RWE verärgert Treuestrom-Kunden
09.09.2009 | 18:15 Uhr 2009-09-09T18:15:00+0200
Essen. Der Energieversorger RWE verärgert Kunden, die sich für den Treuestrom-Festpreis entschieden haben. Der Konzern bot ihnen an, ihren Vertrag bereits jetzt und damit 16 Monate vor dessen Ablauf zu verlängern. Hinter dem Angebot verbirgt sich eine versteckte Preiserhöhung.
RWE-Kunde Gerd F. ist sauer. Bei Deutschlands zweitgrößtem Energiekonzern ist er Treuestrom-Kunde, hat sich also einen stabilen Strompreis bis Ende 2010 gesichert. Nun bot ihm RWE an, den Vertrag ab sofort bis Ende 2011 zu verlängern.
Was der Energieversorger in dem Brief verschwieg: Stimmt Gerd F. zu, nickt er eine satte Preiserhöhung ab. Er würde je Kilowattstunde Strom 8,9 Prozent mehr als bisher zahlen. Das stellte Gerd F. nach einem Blick auf seinen alten Vertrag fest. Bei dieser „Volksverdummung” mache er nicht mit.
"So viel Eigenverantwortung kann man dem Kunden zumuten"
Nicht nur Gerd F. erhielt Post. RWE bot allen 20 000 Treuestrom-Kunden an, ihren Vertrag bereits jetzt und damit 16 Monate vor dessen Ablauf zu verlängern. Über ein Viertel habe das bereits getan, sagte ein Sprecher.
Zum im Brief verschwiegenen höheren Preis sagte er: „So viel Eigenverantwortung kann man dem Kunden zumuten, dass er weiß, wie sein jetziger Vertrag aussieht.” Verbraucher seien sensibilisiert. Bekannt sei, dass Preisstabilität einen Aufpreis koste.
Treuestrom-Kunden zahlen 21,90 statt bisher 20,11 Cent je Kilowattstunde (kWh), falls sie verlängern. Von „normalen” Stromkunden verlangt RWE 21,60 Cent, noch bis Jahresende garantiert. Ob sich der Preis dann ändert, ist noch unklar. Die letzte Erhöhung erfolgte laut RWE zum 1. April 2009: Strom wurde um etwa sechs Prozent teurer.
Kritik von Verbraucherschützern
Verbraucherschützer kritisieren das Treuestrom-Angebot. „Das Preisniveau ist überteuert”, sagt Peter Blenkers von der Verbraucherzentrale NRW. Ein typischer Vier-Personen-Haushalt, der im Jahr 3600 kWh verbrauche, zahle mit dem neuen Treuestrom-Festpreis von RWE jährlich fast 900 Euro.
„Brauchbare Alternativangebote liegen bei 710 bis 780 Euro”, sagt der Energie-Experte. „Die Preise dieser Stromanbieter müssten um mehr als das Doppelte steigen wie in den letzten zweieinviertel Jahren – als sich Strom um etwa 15 Prozent verteuerte –, damit sich der RWE-Treuestrom für Kunden rechnet.”
Viele Konkurrenten
Blenkers betont, der Energieriese RWE sei in NRW auch in der Grundversorgung oft der teuerste Anbieter. Grundversorger in einer Region ist derjenige, der dort die meisten Kunden hat. Dabei gebe es viel Konkurrenz: „Je nach Region buhlen 56 bis 72 Stromversorger um die Gunst der Kunden.”
18:12
Was soll man dazu sagen?
Die Klingelputzer heißen auf neudeutsch Ranger und sollen für das Unternehmen RWE werben.
Ich weiß nicht welche klugen Uni-Absolventen, die bei RWE mittlerweile den Ton anzugeben scheinen, sich so was ausdenken, aber viele altgediente Konzernmitarbeiter schütteln im Stillen selbst dem Kopf ob der tollen Ideen aus der Vertriebsabteilung. Daher nicht immer auf alle RWEer schimpfen!
12:34
Ich beziehe jetzt reinen (100 %) Ökostrom, dieser ist günstiger als der Atomstrom von RWE. Also Augen auf und wechseln.
09:43
@Dr. Einstein: aber das macht doch mein Mobilfunkanbieter und mein Festnetzanbieter auch nicht - der Tarif erhöht sich, ich zahle mehr, es wird mit irgendwas geködert (neuestes Handy und noch ein 100€-Reisegutschein), der Kunde unterschreibt - alles ganz normal!?! Es ist wie gesagt ja nur ein ANGEBOT!! Beschissen wird man an jeder Ecke, warum man jetzt ausgerechnet auf RWE rumhackt verstehe ich nicht!
Da gibts Unternehmen, die viel schlimmer abzocken und täuschen!!!!
Also wenn, dann sollte man mal ALLE an den Pranger stellen, die Berichterstattung hier ist extrem einseitig finde ich!
23:32
@3 von GMB
Wenn man einem Kunden eine Vertragsverlängerung anbietet und mit keinem Wort erwähnt, dass sich die Konditionen dadurch ändern, dass der Kunde für die Restlaufzeit (16 Monate!!) plötzlich mehr bezahlen muss, ist das arglistige Täuschung. Als vor einiger Zeit private Unternehmen an der Haustür günstigen Strom angeboten haben, ohne zu erwähnen, dass sie nicht von RWE kommen, gab es einen riesigen Aufschrei. Kann man da nicht genauso an die Eigenverantwortung der Kunden appellieren, die schließlich sehen konnten, dass nicht RWE auf dem Vertrag steht?
23:10
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22:20
Alle betroffenen Kund sollten so schnell wie möglich ihren Stromanbieter wechseln. Beim Haushaltsstrom sind kWh Preise von 19 Cent durchaus drin. Es lohnt sich mal bei Verivox vorbeizuschauen.
Im Übrigen hat das RWE den Nachtspeicherstromkunden soeben den Vertrag gekündigt und bietet den Kunden gleichzeitig einen neuen Vertrag mit einer satten Preiserhöhung von 12,2% an. Der Nachspeicherstromkunde ist absolut wehrlos weil es keinen anderen Anbieter gibt. Hier haben die großen Energieversorger perfekte Lobbyarbeit in Berlin geleistet. Die Konzerne dürfen sich hinter dubiosen Schaltströmen verstecken.
Es ist an der Zeit das man den Strommarkt endlich mal komplett reguliert wird und zwar ohne Ausnahmen.
22:11
Leute vergleicht den Strompreis.
Seht bei www.verivox.de nach dem günstigsten Anbieter.
Oder wollt ihr dem Vorstand der RWE für 2009 noch mehr Geld in den Hals schmeissen.
21:33
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21:22
Versteckte Preiserhöhung bei Treuestromkunden ist wohl lediglich der Vorreiter neuer Strompreiserhöhungen . Andere Tarifkunden so kann man vermuten werden in absehbarer Zeit zur Kasse gebeten. Grund wir unter anderem der vermehrte kauf von Energiesparlampen sein zu dem der Verbraucher in den kommenden Jahren gezwungen wird. Es muß ja trotz dann geringerer Abnahme von Strom die Kasse klingeln.
21:11
@dumm wie ein linker:
Du hast Recht damit, die WAZ gehört zu großen Teilen der SPD.
Übrigens, böse Zungen behaupten, RWE heisst Ruhe, Wärme, Erholung.
Mitarbeiter sagen, RWE heisst recht wenig Gehalt - also was solls?
Solange Du kein eigenes Blockheizkraftwerk im Keller hast, bist Du halt auf die Monopolisten angewiesen.