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Schul-Stress: Ministerin fordert weniger Hausaufgaben

28.02.2009 | 23:54 Uhr
Schul-Stress: Ministerin fordert weniger Hausaufgaben

Düsseldorf. Mit der Reduzierung von Hausaufgaben will NRW-Schulministerin Barbara Sommer (CDU) Schüler im „Turbo-Abitur” von zu hohem Lerndruck entlasten. Fünft- und Sechstklässler dürften höchstens für 90 Minuten Hausaufgaben aufbekommen, ältere Schüler für maximal zwei Stunden.

"Es gibt keine Verpflichtungen, überhaupt Hausaufgaben aufzugeben”, sagte Sommer der WAZ. Sie seien zwar grundsätzlich notwendig, aber nur dann pädagogisch sinnvoll, wenn sie „sehr gezielt eingesetzt” würden.

Nach Beschwerden von Eltern und Schülern über zu viel Stress durch die auf acht Jahre verkürzte Schulzeit bis zum Turbo-Abitur (G8), will Sommer dafür sorgen, dass Lehrer künftig ins Klassenbuch eintragen, wie lange Schüler für die erteilten Hausaufgaben benötigten. Lehrer könnten dann besser erkennen, wie groß die zeitliche Belastung ihrer Schüler bereits sei.

Eltern und Schüler sollen auf Einhaltung bestehen

Gerät wegen des Turbo-Abis immer wieder ins Kreuzfeuer: NRW-Schulministerin Barbara Sommer (CDU). Foto: ddp

„Wir haben klare Grenzen gesetzt, wie viel Zeit Hausaufgaben in Anspruch nehmen dürfen”, erinnert Sommer an einen Erlass, der offenbar an vielen Schulen nicht eingehalten werde. Fünft- und Sechstklässler dürfen höchstens für 90 Minuten Hausaufgaben aufbekommen, ältere für maximal zwei Stunden. Ausdrücklich ermuntert die Ministerin Eltern und Schüler, an den Schulen auf Einhaltung der Regeln zu bestehen.

Nach Angaben von Gesamtschulleitern melden immer mehr Eltern Grundschüler mit Gymnasialempfehlung bei ihnen an, um Kindern das „Turbo-Abitur” zu ersparen. Gerade besonders leistungsstarke Schüler wollen nach Verbandsangaben lieber auf die Gesamtschule statt aufs Gymnasium. „Der Trend ist klar”, sagt Dagmar Naegele von der Schulleitungsvereinigung Gesamtschulen. „Eltern halten G8 offenbar für falsch. Sie wollen ihren Kindern mehr Zeit geben bis zum Abitur, auch für einen Auslandsaufenthalt.”

Verbände beklagen "Anti-Gesamtschul-Politik"

An den 217 Gesamtschulen in NRW machen Schüler weiterhin regulär nach neun Jahren Abitur; acht sind es an Gymnasien. Doch auch nicht jeder besonders gute Grundschüler bekommt einen Platz an der Gesamtschule. „Wir müssen starke Schüler ablehnen, das tut richtig weh”, sagt Roland Schiefelbein von der Gemeinnützigen Gesellschaft Gesamtschule. Denn erstens müssen Gesamtschulen einen Mix von Schülern mit Haupt-, Real- und Gymnasialempfehlung aufnehmen. Und zweitens hat bei weitem nicht jeder eine Chance, der zu ihnen kommen will. Mangels Platz wurde für das Schuljahr 2009/10 jede dritte Anmeldung abgelehnt. „Über 14 600 Kinder können nicht zu der Schulform, die sie sich gewünscht haben”, beklagt Anette Plümpe vom Landeselternrat Gesamtschulen.

Der NRW-Landesregierung werfen die drei Verbände eine Anti-Gesamtschul-Politik vor. Neugründungen würden erschwert, weil für Gesamtschulen kein Ganztag mehr genehmigt wird. Außerdem reise der Schulstaatssekretär sofort an jeden Ort, in dem sich neue Gesamtschul-Initiativen gründeten - um eine Gegenbewegung zu organisieren. In Bonn setzte die Stadt am Freitag nur per Klage die Einrichtung einer vierten Gesamtschule gegen das Veto der Bezirksregierung durch.

"Keine Vorzugsbehandlung"

Lediglich aus sechs NRW-Städten lägen derzeit Anträge auf Neugründung vor, „wahrhaftig keine Massenbewegung”, hält CDU-Schulexperte Klaus Kaiser dagegen. Die Gesamtschulverbände beklagten nur den Entzug von Privilegien, die ihnen „aus ideologischen Gründen” unter Rot-Grün gewährt wurden, sagt NRW-Schulministerin Barbara Sommer. Bei ihr gebe es keine „Vorzugsbehandlung für irgendeine Schulform - auch nicht für die Gesamtschule”.

