Schon 2006 gab es Hinweise auf einen Feuerwehr-Skandal
03.07.2008 | 10:19 Uhr 2008-07-03T10:19:00+0200Oer-Erkenschwick. In Oer-Erkenschwick herrscht nach Bekanntwerden der Aufnahmerituale beim Löschzug Rapen Fassungslosigkeit. Eine junge Feuerwehr-Anwärterin beklagte sich über sexuelle Belästigung und brachte den Stein ins Rollen. Offenbar gab es bereits vor zwei Jahren einen bedenklichen Vorfall.
Wie konnte es zu diesen Aufnahmeritualen kommen? In Oer-Erkenschwick ist dies das Thema des Tages. Passanten in der Innenstadt erzählen vor laufenden Fernsehkameras, dass sie nun nicht mehr wissen, ob sie diese Wehr im Notfall noch rufen möchten. Fassungslosigkeit überall.
Die WAZ-Berichterstattung vom Dienstag hatte die Eruptionen ausgelöst. Bilder von menschenverachtenden Aufnahmeritualen im Löschzug Rapen hatten die Aufregung verursacht. Fernsehteams laufen durch die Stadt, im Rathaus klingeln die Telefone Sturm: Journalisten aus dem ganzen Land suchen ebenfalls Antworten.
Rapen. Der Vorort träumt friedlich in der Hitze des Tages. Bürgerliche Wohngegenden. Hinter den Kulissen müsste es rumoren. Man hört davon als Außenstehender nichts. Wie sollte Ortsfremden auffallen, dass Menschen, die sich früher freundschaftlich oder zumindest nachbarschaftlich grüßten, heute die Straßenseite wechseln, wenn sie einander begegnen?
Es rumort hinter der gutbürgerlichen Fassade. Wenig wird öffentlich. Nur eine Frau hatte bisher den Mut, etwas zu sagen: Die Feuerwehranwärterin (20), die sich im September 2007 bei einem Aufnahmeritual in den Löschzug Rapen sexuell belästigt fühlt. Nathalie W. fordert eine Entschuldigung. Weil zwei Wehrmänner ihr zu nahe getreten waren. Doch sie muss weiter warten.
Nathalie W. schweigt aber nun auch seit Wochen. Eine der Bedingungen dafür, dass derzeit moderierte Gespräche zwischen Nathalie W., den beiden ebenfalls ausgeschlossenen Wehrmännern und dem Löschzug stattfinden. Schweigen überall. Wieder einmal.
Allerdings hat das Wort der Löschzug, seine Führungskräfte. Sätze wie: "Sie ist doch damals auch in unpassender Bekleidung aufgetreten", werden gesagt. Gemeint ist der Bikini, den sie seinerzeit trug. Nur ein Beispiel.
Wie konnte es dazu kommen? Kreisbrandmeister Klaus Krause hatte Dienstag gegenüber der WAZ gesagt: Stück für Stück müsse das wohl immer schärfer geworden sein. Als er beim Löschzug Rapen angefangen habe, sei man lediglich in ein Wasserbecken geworfen worden.
Hat die Entwicklung niemand mitbekommen? Der in der vergangenen Woche zurückgetretene Stadtbrandmeister Andreas Lux hatte in seinem Rücktrittsgesuch erklärt: Er sei von seinem Amt zurückgetreten, "wenngleich ich mir kein persönlich zurechenbares Verschulden vorzuwerfen habe". Lux ist aber auf den jetzt der WAZ zugespielten Fotos als einer der Akteure zu erkennen. Seinerzeit, als die derbsten Aufnahmerituale praktiziert wurden, war er Löschzugführer.
In diesem Licht betrachtet, erscheint der Fall Nathalie W. beinahe so, als sollte ein Exempel statuiert werden. Sie hatte den Fall angezeigt, öffentlich gemacht. Lux hatte genau das stets scharf verurteilt, in der Öffentlichkeit und noch schärfer im Löschzug selbst. Das hätte intern geklärt werden müssen, so seine Parole.
