Sex, Lügen, Prozesse – was ist los bei ARD und ZDF?
10.07.2011 | 17:58 Uhr 2011-07-10T17:58:00+0200
Dortmund.Es war ein typischer Sonntagabend: Zur besten Sendezeit, gleich nach dem Tatort, konfrontierte Anne Will ihre Gäste mit der alle Welt bewegenden Frage: „Sex, Lügen, Prozesse – was ist los mit unseren Vorbildern?“ Als Expertinnen waren geladen: die Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und die Alt-Feministin Alice Schwarzer. Ein unterhaltsamer Talk, von dem der Zuschauer vermuten durfte, dass er besonders preiswert zu produzieren ist.
Dem ist aber nicht so. Schon 2008 zahlte die ARD Anne Will pro Sendeminute 3164 Euro. Ab dem Herbst wird es dann zwar wohl noch unterhaltsamer, aber auch noch teurer. Für seinen Teilzeitjob soll Günther Jauch von der ARD pro Minute 4487 Euro bekommen. Zum Vergleich: Die Produktionskosten für eine Sendeminute von ARD und ZDF liegen im Durchschnitt bei 1000 Euro.
Bürger tragen die Honorare mit
Erstaunlich ist, dass die Bürger solche Honorare mittragen. Bei weniger unterhaltsamen Gelegenheiten reagierten sie schon empfindlicher. Als etwa das Bankensystem im Zuge der Finanzmarktkrise zu kollabieren drohte, konnte die Öffentlichkeit von staatlichen Hilfen nur dadurch überzeugt werden, dass die Gehälter der Manager bei 500 000 Euro pro Jahr gedeckelt wurden. Seitdem muss sich Martin Blessing, der Chef der Commerzbank und von immerhin 59 000 Mitarbeitern, mit rund 200 Euro pro Arbeitsstunde bescheiden. Und selbst von einem solchen Stundensatz kann Angela Merkel nur träumen. Die Bundeskanzlerin kommt nicht einmal auf die Hälfte.
Werden hier etwa Äpfel mit Birnen verglichen? In inhaltlicher Beziehung zweifellos. Schließlich geht es bei Will und Jauch um Spaß, dagegen bei Blessing und Merkel um Ernst. In finanzieller Beziehung ist der Vergleich dennoch vertretbar. Es sind ja nahezu die gleichen Personen, die die Kosten tragen. Nur nennt man sie beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen Gebührenzahler und beim Staat Steuerzahler. Die unterschiedlichen Bezeichnungen können aber nichts daran ändern, dass faktisch die Bürger mit Zwangsabgaben belastet werden.
Was könnte Schlimmes passieren, wenn die Honorare im gebührenfinanzierten Fernsehen in Anlehnung an den staatlich gestützten Bankenbereich auf 500 000 Euro pro Jahr gedeckelt würden? Gut möglich, dass Günther Jauch nur noch in den privaten Programmen zu sehen wäre. Gut möglich, dass Spaß und Unterhaltung noch stärker als heute zu den Privaten abwandern würde. Zu hoffen wäre allerdings, dass die Schicksalsfragen dieses Landes bei den Öffentlich-Rechtlichen mit der Seriosität diskutiert würden, die am Platze ist und die allein eine öffentliche Zwangsabgabenfinanzierung rechtfertigt.
Vielleicht würde aber auch alles anders kommen, und Günther Jauch würde sich zum Bundeskanzler wählen lassen. Politik wäre endlich unterhaltsam, und der Gebührenzahler würde sogar entlastet. Schließlich käme Jauch dann in die Talkshows ganz ohne Honorar.

19:20
Unfug. Ich bin nicht mehr bereit für die GEZ zu zahlen.
11:01
Absahner ist nicht die richtige Bezeichnung.
Richtig wäre:
Die, die es sich selbst bewilligen.
Die Anderen sind:
Die, denen bewilligt wird.
Und warum ?
Darauf gibt die Werbung Antwort:
Weil sie es sich wert sind.
13:46
Alle Fernsehzuschauer regen sich über die bösen Absahner auf. Bis die Fußballübertragung beginnt...
09:00
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19:29
Herr Richter, Sie kritisieren sowohl die Einnahmen-Beschaffung von ARD und ZDF wie auch das überaus großzügige Finanzgebaren der Sender.
Dass es sich dabei um eine Zwangsabgabe per GEZ, für Staatsfernsehen und –Funk handelt, die von jedem, ob nun User oder Nichtkonsument, per Gesetz eingezogen wird, ist einer mündigen Demokratie, bzw. einem Wettbewerb der Medien völlig zuwider. Darum werden die auflaufenden Unsummen einfach verteilt, ohne dass eine effektive Kosten-Nutzen-Kontrolle notwendig ist.
