Sehen, wie Kultur auch optisch berührt
13.07.2008 | 16:39 Uhr 2008-07-13T16:39:00+0200Mülheim. Mülheim feiert sein 200. Stadtjubiläum und freut sich auf die Kulturhauptstadt 2010. Ein Gespräch mit Holger Bergmann.
Der künstlerische Leiter des Mülheimer Ringlokschuppens, Holger Bergmann (42), ist Kurator für das Programm zum 200. Geburtstag der Stadt Mülheim. Zugleich ist er Mülheims Beauftragter für die Kulturhauptstadt. Margitta Ulbricht sprach mit ihm.
Wie gestaltet man ein Stadtjubiläum auf der Höhe der Zeit?
Bergmann: Ein Jubiläum ist ein Blick zurück, ein Feiern heute und ein Blick nach vorn. Das heißt für das Ruhrgebiet, den großen Anspruch der Region des Wandels durch Kultur mitzunehmen. Ereignisse, an denen viele Menschen teilhaben können und die das Leben in der Stadt mit dem Faktor Kultur verknüpfen.
Was geschah bisher?
Bergmann: Wir hatten den Festakt am 18. Februar und mit „Aufruhr” ein einzigartiges Straßentheater-Ereignis.
Einigen war das Programm zu künstlerisch.
Bergmann: Mittlerweile hat das Change-Moment zum Positiven eingesetzt.
Ein Höhepunkt war sicher der erste Teil der Ruhrtrilogie von René Pollesch.
Bergmann: Mülheim hat mit dem zweifachen „Stücke”-Preisträger das Kulturhaupt-stadtjahr eingeläutet. Spannend wird am 13. September die Berlin-Premiere. Und drei europäische Theaterfestivals sind an der Produktion interessiert.
Was machen die anderen Mülheimer Institutionen?
Bergmann: Das Theater an der Ruhr ist von Anfang an dabei, mit dem Projekt „Mülheim am Meer” bei den Weißen Nächten, die am 7. August beginnen. Erinnerungen von Zeitzeugen, Stadtgeschichte, gesammelt von Gabriele Gillen. Daraus entstehen eine Ausstellung, eine Lesung und das Theaterstück „Wer hat meine Schuhe vergraben?”
Worauf freuen Sie sich jetzt?
Bergmann: Auf das Konzert von Hubert von Goisern am 17. August zusammen mit der Kulturhauptstadt Linz 2009 und der Kulturhauptstadt Ruhr.2010 in der Mülheimer Innenstadt am Ruhrufer. Und auf das Ruhrufer-Fest „Inseln des Glücks” vom 29. bis 31. August. Und ganz besonders auf das Lichtkunstevent „Ruhrlights” vom 29. bis 27. September: Menschen, die sonst eher der Kultur aus dem Weg gehen, werden sehen, wie Kultur auch optisch berührt.

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