Steht er damit allein? Es gibt die Mauer des Schweigens. Wie zu erfahren war, ist noch 2006 ein Ritual "aus dem Ruder gelaufen", wie Kreisbrandmeister Krause formulierte. Einem jungen Anwärter war der Kopf blutig rasiert worden. Seine Eltern, wird hinter vorgehaltener Hand geflüstert, seien so erschrocken gewesen, dass sie überlegt hatten, ihren Sohn aus der Wehr herauszunehmen.
Öffentlich geworden ist das nie. Hatten die Eltern oder gar der Junge Angst vor der "internen Klärung" gehabt? Wird in einer Ortschaft wie Rapen sozial isoliert, wer sich über den angesehenen Löschzug öffentlich beklagt?
Der Deutsche Feuerwehrverband kritisiert die Vorfälle in Rapen aufs Schärfste. Findet aber auch keine Erklärung dafür. Rapen gilt dort als "Ausnahme". Silvia Darmstädter: "Ich bin seit 18 Jahren bei der Feuerwehr. Einen Fall wie diesen kenne ich nicht." Wirklich nicht? "Nein."
Und was hält sie von "normalen" Aufnahmeritualen? "Ich habe in meiner ganzen Dienstzeit noch keines mitgemacht."
Können Rituale überhaupt die Kameradschaft fördern? "Um eine Kameradschaft zu fügen, braucht man das nicht." Solche klaren Sätze waren in Oer-Erkenschwick noch nicht zu hören. Jedenfalls nicht öffentlich.
03:47
Soeben erreicht mich die aktuelle Presseerklärung der Grünen:
Initiations-Rituale in der Freiwilligen Feuerwehr
Düker: Tatbeteiligte umgehend ausschließen!
Anlässlich der heutigen Sitzung des Innenausschusses zu den makabren Initiations-Ritualen bei der Freiwilligen Feuerwehr in Oer-Erkenschwick erklärt Monika Düker MdL, innenpolitische Sprecherin:
Die Verantwortlichen und Tatbeteiligten müssen umgehend aus der Freiwilligen Feuerwehr ausgeschlossen werden. Nach dem Bericht des Innenministeriums gibt es bisher vor Ort immer noch keine disziplinarischen Maßnahmen gegen die in der Freiwilligen Feuerwehr Verantwortlichen. Sie sind weiterhin Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr. Stattdessen wurde ein Opfer der Rituale, die Frau, die gegen die Rituale Strafanzeige gestellt hatte, mit Wissen des Bürgermeisters von der freiwilligen Feuerwehr ausgeschlossen. Das bedeutet, der Bürgermeister hat das Geschehen gedeckt. Das ist neben den Inszenierungen ein ebenso unglaublicher Vorgang. Gefordert ist endlich ein hartes Durchgreifen.
Solch brutale und menschenunwürdige Aufnahmerituale bei der Freiwilligen Feuerwehr darf es nicht geben. Es kann nicht sein, dass einzelne Schwarze Schafe die besondere Vertrauenswürdigkeit der Freiwilligen Feuerwehr beschädigen. Deshalb brauchen wir konsequente Sanktionen.
___________________________________
verantwortlich:
Rudolf Schumacher
- Pressesprecher -
Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
im Landtag Nordrhein-Westfalen
Platz des Landtags 1 - 40221 Düsseldorf
rudolf.schumacher@landtag.nrw.de
Tel.: 0211 884 2180 - Fax.: 0211 884 2890
Vertreterin:
Sonja Wand (sonja.wand@landtag.nrw.de)
www.gruene.landtag.nrw.de
Diese Forderungen mache ich mir gern zu eigen. Es wird in der Tat höchste Zeit, dass in Rapen glaubwürdige Zeichen gesetzt werden! Doch der Bürgermeister wird wohl weiter mauern. Es sei denn, er wird gleich mit vor die Rathaustür gesetzt.
16:30
#57 von Michel aus Lönneberger
Waren Sie auch dabei ?
12:54
Nachtrag: Ob dass wirklich der Freund der betroffenen Dame ist, ist zudem völlig uninteressant im Kontext meiner hier allein interessierenden Frage. Ob der damalige Stadtbrandmeister, Klaus K. persönlich an solchen fragwürdigen Ritualen teilgenommen hat.
12:36
Dass die abgelichtete Person der Freund der Dame ist, werde ich - schon aus medienrechtlichen Erwägungen - nicht behaupten: Ich kenne weder die ehrenwerte Dame persönlich noch ihren Freund und dessen Vater.
