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Skandal auf Schienen

09.11.2009 | 19:07 Uhr

Was auf den Schienen im Ruhrnahverkehr abläuft, ist ein Skandal. Seit Jahren verschleppt die Bahn AG offenbar notwendige Reparaturen am Gleisnetz. Um Gefahren zu vermeiden, müssen Züge auf offener Strecke oft im Schritttempo schleichen.

Fahrpläne und Anschlüsse kommen regelmäßig unter die Räder. Nahverkehr im Ballungsraum sollte anders aussehen.

Als wenn dieses Trauerspiel nicht schon reicht, zeigen auch Bund und Land wenig Interesse daran, den Nahverkehr gut auszubauen. Das Planungsdesaster Rhein-Ruhr-Express (RRX) ist dafür bezeichnend. 2003 wurde er als Ersatz für die abgestürzten Metrorapid-Pläne präsentiert: 2006 sollte der Zug rollen. Aktuelle RRX-Verspätung: neun Jahre, es könnten auch 14 werden.

Da wirkte es am Montag für Zehntausende von Pendlern auf den Revierbahnhöfen wie Hohn: NRW-Verkehrsminister Lienenkämper rollte in einem mit den RRX-Farben angepinselten Zug an ihnen vorbei. Eine Realsatire mit der ungewollten Botschaft: Das wäre ihr Zug gewesen – wenn Bahn und Politik seit 2000 sinn- und planvoll in den Ruhrverkehr investiert hätten.

Wilfried Beiersdorf

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11.11.2009
16:44
Skandal auf Schienen
von Rumpelpumpel | #1

Richtig erkannt, Herr Beiersdorf. Nur: Viele Journalisten redeten Clement damals das Wort und schrieben sich die Finger für den Metrorapid wund. Dass dies eine Totgeburt war, hätte jedem Journalisten an Rhein und Ruhr klar sein müssen. Dann wurde aus der schnellsten Straßenbahn Europas der RRX. Eine politische Ausrede, damit Steinbrück (und damit Superminister Clement) öffentlich ihre Gesichter Abschied vom Metrorapid wahren konnten..
Es bleibt dabei: Die SPD-Landesregierung hat eine verheerende Verkehrspolitik betrieben, die vom unseeligen Wittke und nun von seinem Nachfolger konsequent fortgeführt wird.
Um den ÖPNV attraktiv zu machen, hätten die alten Werksbahnstrecken revitalisiert werden sollen. Stattdessen wurde aus der alten Erzbahn ein Millionen teurer Fahrradweg gemacht, auf dem man kaum Radler begegnet. Als Eisenbahnstrecke hätte die Trasse aber den Verkehr entlastet. Und von solchen Beispielen gibt es - leider - endlos viele. Vor allem, wenn man darauf die Privaten Bahnen hätte fahren lassen, die besser funzen als die DB. Schöne Vorstellung.
Aber das Motto der NRW-Verkehrspolitik lautet ja:: der Dilettantismus hat immer Vorfahrt!

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