SPD will die Genkartoffel - oder doch nicht?
29.08.2009 | 10:47 Uhr 2009-08-29T10:47:00+0200
Berlin. Flurschaden in der SPD - Steinmeiers Agrarexperte Udo Folgart soll in einem Interview für Gen-Kartoffeln und Massentierhaltung plädiert haben. Die Begründung: Die Landwirtschaft sei in erster Linie Wirtschaft. Die Partei ist beim Thema gespalten. Viele Verbraucher lehnen Gen-Lebensmittel ab.
Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln. Mit seiner angeblichen Anbauempfehlung für grüne Gentechnik in der Landwirtschaft hat der Agrarexperte im Kompetenzteam von SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier für Aufregung gesorgt. Und offenbar richtete er dabei einen beträchtlichen Flurschaden in der Partei an.
Udo Folgart, SPD-Schattenlandwirtschaftsminister und Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes. In Steinmeiers Wahlkreis Havelland in Brandenburg führt der 53-Jährige den Nachfolgebetrieb einer Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft aus DDR-Zeiten. Ein Mann fürs Team: Udo Folgart spreche die Sprache der Bauern, sagt die Partei über den stämmigen Brandenburger.
Anbau der Kartoffelsorte Amflora zulassen
Die Berliner „Tageszeitung” vermeldete, dass Udo Folgart in einem Interview kein Blatt vor dem Mund genommen habe. „SPD will die Genkartoffel”, lautete die Schlagzeile auf Seite eins. „Man sollte darüber nachdenken, den Anbau der Kartoffelsorte Amflora zuzulassen”, zitierte die „taz” den SPD-Politiker. Er wolle den Bau von Mastanlagen für tausende Tiere fördern. Mehr Tierproduktionsanlagen müsse es in Ostdeutschland geben, da sei er für jede Größe offen, schrieb das Blatt. „Landwirtschaft ist in erster Linie Wirtschaft”, soll Folgart gesagt haben.
Steinmeiers Agrarexperte plädiert für grüne Gentechnik und Massentierhaltung? Das entspräche nicht der Parteilinie der SPD. Zwar sind die Sozialdemokraten gerade beim Gen-Thema gespalten, doch heißt es in ihrem Wahlprogramm: Die Mehrheit der Verbraucher lehnt Gen-Lebensmittel ab. Lässt sich Bauern-Repräsentant Folgart von seiner Partei nicht den Mund verbieten? Hat Steinmeiers Wahlkampfteam also einen Problemfall wie dereinst die CDU mit ihrem Finanzexperten Kirchof, dem Professor aus Heidelberg?
Keine Autorisierung?
Das mit der Gen-Kartoffel will er so nicht gesagt haben, teilte Udo Folgart in einer persönlichen Erklärung mit. Auch habe er sich nicht für Tierfabriken ausgesprochen. „Ich habe dieses Interview nie autorisiert”, sagt Folgart.
Dass Folgarts Zitate nicht freigegeben waren, bestätigt Ines Pohl, die neue „taz”-Chefredakteurin. Sie sagte „Spiegel online”, dass ein „klassisches Interview vereinbart worden sei”. Der mittgeschnittene und abgetippte Wortlaut sei der SPD-Pressestelle zur Autorisierung vorgelegt worden. Diese habe jedoch die Freigabe verweigert. Man habe sich dennoch zur Veröffentlichung entschieden: „Gerade in dieser Frage ist unsere Informationspflicht so groß, dass wir dem Leser nichts vorenthalten möchten”, so Pohl.
Stimmung schüren
Die SPD reagiert. „Der Versuch der taz, mit überspitzten und verkürzten Aussagen Stimmung gegen Udo Folgart zu schüren und ihn als den Schattenagrarminister der SPD darzustellen, der die SPD in der Agrarpolitik neu positionieren wolle, sei mehr als durchsichtig”, heißt es in einer Erklärung. Folgart stehe für artgerechte Tierhaltung, auch habe er in seinem Betrieb „noch nie gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut”. Aber: Für jedes Mitglied im Kompetenzteam gelte, dass sein Engagement auf Grundlage des Wahlprogramms der SPD und des Deutschland-Plans von Frank-Walter Steinmeier erfolge.
Genau das aber hatten Biobauern und Umweltverbände schon bei der Berufung Folgarts ins Kompetenzteam Ende Juli bezweifelt und darauf hingewiesen: Folgarts habe sich wiederholt für Gentechnik ausgesprochen.

08:08
Die wirtschaftliche Nutzung der Gentechnologie ist an die Freisetzung gentechnisch veränderter Pflanzen oder Organismen gebunden und hier entsteht ein großes Gefahrenpotential. Es fehlen jegliche Vorstellung und Risikoanalyse darüber, was unter Freilandbedingungen eintreten kann. Der einmal freigesetzte gentechnisch veränderte Organismus kann nie wieder eingefangen werden und seine Auswirkungen auf das ökologische Gleichgewicht des Biotops sind nicht einmal abschätzbar.
