SPD ist stark in den NRW-Metropolen
31.08.2009 | 06:42 Uhr 2009-08-31T06:42:00+0200Düsseldorf. Die SPD feiert bei den Kommunalwahlen in NRW Erfolge in den wichtigsten Großstädten. Die SPD-Kandidaten lagen unter anderem in Köln, Dortmund, Essen, Gelsenkirchen und Mülheim vorn. Allerdings ist die CDU trotz deutlicher Einbußen landesweit mit Abstand die stärkste Kraft geworden.
Siegerstimmung will nicht aufkommen in der Zentrale der NRW-CDU in Düsseldorf, obwohl die Union bei der Kommunalwahl mit deutlichem Abstand zur SPD als landesweit stärkste politische Kraft bestätigt wird. Erstens hat sie ihr Ziel „40 plus x” verfehlt. Zweitens schlagen den Christdemokraten symbolträchtige Großstadtergebnisse aufs Gemüt: Mit Köln muss die CDU nach dem Abgang von Fritz Schramma im Sog der Affäre um den Einsturz des Stadtarchivs in der größten Stadt des Landes das OB-Büro für die SPD räumen, in der Kulturhauptstadt 2010, Essen, erobert die SPD nach zehn Jahren den OB-Sessel ebenfalls von der CDU zurück, und auch in Dortmund hat es die Union trotz eines schwarz-gelben Kandidaten wieder nicht geschafft, die SPD zu stürzen. Totenstille in der CDU-Zentrale, als solche schmerzlichen Ergebnisse vermeldet werde.
38,6 Prozent für die CDU in NRW
Wie die Landeswahlleiterin am frühen Montagmorgen mitteilte, kam die CDU dem vorläufigen amtlichen Endergebnis zufolge landesweit auf 38,6 Prozent, das waren 4,8 Prozentpunkte weniger als 2004. Die SPD erreichte 29,4 Prozent (minus 2,3 Prozentpunkte). Die Grünen lagen bei 12,0 Prozent (plus 1,6). Die FDP fuhr 9,2 Prozent (plus 2,4) ein. Die Linke landete bei 4,4 Prozent (plus 3,0).
„Das Land besteht nicht aus Köln und Dortmund”
„Das Land besteht nicht aus Köln und Dortmund”, versucht NRW-Ministerpräsident und CDU-Landeschef Jürgen Rüttgers die Verluste in den Großstädten als „Ausnahmefälle” herunter zu spielen. Die SPD stecke weiterhin „im historischen Tief”, und „besonders schön” sei, dass die Linkspartei unter fünf Prozent geblieben ist. „Mich macht hoch zufrieden, dass die Linke nicht die Vertretung der kleinen Leute in NRW ist”, sagt Rüttgers. Mit Blick auf die seit Sonntagabend veränderte politische Deutschlandkarte versäumt er nicht, ein Signal an CDU-Bundeschefin Angela Merkel zu senden. Nach den starken Verlusten der CDU in Thüringen und im Saarland sei „von besonderer Bedeutung”, dass die Union in NRW stärkste Kraft geblieben ist. Mit jener Rüttgers-CDU, die vor viereinhalb Jahren der SPD ihr Stammland NRW abgenommen hat.
In der SPD-Landeszentrale steigt die Stimmung mit jedem Einzelergebnis, das den Genossen den Gewinn eines weiteren OB-Sessels verheißt, vor allem im Ruhrgebiet. Während ein Mitarbeiter im Foyer jedes künftige SPD-Rathaus mit Rotstift auf einer großen Tafel abhakt, ballt Landeschefin Hannelore Kraft drinnen die Faust – insbesondere, als der Sieg in Essen Gewissheit wird. Lange hat man die seit Monaten mit guten Nachrichten nicht unbedingt verwöhnte SPD-Vorsitzende nicht mehr so gelöst gesehen. Dass die NRW-SPD am Sonntag ihr historisch schlechtestes Kommunalergebnis im Land eingefahren hat, verdrängt sie ebenso wie die 100 Gäste der Wahlparty.
SPD: "Das Revier bleibt unser"
Wie die Konkurrenz sucht sich auch Kraft die günstigsten Ergebnisse für ihre Partei heraus. Vor mehreren Neumitgliedern, die man eingeladen hat, verweist sie auf die beiden größten Städte Köln und Dortmund, wo die SPD wieder den OB stellt. Als positiv wertet sie auch, dass die FDP bei weitem nicht so stark zugelegt hat wie prognostiziert. Generalsekretär Michael Groschek hat vor allem das Ruhrgebiet im Blick. „Das Revier bleibt stärker denn je unser”, sagt er, nicht ohne Übertreibung . Das sei ein „gutes Sprungbrett” für die Bundestags- und Landtagswahl.