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Christoph Meinerz

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Kommentare
02.03.2009
22:46
Schul-Stress: Ministerin fordert weniger Hausaufgaben
von Frank Kadur | #96

Irgendwie funktioniert diese Seite nicht besonders gut. Meine Kommentare werden immer nicht angenommen.

02.03.2009
22:43
Schul-Stress: Ministerin fordert weniger Hausaufgaben
von Frank Kadur | #95

Wenn ich mir die Kommentare ansehe, bleibt eigentlich nur eine Konsequenz:

Zeigt Frau Sommer die rot Karte!

Wenn Rüttgers es nicht tut, schicken wir sie halt gemeinsam nach Hause.

Landtagswahl ist schon in gut einem Jahr.

Bis dahin sollten wir das Schuldesaster nicht vergessen haben.

02.03.2009
18:35
Schul-Stress: Ministerin fordert weniger Hausaufgaben
von ücgöt | #94

Sommers Ideenschmiede!

02.03.2009
17:39
Schul-Stress: Ministerin fordert weniger Hausaufgaben
von calypso49 | #93

Unsere Kinder sind Versuchskaninchen, die durch das Turboabi ein Jahr eher auf der Straße stehen- oder glaubt irgend jemand daran, dass Firmen genug Stellen oder Unis genug Studienplätze
haben um das aufzufangen? Uni ist doch heute schon ein Lotteriespiel.
Frau Sommer, Sie stehlen unseren Kindern einen guten Teil ihrer Kindheit, weil der Streß ja schon in der Grundschule Klasse 3 anfängt.
Ihre Kinder gehen sicher zur Privatschule? Sie und Ihre Kollegen müssen sich bestimmt keine Sorgen um den Schulstreß machen.
Herzlichen Dank auch.
PS.: Die nächste Wahl kommt bestimmt,
für die G8 Versuchskaninchen aber leider zu spät....

02.03.2009
16:35
Schul-Stress: Ministerin fordert weniger Hausaufgaben
von runningvalentino | #92

Nun hören Sie mal auf zu weinen, Pinky!

Erstens, die Lernstandserhebungen haben mit einem Abitur nichts, aber auch gar nichts gemein. Sie ersetzen lediglich eine Klassenarbeit und haben für die Abschlüsse fast keine Relevanz. Das ist im Abitur doch gänzlich anders.

Zweitens kann man auch in der Schule lernen, ohne dass man das Gelernte durch Hausaufgaben zwingend wiederholen muss.

Wenn Schüler zur Gesamtschule gehen muss man das nicht verhindern ,sondern als Alternative zum Gymnasium ansehen. G8 am Gymnasium, Abitur nach 9 Jahren an der Gesamtschule.

Letztendlich kann man auch mit Abi und Studium seinen Job verlieren.

Also , nicht Jammern...


runningvalentino

02.03.2009
12:49
Schul-Stress: Ministerin fordert weniger Hausaufgaben
von Pinky | #91

Ich finde es recht merkwürdig und unfair, dass immerzu nur von den Abiturienten gesprochen wird, aber die anderen Schulformen in gleicher Art und Weise die Lernstandserhebungen mitmachen und daher genau denselben Stress haben. So sieht es doch aus.

Aber da haben wir eben wieder das Problem, das mittlerweile mindestens ein Abitur gebraucht wird um überhaupt einen Arbeitsplatz zu finden.

Ich hab eine fundierte Ausbildung mit Fachabitur. Als ich mein Fachabitur begann und den Bereich meiner Ausbildung wählte, dachte ich, dass ich sicher sei. Aber pustekuchen. Im zweiten Lehrjahr wurde den 150 Leuten in meinem Ausbildungsjahrgang zu verstehen gegeben, dass wenn überhaupt nur noch Zeitverträge vergeben werden würden.

Weiterhin wurde uns dann hinterher (nachdem man schon in dem Zeitvertrag war) dann bei der Weihnachtsansprache war, dass so und so viel einzusparen sei und 70% der Gesamtkosten allein schon die Personalkosten ausmachen.... und das zu Weihnachten. Da ist Freunde aufgekommen. *Ironie off*

Jedenfalls hat es mich danach nicht weitergebracht eine Ausbildung zu haben. Über die Zeitarbeitsfirma hinaus werde ich wohl nie wieder kommen, obwohl ich ordentlich was drauf habe und mich selbst in Berufen zurecht finde, die ich nie gelernt habe. Mehr als ein guter Name kommt wegen den Einstellungsstopps der Unternehmen einfach nicht rum wegen einer selbstfabrizierten Wirtschaftskrise, die immer weitere Kreise zieht.