Die Flächen mit den drei wichtigsten gentechnisch modifizierten Sorten Soja, Mais und Raps sind deutlich gewachsen. Demgegenüber ist die insektenresistente Baumwolle in den Vereinigten Staaten rückläufig. Bei den genannten vier Pflanzenarten ist der Anteil der gentechnisch erzeugten Sorten am gesamten Saatgut auf knapp ein Viertel gestiegen. Fast schon ein Drittel der Sojabohnen werden weltweit mit biotechnologisch hergestelltem Ausgangsmaterial erzeugt.
08:07
Größer - schneller - billiger:
Unter diesem Motto der Agrarindustrie leiden heute rund 150 Mill. Nutztiere in deutschen Ställen. Ob Schwein, Rind, oder Legehenne, ob Pute, Kaninchen oder Ente - sie werden verstümmelt, in enge Ställe oder Käfige gepfercht und mit Medikamenten vollgepumpt. Auf der Strecke bleiben nicht nur das Wohl der Tiere und ihre artgemäße Haltung, sondern auch Qualität, Geschmack und die gesundheitliche Unbedenklichkeit der Produkte.
Mediziner warnen seit Jahren die Verbraucher vor Medikamentenanreicherungen in Fleisch, Milchprodukten und Eiern. Es gilt als gesichert, daß Antibiotikaanreicherungen im Fleisch, speziell im Schweinefleisch, die Hauptursache für die hochbrisante Antibiotikaresistenz beim Menschen sind. Immer mehr Menschen sprechen selbst auf hohe Antibiotikadosen nicht mehr an.
15:09
Entweder Folgart ist ein Wendehals oder er ist genau der, den die TAZ beschreibt - beides wäre fatal.
Die SPD sollte sich schnellstens von diesem Kandidaten trennen. Verbraucherschutzpolitik ist mehr, als die Lobbyisten der Großagrarier des Bauernverbandes - von dem sich auch ein sehr großer Teil der Bauern - Milchbauern, kleine und mittelre betriebe, Ökobauern, nicht mehr richtig vertreten fühlen - zufriedenzustellen! Verbraucher sind wir alle! Folgarts setzt von seiner ganzen Einstellung her einzig auf billig produzierte Masse. Zukunftsorientiert ist das nicht, denn auf die Dauer kann sich die deutsche Landwirtschaft nur behaupten, wenn sie die Wünsche der Verbraucher nach artgerechter Tierhaltung und gesunden Lebensmitteln aufnimmt, anstatt die Bevölkerung bewusst zu verdummen, wie es durch den Bauernverband auch jetzt noch geschieht, indem die skandalösen Zustände in der Tierhaltung ( Lungenschäden bei fast allen Schweinen, 100% Fußentzündungen bei Puten u. v. m.) schön geredet werden!
Hinweis am Rande: CDU und FDP sind in dieser Sache nicht besser. Grüne, Linke, ÖDP und Tierschutzpartei sprechen sich für Verbesserungen in der landwirtschaftlichen Tierhaltung aus. Daher gibt es die Hoffnung, dass die SPD den Ministerposten bei einer Koalition an andere abtritt. Dennoch - die Nominierung eines Agrolobbyisten für die Verbraucherschutzpolitik ist, als mache man den Bock zum Gärtner!
15:03
Die SPD will die Genkartoffel ?
Tja, aber keiner will mehr die SPD.
14:13
oh nein, Kartoffeln haben Gene???
13:32
Innerhalb von fünf bis höchstens zehn Jahren werden sich wesentliche Teile der weltweiten Nahrungsmittelversorgung in den Händen von nur vier global agierenden Großkonzernen befinden. Diese Firmen halten exklusive Patente auf Saatgut, ohne das kein Bauer oder Landwirt der Welt säen und später ernten kann. Es handelt sich dabei allerdings nicht um gewöhnliches Saatgut, sondern um solches, das genmanipuliert wurde. Eine besondere Entwicklung ist das »Terminator-Saatgut«. Es läßt nur eine Fruchtfolge zu. Danach begehen die Samen »Selbstmord« und sind als Saatgut nicht wiederverwendbar. Damit soll sichergestellt werden, daß Saatgut jedes Jahr neu erworben werden muß – ein Geschäft, das der Teufel nicht hätte besser erfinden können. Wird diese Entwicklung nicht aufgehalten, entsteht eine neue, bislang nicht für möglich gehaltene Form der Leibeigenschaft. Drei der vier privaten Unternehmen, die heute gentechnisch verändertes Saatgut anbieten, weisen eine unheilvolle jahrzehntelange Verbindung zur US-Kriegsmaschinerie des Pentagon auf.
http://www.amazon.de/Saat-Zerst%C3%B6rung-dunkle-Seite-Gen-Manipulation/dp/3938516348
12:53
Was kommt als nächstes?
Massenwählerhaltung?
Genmanipulierte Wähler für die SPD?
12:28
Wieder ein Experte!? Kann man das studieren??? Verlogener als die SPD kann man nicht sein. Wer gebietet den Dummschwätzern eigentlich Einhalt? Opa Münte???
12:14
Inzwischen hat man es im Willy Brandt -Haus nicht mehr mit Spitzen-Sozialdemokraten zu tun ,sondern nur noch mit Spitzen -Politkartoffeln.
10:56
Man könnte meinen, die Parteien haben sich gegenseitig unterwandert, ohne es zu merken...