"Pech für euch: Wir leben immer noch!"
06.11.2009 | 07:03 Uhr 2009-11-06T07:03:00+0100
Bochum. Die Opelaner stellen sich entschlossen gegen die Konzernmutter und Kritiker von außen. Aber auch Ministerpräsident Jürgen Rüttgers hat nicht mehr für sie als Solidarität.
Genau sechs Monate ist es her, da war Jürgen Rüttgers schon mal hier: Bochum, Opelwerk I, Tor 4, zwischen Früh- und Spätschicht, Presse und Anlieferung. Damals lieferte der CDU-Ministerpräsident Lob für die Opelaner und die gute Nachricht von der Rettung – diesmal hat er nichts für sie als „die Solidarität der Landesregierung”.
Und Worte, die man bereits vom Vortag kennt: das vom „hässlichen Gesicht des Turbokapitalismus” und den Dreiklang aus „unseriös, menschenverachtend, rücksichtslos”. Kennen wir schon, „können wir uns nichts für kaufen”, sagt ein Arbeiter, der an dieser Stelle die Halle verlässt, während die Kollegen klatschen. Der Ministerpräsident macht ja noch eine Ansage: Er wolle von GM jetzt die Pläne sehen. „Der Kampf geht weiter!”
„GM zum Teufel!”
Solidarität, hat Betriebsratschef Rainer Einenkel gesagt, „tut immer gut. Die werden wir noch brauchen.” Deshalb sind auch die anderen Parteien gekommen, die Linken in Mannschaftsstärke, die „GM zum Teufel” schicken wollen. Die Grünen und SPD-Chefin Hannelore Kraft, die einem Fernseh-Sender allerdings erst erklären muss, dass sie keinesfalls die Oberbürgermeisterin ist. Schön, dankt Einenkel, dass sie alle „nicht nur vor einer Wahl” kämen. Es bringt ihm leises Murren ein: „Wir sind doch vor einer Wahl!”
Vor allem aber sind sie nach einem neuerlichen „Alles bleibt anders” aus Detroit. Stehen hier nach Monaten des Bangens einmal mehr vor ihrer Verladestation und fühlen sich auch so: verladen. „Große Verarschung!”, ruft IG-Metaller Oliver Burkhard ins Mikrofon. „Die sind einfach nur noch durchgeknallt da!” Gewerkschafter dürfen so reden, über „Geschwafel” und „Wichtigtuer” klagt auch Einenkel, aber meint gar nicht den Mutterkonzern, sondern Leute, die „landauf, landab schon wieder das Totenglöckchen für uns läuten hören: Pech für euch! Wir leben immer noch!”
Allerdings klingt auch der erfahrene Betriebsrat an diesem Regentag fast ein wenig resigniert: „Wie man uns behandelt. . . Diese Art und Weise. . . So geht man mit uns nicht allzu oft um.” Aber genau so ist man eben schon oft umgegangen mit Opel: „Wir haben zuletzt eigentlich nur schwere Zeiten gehabt, aber das toppt alles.” Kleine Hiebe schickt Einenkel nach Amerika und nach Rüsselsheim, wo hörbar auch nicht nur Freunde sitzen, und er blickt zurück auf das letzte Jahr: ein dauerndes Versprochen – Gebrochen. „Da haben einige mit unserem Schicksal gezockt.”
Der schwache Beifall der Belegschaft verliert sich in der Halle, breitbeinig stehen die Männer, die Arme vor der Brust verschränkt: ein Bild gewordenes Wir-werden-nicht-weichen. Hinter ihnen am Tor sieht es Gisela Achenbach, die Betriebsratschefin bei Nokia war; hier kommt ihr „alles wieder hoch”. Sie hat ihren Kampf in kurzer Zeit verloren, „die werden schon ein Jahr verarscht”. Neben ihr steht ein Protestplakat: Die Pappe klebt auf einem Teppichklopfer.

