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Optische Reize erhöhen auf der A40 die Konzentration der Autofahrer

15.07.2009 | 07:31 Uhr
Optische Reize erhöhen auf der A40 die Konzentration der Autofahrer

Essen. Neue psychologische und medizinische Untersuchungen deuten darauf hin, dass optische Reize die Aufmerksamkeit von Autofahrern - und speziell Pendlern - erhöhen können. Bei der Wandverkleidung entlang der A40 in Essen werden die Erkenntnisse umgesetzt.

Autofahren und gleichzeitig lesen? Passt nicht zusammen. Doch exakt diese Kombination entsteht zurzeit. Ausgerechnet an der Verkehrs-Aorta A 40 in Essen. Sind die neuen Abdeckplatten bei Frohnhausen montiert, zeigen sie Textfragmente der legendären Reportage aus dem Weltmeisterschafts-Endspiel von 1954 (die WAZ berichtete). So nett die Huldigung an Helmut Rahn gemeint ist: Viele Autofahrer halten diese Wandverkleidung für einen Beitrag zur Verkehrsunsicherheit. Aber es gibt die begründete Annahme, dass die kleine Silbe „un” überflüssig ist.

Neue psychologische und medizinische Untersuchungen deuten darauf hin, dass optische Reize die Aufmerksamkeit von Autofahrern - und speziell Pendlern - erhöhen können. Bei der Wandverkleidung entlang der A40 in Essen werden die Erkenntnisse umgesetzt. Foto: Ulrich von Born

Straßenplaner und Wissenschaftler, die sich mit dem rollenden Verkehr beschäftigen, reißen zurzeit das Lenkrad um 180 Grad herum und vollführen eine gedankliche Kehrtwende. In der Vergangenheit galt die Devise: bloß keine Abwechslung am Steuer, Augen auf die Fahrbahn richten. Immer schön auf den Asphalt und die Verkehrsteilnehmer vor und hinter einem konzentrieren. Wenn man mal die Straße genauer betrachtet, vor allem jene, die wir vom täglichen Weg zur Arbeit auswendig kennen, ist das nicht gerade eine reizende Aussicht.

Doch speziell Berufspendler benötigen Reize, betont Egon Stephan, Professor für Verkehrspsychologe an der Universität Köln : Im Grunde genommen sei eine Autofahrt eine Aufgabe wie viele andere. Den Weg von A nach B zurücklegen, bzw. von DO nach E. Innerhalb einer bestimmten Zeit, selbstverständlich unfallfrei. Das mag am ersten Tag noch eine Herausforderung sein, mit der Zeit rollt die Routine mit. „Der Autofahrer ist unterfordert, seine Aufmerksamkeit wandert von der Straße zu den eigenen Gedanken.” Und plötzlich wundert man sich, dass man schon Stahlhausen passiert hat, im ungünstigeren Fall ist der Gesichtsausdruck leicht dämlich, wenn es in Kray blitzt. Stephan: „Psychologische Tests haben offenbart, dass Monotonie die Leistungsfähigkeit sinken lässt, Fehler häufen sich, Reaktionszeiten verlängern sich.”

Bei bekannten Strecken reagiert das Hirn träger

Mandy Mader, Doktorandin am Uniklinikum Essen, bestätigte die psychologischen Erkenntnisse mit einem medizinischen Test: Sie ließ 16 Polizisten mit in einer Simulation zwei Strecken absolvieren – eine bekannte und eine unbekannte – und beobachtete mit einem Tomographen die Gehirn-Aktivität. „Auf den bekannten Strecken reagierten die entsprechenden Hirnregionen träger. Kommt es auf einer als monoton empfundenen Strecke plötzlich zu einer kritischen Situation, passiert schnell ein Unfall. Die Aufmerksamkeit auf den unbekannten Abschnitten war signifikant höher”, so Mader.

Video
Die Lärmschutzwände für die A40 werden lackiert. Video: Katrin Figge

Prof. Stephan und sein Forscherteam von der Uni Köln haben die Tests inzwischen vom Labor in die Realität verlegt. Auf der A 31 prüften sie mit 60 Autofahrern die Überschaubarkeit der Abschnitte – Kilometer für Kilometer. Die Daten werden gerade ausgewertet. Die A 42, die mit dem Kulturhauptstadtjahr den Namen „Parkautobahn” und optische Anreize erhält, wird demnächst angesteuert.

Die Wissenschaftler sind überzeugt, dass gerade Pendler neben den Blicken über Schulter und in den Spiegel auch einen kurzen Seitenblick wagen dürfen. „Die Reizschwelle darf aber nicht zu hoch liegen”, so Prof. Stephan.

Im Abschnitt Frohnhausen werde diese Schwelle nicht überschritten, erläutert Ingrid Scholtz, Sprecherin von Straßen.NRW. Die Textelemente richteten sich eher an die Wartenden an der U-Bahn-Haltestelle auf dem Mittelstreifen. Autofahrer würden die Textfragmente kaum wahrnehmen können – dafür allerdings rote Punkte, die in der Nähe der Ausfahrt ins grüne Muster gesetzt werden. Auswertungen von Unfallstatistiken hatten ans Licht gebracht, dass dort vermehrt Auffahrunfälle geschehen. Mit der Signalfarbe soll die Aufmerksamkeit und die Konzentration der Autofahrer erhöht werden.