Dann das Schulsystem... Oh man was um alles in der Welt ist denn los? Ich meine... Wie sollen denn die Schüler bitte das G8 Abi bitte packen, wenn sie den Stoff nicht durch Hausaufgaben wiederholen? Den Stress haben doch die G8 Erfinder gebaut, warum baden die den dann auch nicht aus? Aber ist schon nachvollziehbar, warum die Schüler durchgeschleust und schnellstmöglich ins Arbeitsleben sollen. Wie teuer das Kindergeld immer ist, dass bis zum Eintritt des Erwerbslebens oder Beendigung des Studiums ist. Ein Jahr Kindergeld pro Kind gespart. Und mal wieder auf Kosten des Kindes. Da werden Sparmaßnahmen auf dem Rücken von Kindern ausgetragen, weil WIEDER MAL irgendwer den Hals nicht vollbekommt? Schämen sich die betreffenden Leute denn gar nicht? Nichtmal ein bisschen? Pisa wird dadurch jedenfalls sicherlich nicht besser werden. Eher im Gegenteil weil dummerweise sind eben auch Kinder verschieden und sie lernen verschieden schnell. Würde man mal mehr auf die Bedürfnisse des jeweiligen Kindes in der Richtung eingehen können (ich sage bewusst können, weil in der Form wie es sein sollte ist es eben nicht möglich, es sei denn das Kind geht auf eine für Normalsterbliche unbezahlbare Privatschule), dann würde sich auch die Leistungsbereitschaft mehr herauskristallisieren, der Stoff könnte auf den Schüler so angepasst werden, dass es jeder Schüler einfach hat das zu lernen.

So werden die Schüler der Reihe nach in Schubladen gesteckt, in denen sie oftmals gar nichts zu suchen haben. Die Gesamtschulen werden nahezu überrannt, damit die Kinder eine Chance haben ein Abitur zu machen. Warum wird da nichts gegen getan? Das ist wahrhaftig furchtbar.

Ich weine um die Kinder, die den Mist anderer unwissentlich ausbaden müssen.

01.03.2009
15:51
Schul-Stress: Ministerin fordert weniger Hausaufgaben
von Guillutine | #90

@89 ReFörmchen
Das war wohl ein bisschen viel für die Betroffenen?
Scheint, es ist nicht so.
Alle sind glücklich und fröhlich.
Die Schule ist doch toll!
Alle Kinder freuen sich!

Piraten haben sich auch gefreut, bevor sie durch den Strang ... .?

01.03.2009
12:56
Schul-Stress: Ministerin fordert weniger Hausaufgaben
von ReFörmchen | #89

Die Kultusminister schlafen und träumen von einer Bildungsreform.
Die an der Front, Lehrer, Schüler und auch die Eltern, dürfen die verfehlte Politik dann ausbaden.
Da kann ich nur sagen:
Wer mit Vollgas Leistung abfordert und bei Reformen voll auf der Bremse steht, legt einen Burnout hin und nebelt seine Umwelt mit giftigen Dämpfen ein.
Kein Wunder, das das krank macht.

01.03.2009
12:37
Schul-Stress: Ministerin fordert weniger Hausaufgaben
von renegade | #88

Noch etwas zu den Hausaufgaben.
Die fallen in der Ganztagsschule natürlich weg.
Besser ist es, zu zwei aus X auswählbaren Themen, Referate zu schreiben. Das als persönliche Hausaufgabe für das gesamte Schulhalbjahr gewertet wird.
Dazu ein Gruppenreferat mit einer zu bildenden Arbeitsgruppe.
So bleibt viel Zeit, damit man sich eingehend mit dem Thema auseinander setzen kann und führt zu besserer Auffassung und Einschätzung.
Ziel dabei sollte sein, das persönliche Urteilsvermögen zu ergründen, eine Meinung dazu zu gewinnen und diese zu vertreten.
Aber was sag´ ich. Wäre, wenn... etc. pp.

01.03.2009
12:36
Schul-Stress: Ministerin fordert weniger Hausaufgaben
von Frank Kadur | #87

Zu dem Artikel :
Gegen den Stress: weniger Hausaufgaben

Die Qualität der Vorschläge von Frau Sommer sind so, als ob sie die morgens vor der Pressekonferenz auf dem Klo gehabt hätte. Unausgegoren und voll für den *****.

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