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Debatte um Ferientermine

Sommerferien sollten flexibel bleiben

22.05.2008 | 14:28 Uhr
Sommerferien sollten flexibel bleiben

Ruhrgebiet. Touristik-Experten reagieren skeptisch auf die neue Regelung. Die Lehrergewerkschaft hält an einer goldenen Regel fest und erklärt: Wir äußern uns zu Ferienfragen nicht, das gibt nur Ärger.

In ihren Jahren bei der "Landeselternschaft Grundschulen NRW" in Bochum hat Birgit Völxen eines gelernt: "Zu den Schulferien gibt es so viele unterschiedliche Meinungen, wie es Eltern und Lehrer gibt", sagt die Leiterin der Geschäfsstelle. Und damit hat sie eigentlich ganz gut zusammengefasst, was am Mittwoch geschah auf die Ankündigung der Landesregierung hin, die Sommerferien von 2011 an etwas nach hinten zu schieben: alle Meinungen, jede.

Für Touristiker etwa wäre es am besten, wenn die Sommerferien der Bundesländer sich auf drei Monate verteilten. "Je flexibler die Sommerferien liegen, desto breiter verteilt sich die Nachfrage. Das senkt die Preise und entzerrt die Verkehrsströme", sagt etwa Michael Rabe, der Generalsekretär des "Bundesverbandes der deutschen Tourismuswirtschaft".

Der Vorsitzende des Philologenverbandes NRW, Peter Silbernagel, denkt zuerst daran, dass sich damit das zweite Schulhalbjahr verlängert. Doch der "Psychoterror für die Schulen" bleibe: "Drei zentrale Prüfungen im zweiten Schulhalbjahr - Lernstandserhebungen, Zehner-Abschluss- und Abiturprüfungen - sind insbesondere für die Lehrkräfte zuviel."

Die diese Prüfungen machen, finden ein längeres zweites Halbjahr auch sinnvoll: "Abiturienten bekommen dann mehr Zeit zur Vorbereitung auf ihre Prüfungen", sagt die Landes-Schülersprecherin Julia Böhnke. Sie befürchtet allerdings, "durch Kollision mit den Semesterferien" werde der Wettlauf zwischen Schülern und Studenten um Praktikumsplätze angeheizt.

Zustimmung wiederum kam von Monika Landgraf von den "Stadteltern Dortmund": "Ich fand die Ferien in den letzten Jahren zu früh. Danach gab's Hänger, weil's bis zu den Herbstferien zu lang war." "Pädagogisch macht es Sinn", sagt Michael Schulte von der Gewerkschaft GEW, "aber wir haben eine goldene Regel: Wir äußern uns nicht zu Ferien, das gibt nur Ärger."

Klar, bei Millionen Meinungen.

Hubert Wolf und Christoph Meinerz

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