Tobias Bolsmann

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Kommentare
07.08.2009
13:25
Optische Reize erhöhen auf der A40 die Konzentration der Autofahrer
von Katharina1988 | #22

Ich finde das ehrlich gesagt eine Frechheit. Erst vor Kurzem ist bei uns im Nord -Westen ein junger Mann auf viel Geld verklagt worden, weil er an einer Autobahnbrücke seiner Freundin einen Heiratsantrag gemacht hatte via einem großem Schild; Grund: Ablenkung vom Verkehr! Und jetzt sollen an Autobahnbrücken und überall Slogans etc. geschrieben werden... Für sowas ist grundsätzlich Geld da, aber manchmal denke ich sie wissen selber nicht mehr was sie sich Freitags vormittags vorm freien Wochenende ausdenken sollen.... reine ABM!

Liebe Grüße

Katti

20.07.2009
23:19
Optische Reize erhöhen auf der A40 die Konzentration der Autofahrer
von der leere Stadtsack | #21

Wir brauchen kein neues Fußballstadion!

Im Guinnessbuch steht dann die A 40 als längstes Fußballfeld der westlichen Welt.
Ein kulturelles Eingentor, genauso wie die blauen beleuchteten Bürgersteige
Es fehlen zB. öffentliche Toilette, wie in Schweden,
oder an Flüsterasphalt auf der B224.

20.07.2009
00:14
Optische Reize erhöhen auf der A40 die Konzentration der Autofahrer
von Rudolf Schilling | #20

... und die hässlichen verschmierten Glaswände zwischen Hobeisenbrücke und Tunneleingang? Da geschieht gar nichts. Das sind Schandflecken auch für die Leute, die da auf der südlichen Seite wohnen.
Man sollte die Schwerpunkte anders setzen. Ein Stadtautobahn dieser Art wäre heute nicht mehr durchsetzbar. An die notwendige Sechsspurigkeit ist nicht zu denken, Das Staus verursachende Nadelör bleibt uns also bis zum Nimmerleinstag erhalten von Lärm trotz Flüsterasphalt ganz zu schweigen. von dem jetzt eingesetzten Geld hätte man auch die Überdachung bauen können.

18.07.2009
01:24
Optische Reize erhöhen auf der A40 die Konzentration der Autofahrer
von dervondermauer | #19

Man könnte auch alternativ eine Mauer rund um Essen bauen. Gut, die würde auch etwas kosten. Hätte aber keine Folgekosten.

17.07.2009
23:56
Optische Reize erhöhen auf der A40 die Konzentration der Autofahrer
von Dizzy | #18

Genau da gibt es immer wieder neue Graffitis, so dass genügend Abwechslung vorhanden ist. :D
Zumindest muss man dann nicht die Autobahn sperren, noch mehr Staus verursachen und viel Geld ausgeben, was besser für Jugendeinrichtungen, Schwimmbäder etc. genutzt werden sollte. Unter dem Vorwand von Lärmschutz hier so ein Theater zu veranstalten ist einfach lächerlich.

17.07.2009
20:21
Optische Reize erhöhen auf der A40 die Konzentration der Autofahrer
von SuperGrooby1980 | #17

Die Sprayer sorgen doch schon für genug Abwechslung, da wirds doch nicht langweilig... ;-)

17.07.2009
20:06
Optische Reize erhöhen auf der A40 die Konzentration der Autofahrer
von Gerd Mallek | #16

Ich bleibe immer wach als Pendler auf der Autobahn, weil ich versuche, die toten Tiere am Straßenrand oder an den Trennmauern in der Mitte zu erraten. Die können ja meistens nicht weiter rennen, weil ihnen der Weg versperrt ist. Da kann man den Hund, die Katze oder das Rehkitz nicht mehr vom Fuchs unterscheiden...

16.07.2009
03:35
Optische Reize erhöhen auf der A40 die Konzentration der Autofahrer
von dasKollektiv | #15

schnell einige Grafittis und der REIZ ist weg, davon wird man nur schneller müde..

15.07.2009
20:49
Optische Reize erhöhen auf der A40 die Konzentration der Autofahrer
von dummberger | #14

Was ist das wieder für ein Sch....-Artikel! Wenn man genau liest, stellt man fest, dass die ganze Aussage des Beitrags auf einem Test mit 16 (!) Polizisten an einem Simulator beruht. In diesem Test wurde auch nur festgestellt, dass man auf einer unbekannten Fahrstrecke aufmerksamer fährt als auf einer bekannten. Abgesehen davon, dass ich das auch ohne Untersuchung gewusst hätte, ist das ein ganz anderes Thema. Weitere Testergebnisse liegen nicht vor. Die Frage, ob Fußballsprüche auf Lärmschutzwänden nun zu mehr oder weniger Aufmerksamkeit fühen, ist überhaupt nicht untersucht worden. Worauf stützt sich also dieser ganze Artikel? Auf nichts als Vermutungen. Ist das jetzt ein journalistischer Artikel oder ein Werbetext?

15.07.2009
16:09
Optische Reize erhöhen auf der A40 die Konzentration der Autofahrer
von joselopez | #13

Und den Bahnhof nicht vergessen. :-)
Und überhaupt...oder?

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