Darum werden Fantasie-Preise für Sport-Übertragungsrechte ausgehandelt, bei denen die Vertragspartner sich gegenseitig beliebig mit Provisionen bereichern können. Dabei verwalten die Anstalten riesige Bürokratien, unterhalten massenhaft Personal und dieses produziert mit eigenen Firmen, was die Sender anscheinend selbst nicht „hinkriegen wollen können“.
Die Formate, in denen Gouvernanten, diverse Quassel-Shows moderieren, in denen dann aufgebrezelt bis gedopte Teilnehmer sich ins Wort fallen und der Tenor schon vorgegeben bleibt, sind alberner Schabernack.
Die Ergüsse eines ARD - Hetkäpers aus Japan angesichts des Tsunamie, übelste Beispiele journalistisch völliger Entblödung.
Zur Fußball-Übertragung aus Südafrika rückten über 700 Senderleute an, aber Sky konnte mit 70 Mitarbeitern sämtliche Spiele senden.
Wahrscheinlich haben sich die Staatsmedien auch darum mit Hilfe der von ihnen verehrten Politiker schnell noch mal langfristig finanziell per Umstellung der Zwangsfinanzierung bedient, um vor den Entwicklungen im digitalen Zeitalter Schutz zu finden.
Es ist durchaus vorstellbar und youtube ist da nur eine Plattform, dass die Ära der Staatsmedien schneller durch intelligente Entwicklungen überholt werden als sie verhindern können. Denn der Fortschritt lässt sich nicht aufhalten und schon gar nicht von den Drögen, die sich in diesen Anstalten in die Chefsessel mit üppigsten Apanagen laviert haben.
18:44
Da bin ich aber froh, dass ich hier keine GEZ Gebuehren zahlen musss nur Kabelgebuehren und fuer abonnierte Paytv-Programme
12:24
Hoffe inständig, dass GEZ sich bald auf Werbeeinnahmen einschränken muß. Es ist ein Unding, steigende Zwanhskosten a la Planwirtschaft, grotesk.
14:15
Das wenig über die Honorar- und Kostenauswüchse bei den Öffentlich-Rechtlichen hat einfache Gründe: ein Teil der Kritiker wird wir hier beispielhaft in den Kommentaren geschehen als Teil der Privaten Medien als unglaubwürdig niedergemacht und der andere Teil traut sich nicht zu öffentlicher Kritik, da er damit den eigenen Kollegen ans Bein pinkeln würde bzw. evtl sogar selbst imGlashaus sitzt !!! Eine lobenswerte Ausnahme bildet bei den öffentlich-rechtlichen Veranstaltungen lediglich das Magazin Zapp, das z.B. sehr kritsch über die Nebenverdienste der ARD/ZDF-Moderatoren berichtet hat. Da mußten später sicherlich einige Leute zum Rapport antreten oder wurden von den betroffenen Kollegen als Nestbeschmutzer beschimpft !!!
Dass bei den genannten Summen die Produktionskosten enthalten sind, die i.d.R. vom Moderator durch eine eigene Firma übernommen werden, während bei Eigenproduktionen der Sender die Produktionskosten in den allgemeinen Kosten verschwinden, ist auch klar. Aber der in den Medien und Feuilletons gleichermaßen beliebte Harald Schmidt, hat den Öffentlich-Rechtlichen - und auch den betriebwirtschaftlichen Laien - das Maximal- und Minimalprinzip der Ökonomie in der Praxis beigebracht: Zuerst hat er durch seinen Wechsel bei gleichbleibenden Kosten (gleiche Anzahl von Sendungen wie zuvor ) und drastisch erhöhter Vergütung das Maximalprinzip umgesetzt, um danach auch das Minimalprinzip ebenfalls zu realisieren: gleichbleibende Vergütung bei Reduzierung der Anzahl an Sendungen.
Es ist auf jeden Fall auch unbestreitbar, dass die öffentlich-rechtlichen Sender immer mehr mit dem Geld um sich schmeissen, um Entertainer zu verpflichten bzw abzuwerben. Und die Betroffenen/Umworbenen müssen schon stark in Deckung gehen, um nicht von den Geldbündeln getroffen zu werden, mit denen ARD und ZDF zu diesem Zweck massiv um sich werfen.
17:30
http://www.ruhrbarone.de/„herr-professor-sie-sind-ja-teurer-als-der-jauch“/
Ein durchaus interessanter Artikel bei den Ruhrbaronen rückt hier das ARD/ZDF-Bashing der Zeitungsgruppe WAZ in ein anderes Licht... Der Herr Autor darf sich durchaus den Vorwurf billiger Polemik gefallen lassen... Auftragsbashing eines öffentlich-rechtlich Beschäftigten, der seiner Rechnung nach viel teurer ist...
10:55
Was zahlen denn die Sender, die zum WAZ-Konzern gehören?
Eine sehr einseitige Betrachtung.
Würden sich die Sender nicht überbieten, um beliebte Fernsehgesichter abzuwerben, wären auch die Honorare niedriger.