Blendende Laune bei den Grünen. Für sie, die in ihrer Geschäftsstelle bei Bio-Kost und vegetarischen Speisen feiern, ist besonders wichtig, sich als drittstärkste Kraft in NRW behauptet zu haben. Landeschefin Daniela Schneckenburger freut sich über die Stimmenzuwächse, auch in Städten wie Dortmund und Köln. „Das Ergebnis zeigt, dass wir mit unseren Themen in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind und immer mehr Menschen erreichen”, so Co-Sprecher Arndt Klocke.
Die in der jüngsten Zeit zweistellige Wahlergebnissen gewohnte FDP hat sich den Abend sicher schöner vorgestellt, auch wenn Landesvorsitzender Andreas Pinkwart die acht Prozent als „bestes Kommunalwahlergebnis seit 1964” bejubelt. Parteivize Gisela Piltz zeigt sie sich leicht zerknirscht: „Die Kommunalwahl hat ihre eigenen Gesetze.”
Linken-Landeschef Wolfgang Zimmermann kann seine Enttäuschung nicht völlig verbergen, dass seine Partei unter der symbolisch wichtigen Fünf-Prozent-Marke gelandet ist. „Ich bin ganz zufrieden, aber natürlich wollen wir mehr”, sagt er und verweist darauf, dass seine Partei zum ersten Mal flächendeckend im Land angetreten ist. Als Test will Zimmermann die Kommunalwahl nicht sehen. Bei der Bundestags- und Landtagswahl, hofft er, werde die Linke besser abschneiden.
09:37
Jeder klatscht, alles lacht, die Politik hat Stimmung gemacht. Die großen Parteien verlieren bei jeder Wahl mehr Stimmen und stellen sich im Anschluß an die Wahl als die großen Gewinner da. Wie würde ein Fußballtrainer nach einen verlorenen Spiel dastehen, der nach dem Abpfiff jubelnd von der Bank aufspringt und in die laufenden Kameras den grandiosen Erfolg seiner Mannschaft verkündet. Schließlich hat man gegenüber dem letzten Spiel mit 2 Toren weniger verloren. Es wird Zeit das unsere Politiker mit dem Nachdenken beginnen.
09:07
Danke #28
für die Aufklärung des Friemersheimerjong.
Ich für meinen Teil lebe nur hier im Ruhrpott. Und das seit meiner Geburt ;-)
Und bin im übrigen immer noch froh, dass es die DDR nicht mehr gibt.
23:20
@Friemersheimerjong
Als Scherge wird im heutigen Sprachgebrauch fast ausschließlich abfällig ein „Henkersknecht“, Büttel, käuflicher Verräter oder generell eine Person, die einem Schurken dienstbar ist und seine Befehle ausführt, bezeichnet. Das veraltete Wort Häscher ist ein Synonym von Scherge. (Quelle.: Wikipedia)
Ein wenig Weiterbildung, undokumentiert.
Soso, also haben die Links wählenden Mitbürger, aus dem Einzugsbereich von DerWesten.de, alle noch einen Zweitwohnsizt, ca 400-700 km entfernt ?
18:03
Habt Ihr Scheiber und Befürworter der Linken eigentlich alle vergessen wo die herkommen?
Das sind die kommunistischen Schergen aus dem unrechtsstaat DDR. Manohman seit Ihr alle schlau.
16:51
Haben die Wähler eigentlich vergessen wer ihnen die Hartz IV Gesetze verpaßt hat !!!! Wenn ja, dann sollen sie bei Machtübername der sPD noch mehr Bluten !!!!
16:12
Ich vermisse die 3 Mißmacher der Nation. sind sie erkrankt,weil sie immernett mit islode (oder so ähnlich ;-) waren, oder wurden Sie gekündigt ?;-)
13:00
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12:02
@13
Aus dem Wahlprogramm der Linken
11:48
Bei der demografischen Entwicklung in den Großstädten - Essen reicher Süden/armer Norden/Migranten/Hartz4 etc. - kein Wunder das die SPD Zugewinne erzielte. Wer viel verspricht erhält die Stimmen der Besitzlosen/Sozialempfänger/Zukurzgekommenen. Aber die Städte sind so gut wie pleite. Wie will man da Wahlversprechen umsetzen? Jetzt wird wohl an der Kultur gespart, dafür gibt es keine Schwimmbadschliessungen. Welch ein Fortschritt?!
10:50
Da hat ein CDU Ministerpräsident aus reinem Machtkalkül auf einem Wahltermin bestanden und hat das Gemeindewahlrecht umgekrempelt.
Und hat genau das Gegenteil von dem erreicht was er wollte. Dieses ewige engstirnige taktische Machtgehampel und das ständige infragestellen des Grundgesetzes werden jetzt hoffentlich ein Ende finden.
Gerade beim Thema Grundgesetz hatte man schon fast den Eindruck die große Koalition lehne mehr davon ab, als die die als Verfassungsfeinde verfolgt werden.