Taliban kündigen Großoffensive an
29.04.2009 | 16:50 Uhr 2009-04-29T16:50:00+0200
Islamabad. Afghanistans und Pakistans radikalislamische Talibanmilizen entfachen in beiden Ländern einen Flächenbrand. Am Hindukusch kündigten sie ab Donnerstag eine landesweite Offensive an.
In Pakistan setzten die Streitkräfte am Mittwoch Soldaten per Hubschrauber in der Nähe des Ortes Daggar im Buner-Distrikt rund 100 Kilometer westlich der Hauptstadt Islamabad ab. Sie sollen Gruppen der radikalislamischen Talibanmilizen bekämpfen, die jetzt in das Gebiet vorgerückt waren. Unter den „Gotteskriegern”, die in der Umgebung des Swat-Tals kämpfen, befinden sich nicht nur Paschtunen des Grenzgebietes, sondern auch Tadschiken aus Zentralasien.
Die Operation „Nasrat” (Unterstützung) in Afghanistan soll sich laut einer Mitteilung des stellvertretenden Talibankommandeurs Mullah Brodar Akhund gegen Militärstützpunkte, diplomatische Vertretungen, die Regierung und Parlamentsabgeordnete richten. Anfang der Woche hatten die Regierungsgegner erstmals einen kompletten Distrikt in der Nähe des nordafghanischen Stadt Kunduz, in der Truppen der Bundeswehr stationiert sind, unter ihre Kontrolle gebracht. Am Mittwoch wurden fünf deutsche Soldaten bei einem Selbstmordanschlag verletzt, der Attentäter starb.
Steinmeier überraschend in Kabul
Die Taliban beschreiben ihre angekündigte Offensive als Antwort auf die Truppenverstärkung durch die USA. Damit droht der „Afpak-Plan” des US-Präsidenten Barack Obama unerwartete Folgen zu haben, den auch der deutsche Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier am Mittwoch bei seinem Überraschungsbesuch in Kabul befürwortete. Er erklärte, dass er eine „regionale Lösung” beim Kampf gegen den Terrorismus befürworte, die Pakistan einschließe. „Solange das nicht der Fall ist, haben unsere Anstrengungen in Afghanistan nur begrenzten Erfolg”, sagte der SPD-Kanzlerkandidat. Die Antwort der Talibanmilizen: Sie weiten ihre Aktionen in beiden Ländern aus. Denn auch in Pakistan gingen radikalislamische Milizen in die Offensive.
Noch erkennen die Politiker am Indus die Tragweite nicht. „Wir werden die Militäroperation in zwei Tagen beenden”, verkündete in der Grenzstadt Peshawar Afrasiab Khattak, der „Friedensbeauftragte” der Regierung der Grenzprovinz „North Western Frontier Province” (NWFP). Während Hubschrauber und Flugzeuge vermutete Stellungen der Taliban in Teilen der Distrikte Dir und Buner bombardieren, besetzen Soldaten freilich nur die größeren Orte des Gebiets.
Drohung gegen die USA
Die Mujaheddin der Taliban beherrschen weiter die Umgebung und sind nicht zum Abzug bereit. „Sie fordern Leute auf, an 20 Tage dauerndem Militärtraining mitzumachen”, sagt ein Händler in der Stadt Daggar. In mehreren Teilen der Stammesgebiete entlang der Grenze zu Afghanistan haben die Streitkräfte längst den Versuch aufgegeben, die Islamisten zu vertreiben.
Wie wenig in der Vergangenheit Militäroperationen gegen die Rebellen im Swat-Tal ausrichteten, bestätigte selbst Khattak gegenüber dieser Zeitung. „Wir hatten eine monatelange Militäroperation im Swat-Tal und sie brachte keinen Erfolg”, erklärte er, „wir halten an dem Friedenabkommen fest und werden es umsetzen.” Die Übereinkunft sieht die Einführung der Scharia vor und übergibt die Verwaltungsgewalt im Wesentlichen an die Taliban. Das militärische Vorgehen in Buner und Dir begründet Khattak mit einem Verstoß der Talibanmilizen gegen den „Geist der Vereinbarung”.
Das Abkommen war bei Bekanntwerden als pakistanische Kapitulation vor den radikalen Islamisten interpretiert worden. Aber die insgesamt 500.000 Mann starke Armee des Landes steht offenbar der Guerillataktik der Talibanmilizen so hilflos gegenüber wie die Nato-Truppen am Hindukusch. Abdul Qadeer Khan, der in Ungnade gefallene Vater der pakistanischen Atombombe, drohte am Mittwoch in einer Kolumne in der Tageszeitung „The News”: „Wenn die USA sich weiter aggressiv einmischen, müssen sie früher oder später die Folgen tragen.”

22:36
Pastor Steinmeier hat bestimmt die neuen 48mm-Wattegeschosse für die Truppe mitgebracht.
20:18
Die Frage stellt sich doch:Wer versorgt die Taliban ständig mit Waffen bzw. Nachschub?
20:07
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19:03
Taliban kündigen Großoffensive an
Und gab es da nicht Politiker, die mit dieser Bande Verhandlungen führen wollten???
18:42
Das ist die mittelalterliche Antwort auf einen schwachen US-Präsidenten. Offenbar wird Obama als Weichling eingeschätzt.
18:27
Das kommt davon, wenn keiner mit den moderaten Taliban verhandelt.
Es ist an der Zeit, dass der Westen endlich begreift, bei der Angelegenheit handelt es sich nicht um einen Aufstand, sondern um einen richtigen Krieg. Einen Krieg gegen den Islam und seine faschistische Lehre