Organ-Spenden nur für die, die auch spenden?
05.09.2010 | 15:28 Uhr 2010-09-05T15:28:00+0200
Essen.Die Nierenspende des SPD Fraktionsvorsitzenden Steinmeier hat eine Diskussion über den Mangel an Organspenden ausgelöst. Ökonomen schlagen vor: Gebt Organe nur an Menschen, die ihrerseits zum Spenden bereit sind.
Die Nachfrage nach Spendenorganen ist nicht nur in Deutschland deutlich größer als das verfügbare Angebot. Sie sollen allerdings nicht auf Märkten gehandelt werden, weil erwartet wird, dass vornehmlich Arme Organe verkaufen und Reiche diese nachfragen.
Transplantationsgesetzt sorgt für Defizit
Deshalb sind Organspenden lebender Menschen nur zwischen Verwandten, Ehepartnern sowie guten Freunden, und dies auch nur als Geschenk des Spenders erlaubt. Organspenden von Hirntoten setzen die Zustimmung des Spenders zu Lebzeiten oder – falls diese nicht existiert – die der nächsten Angehörigen voraus.
Das Defizit an Organen wird auch durch das Transplantationsrecht verursacht. Dies wird deutlich, wenn wir uns in die Lage eines Organspenders versetzen. Er hat einerseits gravierende psychische Kosten, weil er z.B. befürchten könnte, dass nicht alle lebensrettende Maßnahmen ergriffen werden, da man an seinen Organen interessiert ist.
Der private Nutzen fehlt
Andererseits mag sein persönliches Wohlbefinden steigen, weil er die Lebenschancen kranker Menschen verbessert. Mehr ist jedoch nicht drin, d.h. ein privatern Nutzen über Nächstenliebe hinaus fehlt. Dies liegt im Wesentlichen an den Kriterien, nach denen das knappe Spendenangebot auf die Nachfrage verteilt wird.
Empfänger von Organspenden werden nach dem deutschen Transplantationsgesetz in etwa wie folgt ermittelt: Mit der Zustimmung zur Spende werden die Organe an Personen auf einer Warteliste zugewiesen. Darauf stehen die, die gute Chancen für eine Transplantation besitzen. Angeführt wird die Liste von denen, die die Organe am medizinisch dringendsten benötigen. Sobald ein passendes Spenderorgan vorliegt, wird der dringendste Fall bedient, der sich medizinisch am besten eignet.
Reform könnte mehr Leben retten
Die Zuteilung der knappen Organe sucht eine faire Lösung, indem neutrale Kriterien der Bundesärztekammer angewandt werden. Die Transplantation einer Leber an einen nicht trockenen Alkoholiker würde wenig Sinn machen. Allerdings führen die ausschließlich medizinischen Kriterien dazu, dass die Interessen des Organspenders völlig irrelevant sind.
Würde man hingegen dem Vorschlag von Ökonomen folgen, könnten Menschen ihre Organspende auf diejenigen beschränken, die selbst zur Organspende bereit sind. Die Unterzeichnung des Organspendeausweises verbessert dann sowohl die fremde als auch die eigene Lebenschancen, wenn der potenzielle Spender selbst einmal auf eine Organspende angewiesen sein sollte.
Dabei sollte die Chance auf den Empfang eines Organs zunehmen, je länger ein Erwachsener zur Organspende bereit war. Eine solche Reform des Transplantationsrechts sorgt nicht nur für mehr Fairness, sondern rettet Leben, weil die Spendenbereitschaft steigt.

16:17
Organspenden nur an Organspender? Was für ein Schwachsinn!
Läuft es dann wie beim ADAC, wer eine Panne hat kann noch schnell den Beitritt erklären.
Wer soll dem Patienten denn sagen: Pech gehabt, wir hätten zwar ein Organ, aber wir lassen dich lieber sterben.
Also entweder bleibt es, wie bisher... oder die Gesellschaft einigt sich, dass jeder Bundesbürger nach dem Tode grundsätzlich auch Organspender ist.
14:51
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20:10
Mein Mann hatte einen Organspenderausweis.
