Radio-Rebellen an Bord
15.04.2009 | 18:37 Uhr 2009-04-15T18:37:00+0200
Popmusik ist Bestandteil unseres alltäglichen Lebens – allzeit präsent, allzeit abrufbar. Das war nicht immer so. An die große Zeit der Piratensender erinnert Richard Curtis' neuer Kinofilm „Radio Rock Revolution”.
Es gab eine Zeit, da war Popmusik heiß begehrt, aber so gut wie gar nicht verfügbar – jedenfalls nicht im konventionellen Radio. An die große Zeit der Piratensender erinnert nun Richard Curtis' Kinokomödie „Radio Rock Revolution”.
Das Maß der Dinge
Englische Popmusik war damals das Maß der Dinge. Aber gerade mal zwei Stunden pro Woche strahlte die BBC in London Popsongs aus. Curtis erinnert sich daran mit Grausen: „Das Radio war damals sehr altmodisch. Man sendete Nachrichten, Quizsendungen, Interviews und Bigband-Musik. Es ist erstaunlich, wie wenig der Rundfunk begriffen hatte, was Land und Leute tatsächlich hören wollten.”
Richard Curtis ist einer der erfolgreichsten englischen Filmemacher unserer Zeit. Als Autor schrieb er die Drehbücher der Welterfolge „Vier Hochzeiten und ein Todesfall” und „Notting Hill”. Als Regisseur legte er nach mit „Tatsächlich. . . Liebe” und nun mit „Radio Rock Revolution”, einer Liebeserklärung an das Radio der Piratensender der 60er Jahre. Es handelte sich dabei um Radiostationen, die ihr Programm ohne staatliche Sendelizenz ausstrahlten. Weil man damit eine Straftat beging, entzogen sich die Macher dem Zugriff der Behörden, indem sie von umgerüsteten Schiffen aus sendeten, die knapp außerhalb der Drei-Meilen-Zonen in internationalen Gewässern stationiert waren.
In Curtis' Film legen die DJs des Piratensenders Radio Rock ihre Platten auf – und haben eine gigantische Fan-gemeinde. An Bord von „The Boat that Rocked" sind Oscar-Gewinner Philip Seymour Hoffman, Bill Nighy, Rhys Ifans und Nick Frost als Radio-Helden auf hoher See und Kenneth Branagh als Staatsvertreter, der dem „drogenverseuchten, kulturlosen" Treiben ein möglichst schnelles Ende bereiten will.
Bahnbrechende Piratensender
Piratensender gab es erstmals in den 30er Jahren, und zwar in Amerika; dann in den 50er Jahren vor den Küsten von Schweden und Dänemark. Im April 1960 sendete erstmals Radio Veronica vor Hollands Küste. Bahnbrechend aber waren die englischen Piratensender. Der erste war am 28. März 1964 Radio Caroline, wenige später ging Wonderful Radio London auf einem ehemaligen Minensuchschiff auf Sendung; rund ein Dutzend weitere Stationen sollten folgen.
Hinter diesen Bestrebungen standen junge Geschäftsleute, die sich als Helden feiern ließen. Tatsächlich dienten die Piratensender natürlich auch wirtschaftlichen Interessen, denn mit einem Radioprogramm, das rund um die Uhr Popmusik ausstrahlte, ließen sich nicht nur die Schallplattenverkäufe ankurbeln, es erhöhte sich auch der Verkauf von Transistorradios.
Aber auch kulturell hatten die Piratensender außerordentlichen Einfluss. Ein Grund dafür war, dass hier einfach alles gespielt wurde. Viele Bands und Einzelsänger wären im herkömmlichen Radio nicht gespielt worden, weil ihre Musik zu modern oder zu wild war oder weil die Texte als jugendgefährdend eingeschätzt wurden; selbst ein harmloses Lied wie „Up Up and Away” von The Fifth Dimension wurde von der BBC verboten, weil „Hinauf und Hinfort” als Verherrlichung von Drogenkonsum (High werden) gewertet wurde.
Der zweite große Erfolgsgarant der Piratensender waren die Moderatoren. Leute wie Tony Blackburn, Emperor Roscoe oder Tommy Vance waren Leute mit Sinn für abgefahrene Reime („Here is the Station playing for the Nation!”) und originelle Erkennungsmelodien.
Die Radiopiraten selbst hatten einen harten Job zu verrichten. Man musste seefest sein, die Songs wurden an Bord von Schallplatte gespielt, wobei Münzen auf die Tonabnehmer gelegt wurden, damit die Nadel bei schwerem Seegang nicht aus der Rille sprang. Nach heutigen Maßstäben ein schauriger Klang, aber damals reichte es.
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So hat es rockt........
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und RNI von der MeBo2:
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Und so klang es damals:
Radio Northsea von der MeBo 2:
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und viele andere:
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Auch heute – 45 Jahre nach der Gründung ist Radio Caroline, das erste Privatradio Großbritanniens, noch höchst lebendig und über http://radiocaroline.radio.de empfangbar. radio.de ermöglicht den einfachen Zugriff auf Radiosender, Webradios und Podcasts und bringt die Musik zum Film direkt auf den PC. Von Rock`n`Roll auf alpenradioplus.radio.de über Sixties und Seventies-Pop auf bastersbeatbox.radio.de oder offshoremusicradio.radio.de bis hin zu den Beatles auf beatlesradio.radio.de.