22:39
ZITAT !!!
am Tor sieht es Gisela Achenbach, die Betriebsratschefin bei Nokia war; hier kommt ihr „alles wieder hoch”. Sie hat ihren Kampf in kurzer Zeit verloren, „die werden schon ein Jahr verarscht”.
Mich trieft schlag! Nicht verloren! Gegen Altersteilzeit für sich: VERKAUFT !!!!!!!!
Achenbach hat zwei NOKIA Werke verkauft und sie ist immer noch (!!) bei Nokia im BR. Heule Suse !
Lieber Autor des Artikel SIE sollten besser erforschen bevor sie schreiben. Achenbach sollte dort sein wo der VW Betriebsrat ist !!!!!
17:31
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17:30
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17:28
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14:30
Leute, was regt Ihr Euch über die Amerikaner auf. Wozu macht Ihr Euch zornige Gedanken über eine Weltmacht auf Abruf? Glaubt Ihr allen ernstes das die USA und GM in Zukunft noch eine bedeutende Größe sein werden? Für die geht es um alles oder nichts! Was glaubt Ihr denn warum das ganze Tamtam überhaupt veranstaltet wird?
GM pfeift genau wie auch die USA auf dem letzten Loch. Die haben nicht nur seit Jahren eine stetig negativer werdende Handelsbilanz und leben dort auf Pump, denen geht auch noch das Erdöl aus. Wieso glaubt Ihr wurde der Irak militärisch niedergekämpft? Um der Demokratie dort unten Vorschub zu verschaffen? Hätten sie das gewollt wäre dort unten längst Ruhe, stattdessen ist das Gegenteil der Fall. Die USA brauchen Öl, Öl, und nochmals Öl für ihre Industrie. Die wissen seit Jahrzehnten das derne Ölquellen bald leer sein werden. Und das hat auch für die Automobilbranche dort gravierende Folgen. Nicht zuletzt deshalb versucht GM auch in europa weiterhin präsent zu sein. Europa ist die Zwischenhandelsmarkt unter anderem für jene Rohstoffe aus denen künftig Biokraftstoffe hergestellt werden. Wenn das Erdöl knapp ist werden zwangsläufig andere Rohstoffquellen ihren Aufstieg erleben. Und da Russland über 10 milliarden Hektar an fruchtbarem Ackerland besitzt haben die das Zeug zur nächsten Weltmacht. Die einzige Chance der Amerikaner besteht darin auf Zeit zu spielen und alles an Ölquellen unter den Nagel zu reißen derer sie habhaft werden können. Und wenn das erst einmal geschehen ist können due USA nicht nur den Ölpreis diktieren und die Russen in Schach halten, sondern auch die Preise am Automarkt gravierend beeinflussen. Doch dazu braucht es Einflussmöglichkeiten in Europa und die mit dem Besitz eines renommierten Autobauers wie Opel noch am größten.
Mich wundert es daher kein Stück das GM auf einmal umschwenkt.
11:43
Pech für euch: Wir leben immer noch!
Aber nicht mehr lange...
11:27
Diese nimmersatten Opelaner gehen mir schon seit Jahren auf die Nüsse.
Warum eigentlich immer mit der Unterstützung des Staates/unserer Steuergelder?
Jeder andere Unternehmer muss sich auch selber helfen.
Opel schliessen und gut. Dann können die überbezahlten Opelaner demnächst mal für normale Einkünfte und Arbeitszeiten, ganz normal arbeiten gehen.
10:43
Warum Steuergelder für Opel? Andere haben auch nichts bekommen. Oder sind Opelsaner etwas Besseres als andere Arbeitslose wo die Betriebe dicht machen mußten?
18:34
laßt doch opel genauso wie arkandor vor die wand fahren.karstadt und quelle hatten das falsche sortiment,opel baut die falschen autos.für die arkandormittarbeiter hatte man nur leere worthüsen übrig(allen voran rüttgers der große schwätzer)also hat opel auch nichts anderes verdient
11:24
Langsam aber sicher kommt die Bevölkerung dahinter,
dass jeder DEUTSCHE
in „HARTZ IV“ landen kann
und was dann?
Herold Schincke