Er erkrankte schwer und starb nach 4 Monaten. Bei einem Gespräch mit dem behandelnden Arzt lehnte er für sich die lebenserhaltende Gerätemedizin im Endstadium seiner Krankheit ab.
Wäre er nach einem Motorradunfall o.ä.gestorben wäre das Versprechen des Ausweises erfüllt worden. So bin ich froh, dass mein Mann in Frieden sterben konnte.
11:58
will keine Organspende....gebe auch keine
18:50
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10:26
Tolle Idee,aber leider auf Kosten der Betroffenen. Unser Transplantationsgesetz oder die entsprechende Lösung, unter welchen Vorraussetzungen Organe gespendet werden können, ist meiner Meinung gut und bedarf nur kleine Änderungen. Als Betroffener, der über 40 Jahre dialysiert, sehe ich den Mangel an Organe an anderer Stelle. Es würden wesentlich mehr Organe vorhanden sein, 1. wenn die Vorraussetzungen für die Entnahme geregelt würden, 2. wenn die Krankenäuser auf ihren Intensivstationen ihre potenzielle Spender melden würden, 3. wenn die Entnahme der Organe für die Chirurgen, die ja zusätzlich zu ihrer Arbeit die Organe entnehmen, honoriert würde, 4. wenn jedes Krankenhaus mit Intensivstation einen Transplantationsbeauftragen einstellt, der als Koordinierungsstelle mit der DSO eng zusammenarbeiten würde und diese Stelle zusätzlich bezahlt würde, 5. die Angehörigen, die einer Organentnahme zustimmen, müßten einen finanziellen Anreiz z. B. für die Kosten der Beerdigung erhalten, 6. die Öffentlichkeitsarbeit der entsprechenden Instututionen (z.B. auch DSO)müßten für Organspende, besonders für die postmortale Spende mehr Werbung machen.
Heute springt doch jeder auf die Lebendspende. Besonders nach dem Fall Steinmeier glaubt doch jeder Mensch, dass ein Dialysepatient einen potenziellen Nierenspender in der Familie hat und das ist für die Menschen, die nur durch eine postmortale Spende gerettet werden können, tüdlich. Also, das ist meiner Meinung nach schlecht für die postmortale Spendebereitschaft der Menschen. Die Lebendspende ist mit Risiken physischer und psychischer Art für Spender und Empfänger verbunden. Es sind viele Faktoren, die noch nicht geklärt sind. Als letztes wird die Dialyse als Todesurteil gleichgesetzt, was nicht stimmt. Es gibt mehr Dialysepatienten, die mit der Dialyse länger leben, als mit einem transplantierten Organ. Dialysepatienten haben zwei lebenswerte Alternativen: die Hämodialyse und die CAPD, die meiner Meinung nach eine Lebendspende in Frage stellt.
19:46
Prof Karl hätte 2 Alternativen - einmal in der Transplantionsabteilung der Uniklinik in Bochum sich sachkundig zu machen oder an seine Zahlen zurückzukehren!
Seine sog. Clublösung ist uralt und längst in Fachkreisen verworfen! Denn da stimmen von vorneherein die Zahlen nicht.Und die Probleme liegen ganz woanders!
Ich habe seit den 70er Jahren einen Organspendeausweis und noch bei keinem Krankenhaus war das ein Thema z.B. bei der Aufnahme!
In seiner Stadt Bochum gibt es ein Krankenhaus, das fast traditionell keine Spender meldet obwohl dafür qualifiziert - es rechnet sich einfach nicht (ökonomisch gesehen!!!)
Ich warte gerade fast stündlich auf den Anruf, dass eine neue Niere für mich da wäre. Nach 6 1/2 Jahren Wartezeit und das ist doch sehr zermürbend!
17:51
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13:55
@37 es gibt viele menschen die nacheinander 2 organe bekommen, z.b. wenn das erste organ direkt so stark abgestoßen wird, dass man es nicht erhalten kann. diese leute werde dann HU=high urgency - das heißt auf höchste dringlichkeit auf der warteliste gestuft, weil sie innerhalb weniger tage bis wochen ohne erneute spende sterben würden.
08:36
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