11:41
Hallöchen,
dass der Freund der betroffenen Dame auf dem Bild eindeutig zu sehen ist, vergessen sie wohl zu kommentieren, lieber Herr Bruns.
Soviel zum Thema
21:31
Zitat aus dem obigen WAZ-Bericht:
Wie konnte es dazu kommen? Kreisbrandmeister Klaus Krause hatte ... gegenüber der WAZ gesagt: Stück für Stück müsse das wohl immer schärfer geworden sein. Als er beim Löschzug Rapen angefangen habe, sei man lediglich in ein Wasserbecken geworfen worden.
Ob diese beschönigende Darstellung stimmt, darüber gibt es wohl erhebliche Zweifel.
Es waberte schon lange das Gerücht, der heutige Kreisbrandmeister von Oer-Erkenschwick, Klaus K., sei zu seiner Zeit als Stadtbrandmeister auch an den Ritualen in Rapen zugegen oder beteiligt gewesen.
Dazu habe ich im Netz Hinweise eines anonymen Users namens APOPHYS gefunden, der vorgibt, selbst Opfer eines Rituals in Rapen gewesen zu sein. Von wegen lediglich in ein Wasserbecken geworfen:
Ich war... +1
04.07.2008 17:12 Uhr von APOPHYS
... auch in diesem löschzug und musste solch ein ritual über mich ergehen lassen.
ich wurde an den füßen, kopfüber an einem fahnenmast gehangen und mit dem Monitor eines tlf-24/50 abgespitzt. sehr gerne wurde damit auch mal zwischen die beine gehalten.
dieser aktion war eine hetzjagt durch ein, gegenüber gelegenem, maisfeld vorraus gegangen, da ich mich der aktion entziehen wollte. wenn diese jungs etwas getrunken haben, verlieren die sehr fix den blick für richtig und falsch und haben sehr starke tendenzen zur gewalt.
und der jetzige kreisbrandmeister (damaliger stadtbrandmeister) war sogar zugegen und wusste immer das solche übergriffe stattfanden.
Quelle: http://www.shortnews.de/start.cfm?id=716584
Wer kann hier noch die Anwesenheit des damaligen Stadtbrandmeisters von Oer-Erkenschwick Klaus K. bestätigen?
14:01
#52 Warum in den Irak , Abu Grib ist doch schon bei der FFW in OE Vergleichen Sie die Bilder ,
Nur die Täter von Abu Grib wurden zu Gefängniss und unehrenvolle Entlassung verurteilt.
Und das fehlt derweil in OE . .
#54 auch Männer .................
13:35
@von Pipitone,
Sie sollte man anhand der E-Mail ausfindig machen und ganz woanders hinschicken. Unglaublich auf was für ein Niveau Sie sich hier begeben.
Soll lt. Ihrer Aussage jede Frau, jedes Kind und jeder Mann in den Irak/Iran geschickt werden, die sich nicht mißbrauchen lassen?
Was haben die abscheulichen Rituale mit Disziplin zu tun?
Möge Gott jedes Kind und jede Frau vor solch Personen mit Ihren Gedankengut schützen.
10:28
Ach, Pipitone, was Du hier schwafelst, kann ich mit Verlaub nicht nachvollziehen. Soll sich die Frau etwa mit Disziplin vor aller Augen wehrlos in den Schritt fassen lassen - ohne Konsequenzen für den disziplinlosen Täter? Unglaublich diese schlichte Mentalität, die Deine abstrusen Thesen kennzeichnet.
07:39
Schickt solche Weiber in den Irak oder Iran da gehören Sie hin und lernen mal was von Disziplin!
Ist doch ein WItz wenn sich kein Mann Beschwert aber kaum kommt eine Frau und schon ist alles hin!
Man was seid ihr hier alle so blöd oder tut ihr nur so?
Ihr gefällt das nicht dann kann sie ja wo anders hingehen anstadt alles zu zerstören.
Solche Frauen kenne ich deshalb dürfen wir in der Firma keine Bilder Mehr aufhängen und auch keine Kalender. Ja Emanzen sind echt grausam!