Sarrazin droht Entmachtung
11.10.2009 | 17:09 Uhr 2009-10-11T17:09:00+0200
Berlin. Stark unter Beschuss steht Thilo Sarrazin, SPD-Politiker und Vorstandsmitglied der Bundesbank, wegen seiner negativen Äußerungen zum Integrationswillen von türkischen und arabischen Migranten.
Bundesbank-Präsident Axel Weber will sein Vorstandsmitglied Thilo Sarrazin nach dessen Migranten-Schelte offenbar weitgehend entmachten. Medienberichten zufolge sieht eine Vorlage für die Bundesbank-Vorstandssitzung am Dienstag vor, Sarrazin die Verantwortung für Bargeldumlauf und Risiko-Controlling zu entziehen; so bliebe ihm nur der Bereich Informationstechnologie.
Sarrazin hatte in einem Interview gesagt „ein Großteil” der türkischen und arabischen Einwanderer in Berlin sei „weder integrationswillig, noch integrationsfähig”. „Sarrazin hat den Migranten, dem internationalen Ansehen Deutschlands und den bilateralen Beziehungen erheblichen Schaden zugefügt”, sagte die ehemalige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth dieser Zeitung. Sarrazin klammere „die große Gruppe der Leistungsträger und gut integrierten Migranten” aus. „Er spricht ausschließlich von den 25 bis 30 Prozent mit erheblichen Migrationsproblemen bei Bildung und Arbeit und trifft ein pauschales negatives Urteil”, kritisierte Süssmuth.
Zustimmung findet Sarrazin bei mehr als der Hälfte der Bevölkerung. Nach einer Umfrage teilen 51 Prozent der Befragten Sarrazins Ansicht zum Integrationswillen von Ausländern, 39 Prozent nicht.
Korrektur nötig
Die größte Zustimmung (59 Prozent) bekommt der SPD-Politiker Sarrazin bei den Wählern der Union. 69 Prozent aller Befragten halten es zudem für richtig, dass Sarrazin eine Debatte über Integration angestoßen habe. „Wir müssen das Bild über Türken in Deutschland in der Öffentlichkeit dringend korrigieren” sagte Süssmuth mit Blick auf die Umfrageergebnisse. „Dass 60 000 türkische Unternehmen eine halbe Million Arbeitsplätze in Deutschland geschaffen haben, falle weitgehend unter den Teppich”.
Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung DIW, Klaus Zimmermann, wertete Sarrazins Äußerungen als „ernsten Weckruf” und forderte die Einrichtung eines Bundes-Ministeriums für Zuwanderung und Integration. Eine wachsende Facharbeiterlücke bedrohe Wohlstand und Wachstum. „Die Wende schaffen wir nur, wenn wir unseren Arbeitsmarkt weit öffnen”, sagte Zimmermann und nannte die gesteuerte Zuwanderung eine „zentrale Zukunftsfrage”.
Kritik erntete Sarrazin innerhalb der SPD. Auf dem Berliner Landesparteitag forderten mehrere Redner den Parteiausschluss des ehemaligen Berliner SPD-Finanzsenators.

11:00
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23:04
Meine Meinung :Herr S. hat doch die Wahrheit ausge-
sprochen. Warum will diese aus dem Mund eines
angesehenen Bürgers niemand hören? Hier wird
von Politikern/oder Menschen in höherwerti gen Positionen nur Lügen erwartet und alles schöngeredet. Pfui Teufel
10:08
Denjenigen die in der Sache Sarrazins Analyse vor Empörung völlig unsachlich gegen ihn Stimmung machen, droht vielmehr nun die Enttarnung. Es ist dem Mut Sarrazins zu verdanken, dass die Fakten nicht weiter verleugnet werden können, er hat endlich eine längst überfällige Diskussion angestoßen. Die Wutschreie derer, die mit allen Mitteln der Schuldzuweisung ihre Machtpositionen verteidigen um weiter öffentliche Mittel abzugreifen und die Deutschen einzuschüchtern sind nur allzu verständlich. Im Übringen trifft der Kommentar 2 völlig zu.
09:15
Es gehört eine ganze Menge Mut dazu, seine Meinung in solch einer Position zu vertreten. Leider werden kritische Äußerungen zu schnell zu sehr verallgemeinert und aus dem Zusammenhang gerissen. Es trifft doch zu, dass unsere deutsche Unterschicht keine allzu großen Perspektiven hat. Es trifft weiterhin zu, dass die zu uns gekommenen Nicht-Europäer überwiegend zu dieser Unterschicht gehören (selbstverständlich haben wir auch hoch intelligente ausländische Mitbürger!) Hinzu kommt, dass in den entsprechenden Ländern wie zum Beispiel der Türkei die Meinung vorherrscht, in Deutschland bestünde das Recht auf einen Arbeitsplatz, und wenn nicht, bekommt man trotzdem Geld ...
Ist es also verwunderlich, dass sich Menschen, die in ihrer Heimat noch weniger Perspektiven sehen, etwas vom Kuchen abschneiden wollen?
Es ist nur die Frage, inwieweit wir diesen Gedanken mittragen können und wollen. Es ist weiterhin Fakt, dass wir Deutschen uns andern Nationalitäten immer anbiedern ohne je eine Gegenleistung zu fordern. Wir bauen Moscheen in großer Anzahl (wo bleiben christliche Kirchen in den entsprechenden Ländern?), wir feiern mit den ausländischen Mitbürgern das Ende des Ramadan (wer feiert mit uns Ostern?) - und so könnte man die Kette um einige Beispiele weiterführen.
Dass unsere ausländischen Brüder und Schwestern kinderlieb sind, ist ebenfalls bestens bekannt. Allerdings sollte auch hier – un da nehme ich deutsche Familien nicht aus – der Grundsatz herrschen, dass man die Kinder auch selbst ernähren und ihnen eine gute Bildung angedeihen lassen kann.
Ich stimme hier mit Herrn Sarrazin vollkommen überein und behaupte seit Jahren (und dazu stehe ich), dass es geradezu und von den nicht ganz so fundamentalistischen Islamisten geplant (und auch gefördert?) wird, viele Kinder in die Welt zu setzen, um in drei bis fünf Generationen die Vorherrschaft über die „unwürdigen Ungläubigen“ zu erlangen; man braucht nur etwas mehr Geduld...!
Wenn also hier ein durch seine Bildung und auch politische Laufbahn nicht unintelligenter Mann seine Meinung vertritt, so ist dies ja vielleicht einmal des Nachdenkens wert. Wir Normalbürger werden ja weder gehört und gegebenenfalls für derartige Äußerungen belächelt.
02:41
In China ist ein Sack Reis umgefallen.