Foto des Hundes gesetzt, in der Hoffnung, dass sie dort zur Vermittlung freigegeben werden. (oa)